Wolfgang Hebold

Die Verheerung Europas *

Ein Tagebuch des Niedergangs
Freitag, 06. März 2026

Oma gegen Juden – Daß in der ›taz‹ antisemitische Texte erscheinen, ist nun wirklich nichts Neues. Deshalb ist die Aufregung über einen Kommentar mit dem Titel »Einfach mal die Klappe halten«, den eine Redakteurin Meinung, eine gewisse Susanne Knaul, vorgestern veröffentlicht hat, etwas unpassend und zeigt eher die falschen Erwartungen gegenüber dem linken Blatt.

Die Kritik richtete sich insbesondere gegen den Titel: »Einfach mal die Klappe halten«. Die Klappe halten sollte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Nicht generell – aber zum Krieg Israels gegen den Iran. Und das ist, wie es scheint, der Skandal: Die Aufforderung an einen Juden, die Klappe zu halten, wenn er in seiner Funktion als Präsident des Zentralrats seine persönliche Meinung ausspricht.

Die taz-Redakteurin hat Schuster also mitnichten das Reden verboten; und schon gar nicht hat sie ihm als Juden das Reden verboten. Sie zielte auf seine Funktion als Präsident des Zentralrats der Juden. Und in der dürfe, so die agile 65-Jährige ›taz‹-Kommentatorin, Schuster in keinem Fall Position für den jüdischen Staat beziehen.

In der Aufregung über den Halte-Befehl an den Juden Josef Schuster in seiner Funktion als Präsident des Zentralrats der Juden und damit verbunden einen virulenten Antisemitismus wird leider überlesen, welchen Unsinn Frau Knaul als ihre Meinung verkauft. Der Kommentar ist geradezu ein Paradebeispiel für die völlig hirnlosen verbalen Verrenkungen auf Seiten der politischen Linken.

Über drei von vier Absätzen ihres Kommentars äußert Frau Knaul Verständnis, daß »ausgerechnet Josef Schuster« die Angriffe Israels gegen das Regime im Iran »preist«. Dabei spart sie nicht mit Relativierungen, die deutlich machen, was sie selber von den Angriffen hält. Aber Schuster ist eben Schuster und als Jude schlägt sein Herz für die Sache des jüdischen Staates. Das gesteht Frau Knaul ihm durchaus zu.

Dann kommt im vierten Absatz der Schwenk. »Nur hätte er sich in seiner Funktion zurückhalten und Stellungnahmen dieser Art besser dem israelischen Botschafter überlassen müssen.« Warum? – Ja, warum eigentlich? – Wer jetzt neugierig eine Begründung erwartet, der wird enttäuscht. Statt einer Begründung für ihre starke Aussage, liefert die Redakteurin eine klassische Volte nach dem Motto: Ich habe zwar kein Argument gegen das, was Herr Schuster gemacht und gesagt hat; aber er hat es schon einmal gemacht; und da war es falsch:

»Es ist auch nicht das erste Mal, dass sich der Präsident des Zentralrats der Juden zu weit aus dem Fenster hängt. So kritisierte er Bundeskanzler Friedrich Merz für den teilweisen Lieferstopp von Waffen an Israel. Und das zu einem Zeitpunkt, als im Gazastreifen schon weit über 60.000 Menschen getötet worden waren. Wie viel besser hätte er daran getan, zur israelischen Kriegsführung auf Abstand zu gehen und gleichzeitig den Dialog mit in Deutschland lebenden Palästinensern zu suchen.«

Daß die Meinungsredakteurin ganz offenbar nicht weiß, daß unter den angeblich 60.000 toten Palästinensern der weitaus größere Teil Terroristen der Hamas waren, ist das eine. Aber daß es in dem aktuellen Krieg um den Iran geht und das Mullahregime, das Anfang des Jahres in nicht ganz zwei Wochen bis zu 40.000 Iraner umbringen ließ, das sollte die Frau Knaul schon erwähnen. – Sie beläßt es jedoch beim Gaza-Krieg, den die Palästinenser bekanntlich begannen. Dieser andere Krieg muß herhalten, um Josef Schuster zu attackieren.

Kurz gesagt: Weil der Ideologin des linken Blattes nichts weiter einfällt, bringt sie die Zusammenhänge wild und auf perfide Weise durcheinander. Doch erst jetzt kommt der springende Punkt:

Frau Knaul verbietet dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht etwa das Maul. Im Schlußsatz rät sie ihm in deutlichen Worten, sich vom Krieg Israels zu distanzieren; auf Abstand zu gehen. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Frau Knaul paßt der Krieg Israels gegen den Iran nicht. Ihr wäre es vermutlich lieber, wenn der Iran Atomwaffen hätte und damit Israel bedrohen könnte. – Deshalb, und nur deshalb, ist die Meinungs-Redakteurin der ›taz‹ tatsächlich eine lupenreine Antisemitin. Vielleicht sollte sie eine erste Ortsgruppe der Omas gegen Juden gründen. Mit der ›taz‹ im Rücken, könnte das klappen.

Europa im »Raketenschock« iranischer Vergeltungswaffen – Mitunter ist die Wahrheit so einfach!

Der Iran der Mullahs geht in seinem – hoffentlich – letzten Kampf über zur Strategie, mit der auch das national-sozialistische Deutschland seinem Schicksal zu entfliehen suchte: Es verschießt Raketen. In Deutschland waren das die V1 und V2 – Geschosse, teuer und nutzlos; indes ihrer Zeit weit voraus. Im Iran sind das eine Vielzahl von Raketentypen, die das Regime entwickeln ließ.

Eines dieser Geschosse drang vor zwei Tagen in den türkischen Luftraum ein. Und in jedem Fall war der Aufschrei in Europa lauter als der Knall beim Aufschlag der Raketentrümmer irgendwo im Nirgendwo Kleinasiens. Doch Europa und die europäischen Mitglieder der Nato stehen, traut man den herrschenden Medien, unter ›Raketenschock‹. Vielleicht ruft Brüssel ja noch den Bündnisfall aus.


Britischer Jäger tippt den Flügel einer V1 an
(Public domain)

Als 1944 die ersten V1 und V2 in London und bald auch in Südengland einschlugen, war die Reaktion der Bürger eine aufmerksame Gelassenheit. Und das Militär reagierte gespalten: Die V1, die Mutter aller Cruise Missiles, konnte mit Hilfe von Jagdmaschinen abgeschossen werden; gegen die V2, dem Vorläufer aller Raketen und der Blaupause aller russischen Raketen bis in die frühen 1960er Jahre, gab es keine Abwehr, sondern nur Angriffe gegen die Startrampen. So wie in diesen Tagen - manches im Krieg änert sich eben nicht.


Erbeutete V2 wird in Antwerpen ausgestellt
(Public domain)

Als Hisbollah und Hamas Israel jeden Tag mit Raketen beschossen, war die Reaktion in Europa gleich Null. Und erst wenn Israel mit Angriffen gegen die Abschußplätze der Terroristen reagierte, kreischten europäische Medien ›Völkerrecht‹, ›Apardheitsstaat‹, ›Freiluft-KZ Gaza‹ – und schließlich und rhetorisch endlöslich ›Genozid‹. Die Raketen der vom Iran finanzierten und ausgerüsteten Terrorbanden interessierten die Schreiberlinge bei den Zwangsgeldsendern und ähnlichem nicht die Bohne. Ob Israel vielleicht unter einem ›Raketenschock‹ stehen könnte, fragten sich nur wenige. Ob es ein Recht habe, sich gegen den täglichen Terror zur Wehr zu setzen, interessierte kein Filmsternchen und keinen Weltenretter der Klimamischpoke.

Richtig! – Die Geschosse der Hamas waren deutlich kleiner dimensioniert als die Terrorraketen der Mullahs. Aber für Verletzte und Tote reichten sie allemal. Doch einen jüdischen Staat darf man ungestraft attackieren, so wohl die Meinung all der niederen Dämönchen wie Baerbock, Thunberg und Swinton.

Und als wäre diese militärische Amoral nicht schon genug, haben sich nun auch noch die Götter der Ironie und des Sarkasmus eingemischt: Europa braucht Raketenabwehrsysteme aus Israel, um an seinem Himmel für Sicherheit vor iranischen Raketen zu sorgen, damit radikale Moslems weiter ungestört in den so geschützten europäischen Städten ihren Antisemitismus ausleben zu können. – Und das ist nun wahrhaft schockierend.

Nicht-Alltägliches

Gefälligkeitsgutachten für Antisemiten aus dem Bundestag (pdf)

Analphabeten können nicht Programmieren (pdf)

Donnerstag, 05. März 2026

Wahl zwischen Pest und Cholera – In der Antike wurden die Wahl zwischen zwei Übeln mit dem Bild von der Fahrt zwischen Skylla und Charybdis beschrieben: Zur einen Seite der Oberkörper einer jungen Frau mit sechs Hunden als Unterkörper; zur anderen ein formloses Ungeheuer, das dreimal am Tag die See einsaugt und wieder ausspeit. Wer in ihre Kreise gerät, ist im Grunde verloren.

In der Moderne ersetzte die Rede von der Pest und der Cholera, zwischen denen wir Gottlosen die Wahl haben, die mythologische Metapher. Weniger Nervenkitzel – dafür die Nähe zu zwei Krankheiten, die der Menschheit mit Orgien des Todes nachgestellt haben, bis die Medizin sie ins Sprichwörtliche verstieß. Heute wählen wir zwischen verschiedenen Heilungsmethoden.


Skyllagruppe von Sperlonga
Carole Raddato

Vielleicht ist das ja der Grund, warum Beatrix von Storch, die humorlose Furie der Alternative für Deutschland, die Metapher in so schrecklicher Weise auf den Nahen Osten anwendet. Dort, so die Politikerin, gebe es oft »nur die Wahl zwischen Pest und Cholera«. Die Pest verteilt sie an den Iran; die Cholera an Israel und die Vereinigten Staaten. Etwas genauer: Atomwaffe dort sind die Pest und »eine Militärintervention im Iran mit unklarem Ziel und ungewissem Ausgang« die Cholera.

Mit anderen Worten: Wenn Israel und die USA die Drohung eines atomar bewaffneten Iran ausschalten wollen, dann stehen sie, so jedenfalls Frau Storch, auf derselben krankhaften Stufe wie das Mullah-Regime, das Israel mehr als einmal mit der Auslöschung drohte. Und man muß sich fragen: Wie verkehrt ist denn das?


Britannia zwischen Skylla und Charybdis
James Gillray (public domain)

Irgendwie löst Israel bei deutschen Politikern im Hirn etwas aus, egal aus welcher Partei sie gerade kommen. Plötzlich beginnen sie Unsinn zu reden; outen sich als Antisemiten; legen Maßstäbe an, die ans Übermenschliche grenzen und mit denen sie andere Staaten verschonen. Oder wollte Frau Storch nur, wie man so sagt, auf die Kacke hauen, etwas dramatisieren? – Auch das wäre denkbar und in jedem Fall weniger schlimm.

Natürlich liegt auch eine dritte Erklärung recht nahe: Frau Storch hat die Metapher erst gar nicht verstanden. Dabei läßt sie sich an der Alternative für Deutschland recht gut erläutern. Oder besser: An der Situation des Wählers in Deutschland nach solch unpassenden Sprüchen. Er steht nämlich vor der Wahl, entweder sein Kreuz bei den Parteien der Unterwerfung unter den Islam machen zu müssen, oder bei der AfD, die sich Putin und den Mullahs an den Hals werfen möchte; um des lieben Friedens willen, versteht sich. Und wenn Nicht-Wählen keine Option ist, dann bleibt nur die Wahl zwischen Skylla und Charybdis. Schließlich wollen wir Parteien nicht mit tödlichen Krankheiten auf eine Stufe setzen. Meerungeheuer liegen da näher.

Schiffeversenken vor Sri Lanka – Man muß sich den staubigen Unsinn, den europäische Medien aktuell verbreiten, schon aus den Augen reiben, um ihre Märchen zu erkennen. Aber mitunter reichen auch einige wenige Bilder. So wie dieses von gestern: Der Blick durch das Periskop eines U-Boots zeigt die Versenkung eines Schiffes.

Wenn irgendein Bild den Wechsel der Zeiten, den Gezeitenwechsel der Politik deutlich macht, dann dieses klassische Seekriegsmotiv, hundertfach beschrieben in den beiden großen Kriegen. Eher selten mit Bildern unterlegt, weil technische schwer zu machen, dafür eindringlich in Worte gebannt. Ein ganzes Buch ist der Verfolgung und Versenkung des japanischen Trägers ›Shinano‹ im November 1944 gewidmet und der Angst der amerikanischen U-Boot-Besatzung und dem Moment des Sieges, als der Treffer zu hören ist und das Kreischen des sinkenden Schiffes.

Diese Bilder sind wieder zurück. Ein Torpedotreffer achtern und ein Schiff, das offensichtlich zerbricht. »Die erste Versenkung eines Schiffes durch ein U-Boot seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg«, erklärt das Kommando der US-Navy. Später werden vom iranischen Oberkommando oder dem, was noch von ihm übrig ist, über 80 Tote gemeldet. Und es scheint eine Klage zu sein. 80 Iraner von den Amerikanern getötet. Sie regen sich auf, weil einer ihr 40 jähriges Kriegsgebrüll und die dicke Lippe, die sie nach Terroranschlägen und Fatwas riskierten, endlich an den Tatsachen prüft. Und schon jammern sie los.


Japanisches Torpedo, Type 93
(public domain)

Ja, es sind 80 Tote. Doch es herrscht Krieg. Ein Krieg, den die Machthaber in Teheran unbedingt wollten: »Tod den Juden!«, »Tod Amerika!!« – Nun sterben sie selber. Und irgendwo in der Tiefe wird der kriegerische Geist des Westens wiedergeboren. Die Versenkung eines Kriegsschiffs – »Man o' War« – war immer etwas besonderes; schon weil keine Zivilisten an Bord verletzt werden können. Erinnert sei an die ersten Monate des Ukraine-Kriegs und die Versenkung der ›Moskwa‹. Symbol der erhofften Kriegswende. I-Tüpfelchen auf der Blamage der russischen Militärs in ihrer Spezialoperation.

Die US-Luftwaffe hat die iranische Kriegsflotte praktisch komplett versenkt. Durch Bomben, jetzt durch Torpedos. Die Straße von Hormus dürfte damit bald frei sein. Über dem Himmel von Teheran schießen jüdische Jäger am helllichten Tag eine Maschine der iranischen Luftwaffe ab. Noch so ein Bild. Der Luftraum über dem Iran gehört den beiden westlichen Alliierten.

Wenn die Mullahs klug sind, kapitulieren sie, geben endlich Ruhe und widmen sich dem Gebet.

Mittwoch, 04. März 2026

Die beiden Holocaust-Kofferträgerinnen aus Bremen – Es soll 12-Jährige geben, die ritzen beim Besuch mit ihrer Klasse in einem Konzentrationslager in die Bänke ein Hakenkreuz. Sie wehren sich damit gegen moralisch übergriffige Lehrer, die die Ermordung der Europäischen Juden als eine Art rhetorisches Kapital verstehen, mit dem sie sich über die Schüler erheben wie früher die Pfaffen, wenn sie sich über die Gemeinde erhoben oder eine Gruppe von Konfirmanden.

Und es gibt Politiker der Grünen und der Sozialdemokraten, die leisten sich einen tiefen Schluck Antisemitismus und erklären anschließend, sie wären besoffen gewesen. Oder wie wollen wir nennen, was vor einigen Tagen in Bremen passierte? – Die beiden Politikerinnen Sahhanim Görgü-Philipp und Katharina Kähler spreizten sich stolz mit je einem Holocaust-Koffer, machten ein Selfie und posteten es stolz unter dem Titel »Fertig für heute« ins Netz.

Zugegeben, ich weiß nicht, was ein ›Holocaust-Koffer‹ ist. Ein Reisekoffer nach Auschwitz? Von Auschwitz? Oder aus Auschwitz? – Aber ich bin sicher, daß diese Art von Postings nicht zu der Art Witzen gehört, die man als Politiker der Grünen oder der Sozialdemokraten machen sollte. Jedenfalls nicht, wenn man nicht zugleich zugibt, Juden zu hassen oder zumindest nicht wirklich zu mögen.

Doch die beiden ulkigen Damen, die auf dem Foto aussehen wie die Ladies of Riga nachdem sie den Tiger gefressen haben, machen genau das: Einen bösen antisemitischen Witz. Die eine mit türkischem Migrationshintergrund erklärte: »Gestern habe ich nach der Bürgerschaftssitzung leider spontan ein unangemessenes Foto hier auf Insta geteilt. Das war dumm.« Womit sie fraglos recht hatte, denn ganz so offen wie staatenlose Moslems aus Neukölln dürfen selbst türkischstämmige Bürgerinnen ihre Haltung zu Juden nicht zeigen.


Sahhanim Görgü-Philipp und Katharina Kähler
(Screenshot, youtube)

Noch verkorkster war die Erklärung der Sozialdemokratin: »Das Ganze tut mir aufrichtig leid«, es sei ein »völliger Augenblicksaussetzer« gewesen. – Was an einer Handlung, die daraus besteht, daß man einen Koffer aus Ausstellung zur Ermordung der Europäischen Juden nimmt, sich damit ablichtet und dann das Photo ins Netz stellt – was an dieser Handlungskette ist ein Augenblicksaussetzer? – Richtig. Gar nichts.

Hier sind zwei Frauen aus der politischen Linken ihrem inneren Schweinehund erlegen und haben gezeigt, was sie wirklich über den Holocaust denken. Was bei der vermutlich moslemisch sozialisierten Grünen aus Anatolien nicht wirklich wundert und bei der Sozialdemokratien nur ein wenig weniger.

Daß die Grünen für mehr moslemisches Leben in Deutschland plädieren und dazu einen Antrag im Bundestag eingebracht haben – ›Vielfältiges muslimisches Leben in Deutschland fördern‹, rundet den Vorfall ab. Der Titel ist zwar einigermaßen falsch: Sunniten und Schiiten sind etwa so divers wie Stalinisten und Maoisten; und die kleineren Gruppen glauben auch alle an den einen Koran. Aber die Grünen möchten den Islam in Deutschland verankern. Ist das geschafft, dürfen sie endlich ihre Holocaust-Koffer ungestört durch die Bremer Innenstadt tragen und müssen sich nicht mehr auf einen Augenblicksaussetzer rausreden.

Dienstag, 03. März 2026

88 Moslems wollen ihren neuen Führer wählen – In einem der besten Filme Steven Spielbergs, in ›Krieg der Welten‹, beruhigt Tom Cruise seine Tochter nach einem Blitzeinschlag: »Keine Sorge, der Blitz schlägt nie zweimal an derselben Stelle ein.« – Sekunden später hämmern mehrere Blitze immer in dieselbe Stelle. Das ist witzig; das ist todernst.

Ähnlich erging es dem geistlichen Führer des Iran, Ajatollah Khamenei, an seinem letzten Samstag. Während seine Gefolgsleute am Freitag in Genf mit den US-Amerikanern noch verhandelten und prahlten, daß sie in kurzer Zeit Atomwaffen bauen könnten, stellte die CIA fest, – dieser so oft von Hollywood ins Lächerliche gezogene Geheimdienst –, daß Khamenei nicht am späten Nachmittag, sondern sich schon am Morgen mit der militärischen Führung des Landes treffen wolle.

Die umgehend alarmierten Jets der Israelischen Luftwaffen stiegen so auf, daß ihr Schlag pünktlich zu dem Treffen erfolgte. Und so erledigten sie nicht nur den islamischen Führer, sondern mit ihm wichtige Befehlshaber einer Armee, die bald nicht mehr existent sein wird. Jedenfalls liegen die sämtliche größere Einheiten der iranische Flotte auf Grund; unter anderem eine Drohnen-Träger, der immerhin 40.000 Tonnen verdrängt.

Beim Luftangriff auf Khamenei wurde ein Gebäudekomplex, deutlich kleiner als der Stasi-Komplex in der Normannenstraße in Berlin, in kurzer Folge von 30 Bomben getroffen. Sie schlugen praktisch alle an der gleichen Stelle ein. Wieder und wieder und wieder. Und so ist auch die alte Kriegsweisheit hin, daß Granaten nicht an der gleichen Stelle einschlagen würden – und von Flugzeugen abgeworfene Bomben schon gar nicht.

Und drei Tage später trifft sich ein Gremium aus 88 islamischen Führungsfiguren, um ihren neuen Führer zu wählen; diesmal im heiligen Ghom. Und wieder sind die Israelischen Bomber zur Stelle. Ob es Verletzte gab? Tote? – Jerusalem schweigt. In Teheran wird behauptet, es sei niemand verletzt. Doch das ist gar nicht der Punkt.

Wenn jüdische Bomber in Teheran und in den Weiten des Landes alles treffen, was sie treffen wollen; und das ohne eigene Verluste. Wenn sie den Teufel auch in der Nähe heiliger Stätten austreiben können. Wenn es der klerikalen Führung des islamischen Terrorstaates nicht einmal mehr gelingt, sich unbeobachtet und ungestört zu treffen, um einen neuen obersten Führer zu wählen – dann steht es schlecht um den Staat. Dann wird es Zeit, sich einen Dönitz zu suchen.

Montag, 02. März 2026

Es geht immer noch tiefer mit der Linken – Nachdem die Kampfjets der israelischen und amerikanischen Luftwaffen – »the two best air forces in the world« nennt sie ein Kommentator in der ›Jerusalem Post‹ – mit ihren Angriffen gegen das Terrorregime in Teheran begonnen hatten, kam die Linke aus ihren Löchern. Als hätte das Feiern mit den mörderischen Sadisten der Hamas, als hätte der blanke Antisemitismus der von Akens und Reichinneks nicht gereicht, und protestierten gegen die Angriffe und sie, diese Sippschaft der Mauermörder, stellte sich vor den beseitigten Khamenai, von dem sie noch nicht wußten, daß er bereits nach wenigen Stunden aus dem Weg geräumt wurde.

Die Linke bleibt sich also treu: »Israel und USA beginnen erneut Krieg gegen den Iran« titelt das ›Neue Deutschland‹. Erneut?!? – Damit ist der 12-Tage-Krieg vom letzten Sommer gemeint. Im Verständnis der Links-Faschisten handelte es sich also damals ebenfalls um einen von Israel begonnenen Krieg – und nicht etwa um einen Krieg, den die Hamas am 7. Oktober 2023 begann. Aber die Sadisten der Hamas sind ja die Guten, darf man wohl schließen, denn sie beginnen keinen Krieg. Der Rest des Beitrags liest sich, als sei er wie früher in Moskau in Teheran aufgesetzt worden.

Die Parteispitze ist nicht besser. »Es steht zu befürchten, dass Israel und die USA einen Regimewechsel herbeibomben möchten«, heult Jan van Aken, der linke Gewalt für berechtigt hält, weil sie der Gemeinschaft dient. – Und jetzt: Zu befürchten? – Offenbar sorgt sich Herr Aken um das Überleben des islamischen Regimes. Wenn schon keine sozialistischen Terrorstaaten, dann wenigstens ein bißchen islamische Gewaltherrschaft.

Der Mann ist herzerfrischend offen. Während die ›taz‹ die Linke zu retten versucht, indem sie im Fahrwasser von Eva Illouz auf die nicht-islamischen Teile verweist, stellt sich Herr van Aken hemmungslos auf die Seite der Mörder. Die vermutlich bis zu 40.000 toten Iraner sind dem Chef der Linken ganz offensichtlich egal. Es wundert nur, daß das jemanden wundert.

Und seine Co-Chefin Frau Reichinnek hält ohnehin Händchen mit den Moslembrüdern – ein längerer Aufenthalt im Orient scheint ansteckend zu wirken. »Mit Islamisten reden«, will sie. Ja, die Positionierung ist schon lange bekannt. Allerdings haben es die Linken auch hier mit Hilfe der Medien geschafft, die Wahrheit über die Links-Faschisten zu vertuschen.

Mich erinnert die Haltung der Linken im Outfit einer Brechtschen Hafennutte an einen aufrechten Linken, dem 1978 die Ankunft Khomenis Tränen des Glücks in die Augen trieben. Kurz darauf begann das Morden der Islamisten. Die Tudeh, die kommunistische Partei des Iran, wurde ausgelöscht und blieb ausgelöscht.

Und natürlich legt auch der Fraktionssprechen der Linken nach. Und womit wohl? – Mit dem Völkerrecht. Indirekt versteht sich: »Das Völkerrecht spielt dabei mal wieder keine Rolle.« Er sprach weiter vom »Pulverfass eines Krieges, der verheerende Folgen für den Mittleren Osten und darüber hinaus haben wird« – seltsam nur, daß die Iraner die Angriffe feiern. Während die Linke sich vor das Regime stellt und mit Islamisten reden will, wie Frau Reichinnek.

Das Schöne daran – es ist so wichtig wie der berüchtigte Sack Reis, der in China umfällt. Die Partei der Mauermörder spielt keine Rolle. Deutschland spielt keine Rolle. Und Europa ebenfalls nicht. Wie gut, daß das so ist.

Sonntag, 01. März 2026

Der perfekte Luftkrieg – »Alter Mann, du stinkst nach Angst und Pisse« – so die Rote Frau aus ›Game of Thrones‹ zu ihrem schärfsten Gegner. Und wenn der islamische Geistliche Ayatollah Ali Khamenai und die drei europäischen Politiker Friedrich Merz, Keir Starmer und Emmanuel Macron etwas gemeinsam haben, dann ihre abgrundtiefe Feigheit und ihre Angst.

Khamenai, weil er aus sicherer Entfernung Terror verbreitet, Demonstranten niederkartäschen läßt und Frauen, die sich nicht nach seinen Regeln verhüllen, auspeitschen. Er ist ein alter, lahmer Widerling, der nach Pisse stinkt, und zu dem nur seine engsten Berater und einige Linke stehen – nun ist er, endlich, endlich!, wenige Stunden, nachdem die Luftangriffe gegen den Gottesstaat Iran, diesen satanischen Staat, begonnen haben –, tot. Und ausgerechnet US-Präsident Donald Trump verkündet Khamenais Tod. Welch eine Demütigung Europas und seiner links-grünen Elite.

Bleiben die, die noch etwas taufrischer sind. Sie, Merz, Starmer und Macron, sie stinken noch nicht nach Pisse, aber nach Angst. Ebenfalls wenige Stunden nach Beginn der Luftangriffe erklären sie gegenüber der Welt gemeinsam: »Wir waren nicht an den Militärschlägen beteiligt«. Haben die drei Angst, daß die Islamisten eine ihrer ballistischen Langstreckenraketen Richtung Berlin abfeuern könnten? Oder Richtung Paris? Gar auf London?

Wie erbärmlich! – Statt einer Solidaradresse an Israel, statt einer Unterstützungserklärung Richtung Amerika – diese widerwärtig feige Abweisung jeder Beteiligung durch die politischen Spitzen der ehemaligen Großmächte Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Und da wundern sie sich, daß man in Washington überlegt, nicht mehr für die Europäer den Kopf hinzuhalten. Von der deutschen Staatsraison gegenüber Israel, diesem leeren Versprechen, will ich gar nicht erst reden.

20 Jahre hat Europa mit den Mullahs verhandelt, ihnen gratuliert, wenn ihr Staat weitere 10 Jahre Bestand feiern konnte. Vergebliche und nutzlose Verhandlungen, die Teheran nur näher an die Atombombe brachte, die sich die Mullahs so sehnlichst wünschten. Nun machen jüdische und amerikanische Kampfjets und Cruise Missiles dem Regime den Garaus. Und die Art und Weise revolutioniert die Kriegskunst der Moderne, wie schon der 12-Tage-Krieg im vergangenen Sommer gezeigt hat.

Die Idee eines perfekten Luftkriegs ist über 100 Jahre alt. Im Ersten Weltkrieg versuchte sich die Deutsche Luftwaffe mit Angriffen auf London. Ihre Luftschiffe trafen nicht viel, wurden dafür aber selber, langsam und groß wie sie waren, schnell und wirksam getroffen. 1940 der nächste Versuch gegen London mit einem ähnlichen Resultat. Vor allem trafen die Bomber nicht das, was sie treffen wollten; auf der Gegenseite waren die Bomber nicht besser; die im Pazifik eingesetzten B-17 trafen ein einziges Schiff und sonst nur den Pazifik. Korea und Vietnam – keine Taktik führte ins Ziel. Und an den Flächenangriffen klebt bis heute der Vorwurf des Mordens.

Auf dem Balkan änderte sich das Ergebnis in den 1990er Jahren. Während die russische Luftwaffe in Grozny die gesamt Stadt einäscherte, flogen die Nato-Jets gezielt Angriffe gegen Brücken und Botschaftsgebäude. Die Bewohner standen am Ufer der Donau und schauten zu, weil sie wußten: Die treffen.

Und nun die Steigerung: Die Israelische Luftwaffe fliegt innerhalb weniger Stunden am helllichten Tag, quasi im Berufsverkehr, mit 200 Maschinen 500 Einsätze – und trifft ausnahmslos Gebäude und Einrichtungen des islamischen Regimes. Auf den Straßen Teherans stehen die Menschen im Stau, steigen aus ihren Autos und schauen zu wie Statisten in einem Hollywood-Streifen.

Das Bild mit dem zerbombten Regierungspalast Khameneis dürfte bald zu den historischen Kriegsphotos zählen. Die Luftwaffen Israels und der USA haben erreicht, was die Theoretiker des Luftkriegs sich wünschten: Sie haben in wenigen Stunden viele Befehlshaber des Gegners getötet. Israel hatte im 12-Tage-Krieg die Vorlage für das geschrieben, was in den nächsten Tagen passiert. Der Terrorstaat par excellance, die Islamische Republik Iran, und seine Terrornetzwerk werden vernichtet.

Die Nachricht ist eine doppelte: Wir vernichten den, der uns vernichten will. Und wir, anders als ihr, können das auch. Gegen diese Präzision wirkt das erfolglose Stochern der russischen Luftwaffe über der Ukraine wie ein Krieg aus einer längst vergangenen Zeit.

Und allein Europa steht noch dümmer da.

Samstag, 28. Februar 2026

»Das Volk Israel ist stark« – »The people of Israel are strong. The IDF and the Air Force are strong. The strongest power in the world stands with us« – mit diesen Worten begrüßte der Oppositionsführer im Israelischen Parlament die Angriffe der Israelischen Luftwaffe gegen Ziele im Iran: »Das Volk Israel ist stark. Die IDF und die Luftwaffe sind stark. Die stärkste Macht der Welt steht hinter uns.«

Und was sagt Europa, was die Europäische Gemeinschaft, wenn Israel sich nach Jahren der existenziellen Bedrohung durch die islamischen Faschisten in Teheran, wehrt? – Die ehemalige Ministerin für Verteidigung Ursula von der Leyen nennt die Entwicklung »äußerst besorgniserregend«. Aber nennt sie auch einen Gegenvorschlag, nachdem sie und ihre Entourage und ihre Vorgänger und deren Entourage sich Jahrzehnte ergebnislos mühten, den Iran beim Griff zur Atombombe zu behindern? – Natürlich nicht.

Unterstützung für die vollkommen berechtigten Angriffe auf das Terrorregime? Eine Solidaritätsadresse an die Iraner? Fragen, ob und wie Unterstützung geleistet werden könne? – Nichts dergleichen. Nur das übliche Geschwätz aus einer Verwaltung; kein Hinweis auf die vermutlich 40.000 bei den Protesten im Januar ermordeten Iraner. Nicht einmal ein richtiger Satz gelingt Merkels Uschi: »Wir rufen alle Parteien auf zu größtmöglicher Zurückhaltung, Zivilisten zu schützen und das Völkerrecht zu achten«.

Offenbar lebt die Dame hinter der Zeit. Das Völkerrecht ist schon seit Jahren passe und nur noch das Feigenblatt für Feiglinge. Und diese Mischpoke erwartet Unterstützung aus den Vereinigten Staaten. Da weiß man nicht: Soll mal Heulen oder Lachen?

Wie anders der Oppositionsführer in Israel. Nach einer geradezu kaiserlichen Botschaft an seine Landleute: »In moments like these, we stand together – and we win together. There is no coalition and no opposition, only one people and one IDF, with all of us behind them«, wendet er sich an die Iraner: »You are not our enemy. We have followed your protests with admiration and respect.« – »Ihr seid nicht unsere Feinde. Mit Anerkennung und Respekt verfolgen wir eure Proteste.«

Nun kann man nur hoffen, daß die Liste getöteter Führungspersonen des Regimes in Teheran schnell lang wird und die Raketensilos zerstört werden. Die Enthauptungsschläge im vergangenen Sommer erwiesen sich gegenüber den islamischen Terrorgruppen als äußerst effektiv. Hamas und Hisbollah sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Mögen die Iraner sich endlich von den islamischen Teufeln befreien.

Einen Erfolg vorausgesetzt entstünde eine weit größere Macht, die ohne den Islam als Klotz am Bein mehr Einfluß gewönne als das islamische Terror-Regime. Ob das im Interesse Europas wäre, bleibt dahingestellt, denn ein Outlaw, der froh ist über jeden, der ihn unterstützt, ist für ein in Helfermentalität versinkendes Brüssel weit passender als ein selbstbewußter Iran, der in die Fußstapfen Persiens tritt.

Eine Brandmauer um die Gerichte – Ein guter Bekannter, der für einen Geheimdienst und für den Glauben unterwegs ist – und man wundert sich, wie gut das eine zum anderen paßt! – sagte mir einmal: Wer vor Gericht geht riskiert, zweimal zu verlieren. Indes man beim Eilantrag vorm Kölner Verwaltungsgericht, das der Alternative für Deutschland vorläufig Recht gab, und dem Verfassungsschutz, die Partei als gesichert rechtsextremistisch einzustufen und zu behandeln, umgekehrt folgern kann: Wer vor Gericht zieht kann auch zweimal gewinnen. Zum einen, weil die AfD nicht mehr gesichert rechtsextremistisch genannt werden darf – und weil eine denkbar neutrale Instanz das erklärt. Auf sie kann sich die Partei nun berufen.

Die Reaktionen im politischen Deutschland reichten vom überraschenden Statement aus den Zwangsgeldsendern bis zur Spuk- und Haßtirade aus der ›taz‹, die gleichsam zum Bürgerkrieg rief, indem sie die Bürger aufforderte, »auf die Straße zu gehen« - sozusagen als Ersatz für reguläre Wahlen. Bemerkenswert ist die Kehrtwende beim ÖRR: »Das Gericht hat mehr oder weniger klargemacht«, heißt es, »daß das tausend Seiten lange Gutachten nichts weiter ist als bedrucktes Papier mit überschaubarer Aussagekraft.« Eine Einschätzung, die dem entspricht, was der Chef des Verfassungsschutz Thüringen schon einmal mit der offenbar polemischen Rede von einer »dünnen Suppe« meinte, als er von demselben Gutachten sprach, das nun in Köln droht, im Abguß zu landen.


Berliner Mauer 1986
(Noir)

»Und das«, betont die Kommentatorin im ÖRR, in der allerdings bemerkenswerten und wichtigen Erkenntnis: »Und das, obwohl die AfD seit Jahren auch in einem gewissen Umfang nachrichtendienstlich behandelt werden kann.« – Vergeblich gewühlt und gebuddelt! Wie im Goldrausch machen nur die Spatenhersteller Gewinne.

Was nun aber viele Kritiker vergessen: Nicht nur das Sehnsuchtsprojekt der politischen Linken bis hinein in die SPD: Der Verbotsantrag gegen AfD hat sich höchstwahrscheinlich erledigt. – Daß das Kölner Gericht im Hauptverfahren gänzlich anders entscheidet ist kaum zu erwarten. – Auch und vor allem die Brandmauer steht damit so dumm da wie der anti-faschistische Schutzwall, mit dem das Ostberliner Regime anno 1961 den Frieden absichern wollte. Jeder wußte, daß die Berliner Mauer mehr einer KZ-Anlage entsprach als einem Schutzwall. Und jeder weiß jetzt, daß die Show mit der Brandmauer allein dem Machterhalt der politischen Linken dient. Mal sehen, wann eine Brandmauer um unbotmäßige Gerichte verlangt wird.

Wenn aber die Brandmauer fällt, dann dürfte es mit soliden rot-grünen Mehrheiten, getragen von einer liederlichen Union, die noch immer an Angela Merkel festhält, sehr schnell vorbei sein. Und mit ihnen werden auch die einseitigen, politisch motivierten Verfassungsschutzgutachten Geschichte. Wir werden nichts mehr davon hören, daß Minarett- und Kopftuchverbote dem Grundgesetz widersprechen. Personen, die kriminell sind oder ohne Aufenthaltsberechtigung in Deutschland leben, fahren umgehend nach Hause.


Mauerreste Berlin, 2004
(public domain)

Das genau steckt in dem Urteil, wenn es auch in der Hauptsache Bestand hat. So gesehen macht der Rechtsstaat mit dem Verfahren Politik. Und er funktioniert, besser: er lebt. Und noch deutlicher: Alle reden vom Sterben der Demokratie – die sich doch in Wirklichkeit als sehr viel resistenter erweist, als auch ich mitunter befürchte. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa. Nur bekommen wir sie eben nicht einfach geschenkt. Bürgerrechte sind nicht das gleiche wie Bürgergeld.

Freitag, 27. Februar 2026

Von wegen Relotius-Moment des ZDF – Am 4. Juni 1942 trafen vor dem westlich von Hawaii gelegenen Midway japanische und amerikanische Flugzeugträger in der gleichnamigen Schlacht aufeinander und innerhalb von buchstäblich 5 Minuten verlor Tokio den Krieg. Midway gehört wohl zu den bestdokumentierten Schlachten sämtlicher Kriege. Minutiös sind die Kurse und Flüge gerade der amerikanischen Verbände aufgezeichnet worden. Die Dramatik hätte jeden antiken Geschichtenerzähler zu einer schier endlosen Folge von Versen animiert. Heldentum und kalte Vernunft, Arroganz und Feigkeit finden in ihr zusammen.

Trotzdem gibt es so gut wie kein Foto der japanischen Träger aus der Schlacht von Midway. Sie wurden mehr als versenkt – sie sind aus der Geschichte verschwunden. Und weil das so ist, konnte sich bei aller Treue zum letzten Detail bis 2006 die Vorstellung halten, kurz vor ihrer Vernichtung durch Feuer hätten auf den Decks der Träger japanische Kampfflugzeuge startbereit auf das Startsignal gewartet. Es war ein Bild voller Dramatik: Der schußbereite Kämpfer wird beim Ziehen seines Revolvers erledigt. Doch es war falsch.


Japanischer Träger 'Hiryū' vor Midway
(public domain)

Es war nicht gefälscht. Vermeintlich zuverlässige Augenzeugen hatten dieses Bild der startbereiten Maschinen erzählt. Doch es hat diese Konfiguration niemals gegeben. Und was es gleichfalls nicht gab: Photos von den Decks der Träger kurz vor dem tödlichen amerikanischen Hieb. Einge wenige Luftaufnahmen, geschossen aus von einer US-Maschine, zeigen zumindest die Flugdecks – leer.

Photos hätten Beweiskraft gehabt. Und vielleicht würde heute eine KI mit dem Generieren von Bildern beauftragt. Tatsächlich geistert im Internet ein Photo, das die Versenkung eines der japanischen Träger – der ›Kaga‹ – zeigen sollen. Es ist eine Kollage aus ›Kaga‹ und dem Qualm des brennenden US-Trägers ›Lexington‹, der am 8. Mai 1942 versenkt worden war. Da hatte wohl jemand Sinn für Humor.


Japanischer Träger 'Kaga' vor Midway, Fälschung
(Screenshot, facebook)

Wenn also das ZDF, wie es mittlerweile zugesteht, Bilder über den Einsatz der Immigrationspolizei ICE ins Internet stellt, die generiert worden sind, und daher nichts darstellen, was mit einer Wirklichkeit zu tun hat, dann schaffen sie mehr als nur eine Fälschung. Sie versuchen Realitäten zu schaffen, die es nicht gibt. Und als wäre das nicht genug, rechtfertigen sie ihre Untat unverfroren mit dem Hinweis, daß es vergleichbare Realitäten ja gäbe.

Damit aber unterscheidet das ZDF sich von jenem Relotius, von dem gerade alle mal wieder sprechen. Verglichen mit der kriminellen Energie der Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Senders, ist der ehemalige Mitarbeiter des ›Spiegel‹ ein Kleinkrimineller. Der hatte bloß versucht, Geld mit erfundenen Geschichten zu verdienen. Er war, wenn man so will, ein schnöder Geldfälscher – das ZDF bringt Falschgeld unter die Leute mit dem Hinweis, es stelle doch echtes Geld dar.

Mehr noch: Die Mitarbeiter des ZDF haben ganz bewußt Bilder als Abbilder von Realität verbreitet, obgleich sie wußten, daß es die gezeigte Realität nie gab. Sie haben nichts daran verdient. Sie waren allein durch ihre Ideologie getrieben, die sich, um es in Anlehnung an Hegels Diktum, »umso schlimmer für die Tatsachen« zu sagen, um die Realitäten nicht kümmert.


Japanischer Träger 'Kaga' vor Midway, Diorama
(public domain)

Wer so handelt, wer im Interesse einer Ideologie Realitäten erfindet, der hat keinen Relotius-Moment, – der steckt ganz tief im Glauben an seine Ideologie, für die er jede Lüge zu verbreiten bereit ist. Er ist von jenen Propagandisten, die in Berlin und Moskau das Sagen hatten und noch immer haben, nicht zu unterscheiden. Denn auch die haben Bilder verfälscht in dem festen Glauben, ihre Ideologie throne über jeder Realität.

Die KI-generierten Bilder des ZDF spielen nicht die Rolle, Realität zu dokumentieren – sie dokumentieren die Realität, wie die Ideologen des ZDF sie darstellen wollen. Sie gehören in die gleiche Kategorie, wie die Lügenwörter ›Klimaleugner‹, ›Seenotretter‹ oder eben ›KI-generiert‹ – was suggeriert, die KI habe die Bilder geschaffen und nicht ein linker Betrüger.

Wenn das ZDF die verantwortliche Redakteurin nun ablöst und vom Relotius-Moment redet, liegt es daher vollkommen falsch. Die KI-generierten Bilder zeigen das ZDF als ideologisch getriebenes Medienunternehmen, das von Zwangsgeldern lebt und keine Hemmungen kennt. Es steht der ›Prawda‹, dem ›Völkischem Beobachter‹ und dem ›Neuen Deutschland‹ sehr viel näher, als jedem bürgerlichen Blatt, das sich in Realitätsfindung übt.

Mittwoch, 25. Februar 2026

Antisemitismus und Kunst-Schickeria – Spätestens seit Richard Wagner wissen wir, daß Antisemitismus in der Kulturszene durchaus zum guten Ton gehört. Und um es kurz zu machen und Godwin Gesetz zu erfüllen: Hitler war bekanntlich auch beides: Künstler und Antisemit. Da gehört offenbar etwas zusammen und kommt auch immer wieder zusammen.

Diesmal und wieder einmal bei der Berlinale. Ein syrischstämmiger Filmemacher baut sich vor dem erregten Publikum auf und kramt die Fahne eines Staates hervor, den es nicht gibt und wohl auch nie geben wird. Zwar reagierte die Politik in diesem Jahr schneller und der Umweltminister verließ umgehend den Saal – ein Sozialdemokrat mit ein wenig Ehre in den Knochen; das erlebt man nicht oft in diesen dunklen Tagen.

Die anderen feierten den Macher des Streifens ›Chronicles from the Siege‹ und natürlich tönte es wieder »From the river to the sea, Palestine will be free« – eine Parole, die, wenn man es geographisch nimmt, bald Wirklichkeit werden wird. Dann wenn Israel den Gaza und das Westjordanland endlich sein Staatsgebiet nennt.


Filmemacher Al-Khatib auf der Berlinale
(Screenshot, WELT)

Woher indes diese Liaison von Kunst und antisemitischem Haß? – Eva Illouz, die sich zur politischen Linken rechnet, hat sich die gleiche Frage in Bezug zur politischen Linken, allerdings mit einer etwas anderen Begrifflichkeit, gestellt. Ihre Antwort ist einfach: Das, was sie Französische Theorie nennt, also Derrida, Foucault und Gefolge, hat das Denken vieler Linker von der Realität abgekoppelt. Sie suchen nur noch nach Strukturen der Macht; falsifizieren oder gar verifizieren kommt ihnen nicht in den Sinn. Im Gegenteil: Wer es von ihnen verlangt, übt Macht aus und ist aus dem Rennen.

Anschließend werden Diskurse zu einem symbolischen Wettlauf. Wer zuerst ›Macht‹ ruft, der hat über den Angeklagten gesiegt. Und wenn der Verurteilte auch noch dazu steht, Macht auszuüben, etwa, wie im Fall Israel, um sich zu verteidigen, ist er in der Theorie unrettbar verloren. In diesem Schema von Theorie – falls man Theorie nennen möchte, was in Wirklichkeit nur das Dampfablassen von unterbeschäftigten Intellektuellen ist –, findet nunmehr alle Verachtung ihren unbegrenzten Freiraum, in dem sie sich austoben kann; Sadismus inbegriffen. Mit Israel und seinen Juden an allererster Stelle.


Riefenstahl und Heinrich Himmler (links)
Bundesarchiv, Bild 152-42-31

Illouz liegt in ihrer Analyse der ›French Theory‹ durchaus richtig, ignoriert jedoch, daß schon die politische Linke in eben diesen Bahnen gedacht hat. Aber das muß uns für diesen Moment nicht interessieren. Es geht um antisemitische Künstler.

Und die waren schon immer der ›Französischen Theorie‹ wohlgesonnen. Schließlich machen die mit ihren Texten, was die meisten Künstler mit ihren Leinwänden seit Jahrzehnten machen: Sie bedeutungsschwanger beschmieren. Und Regionen zu betreten, in denen man sich emotional austoben kann, dazu muß man einen Künstler nicht erst bitten. Emotionen – je extremer umso besser – sprechen ihm aus der Seele.

Und so wissen diese Künstler zwar nicht, wo der ›river‹ liegt und die ›sea‹ – aber ihr Herz klopft und fiebert für die richtige Seite. Vielleicht ist es überhaupt zu viel gesagt, sie seien Antisemiten. Vielleicht ist ihr Objekt des Hasses dem Zufall geschuldet. Wer Tilda Swindon sieht, dem fallen nicht nur die Omas gegen Rechts ein, sondern auch zugedröhnte Junkies im Blutrausch.


A.Hitler: Wien Hofoper, Aquarelliert
(public domain)

Aber ich sage vielleicht. Denn eigentlich steht der jüdische Staat für alles, was sie nicht können. Er spiegelt ihre Belanglosigkeit. Leinwandhäschen und Installateure, die im Ernstfall in Gaza keine halbe Stunde am Leben blieben. Nur im gesicherten Kinoambiente, wohlsubventioniert, können sie für kurze Zeit machen, was sie wollen. Unter anderem gegen Israel hetzen.

Wenn Kulturstaatsminister – wieso klingt dieser Titel wie aus vergangenen Tagen? – wenn Kulturstaatsminister Weimer der Berlinale nun womöglich das Geld streicht, handelt er richtig. Denn an dieser Stelle schmerzt es die Kunstschikeria am meisten. Unfähig, sich mit einer regulären Arbeit zu verdingen, versacken sie und werden vergessen, denn fast alle spielen in Filmen, die ohne Filmförderung das Dunkle des Kinos niemals verließen.

Dienstag, 24. Februar 2026

Ukrainekrieg: Aus den Medien, aus den Sinnen – Auf den Tage genau vor vier Jahren, am 24. Februar 2022, begann der Angriffskrieg Rußlands gegen das Nachbarland Ukraine. Europa steckt noch in der Corona-Pandemie, da beginnt weit im Osten ein Krieg wie kein zweiter nach dem Zweiten Weltkrieg.

Heute vor vier Jahren – kein schlechter Zeitpunkt, um sich deutlich zu machen, daß dieser Krieg fast so lange dauert wie der Erste Weltkrieg. Doch in Erinnerung bleiben nur die groben Züge. Die Blitzkriegphase nachdem die Russen die Grenzen überschritten haben. Die Truppen des Kreml stehen vor Kiew; sie stoßen auf Charkiv vor; auf Odessa. Ich hätte nicht viel auf die Standfestigkeit der ukrainischen Verbände gegeben; auch wenn ich zumindest aus der Geschichte um die gleichsam kriegskulturellen Schwächen Rußland weiß. Moskau kann Bewegungskrieg nicht, hat ihn nie gekonnt, weil es ihn auch nicht können mußte. Die strategische Tiefe gibt viel Raum für Fehler und Fehleinschätzungen.

Und dann bricht der Angriff an allen Fronten zusammen! In schnellen Schlägen erteilen die ukrainischen Truppen dem Angreifer eine schmerzhafte Lektion. Zum ersten Mal wird aus Moskau mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Die Unterstützung aus dem Westen kleckert Richtung Kiev. Immer zu wenig und das Wenige immer zu spät.

Irgendwann stabilisiert sich die Front und Rußland erobert eingekesseltes Terrain. Zugleich erweist sich die Russische Flotte als das, was sie immer schon war. Ein Haufen seeuntüchtiger Seelenverkäufer. Im Spätsommer und Herbst verlaufen die Gegenangriffe der Ukrainer sich im Schlamm der Ostukraine. Anschließend beginnt, was im Ersten Weltkrieg als Stellungskrieg in Erinnerung blieb. Die Landschaften ähneln sich immer mehr. Und der Krieg beginnt, je weiter westlich man schaut, an Interesse zu verlieren. Zumindest wissen die meisten Deutschen nun, wo die Ukraine denn überhaupt liegt in Europa. 1945 war das einmal anders gewesen. Und erst recht 1918.

Kriege hinterlassen Kurzfassungen der Abläufe. Sie scheinen aus schnellen Abläufen zu bestehen, wenn man dem Rückblick traut. Tatsächlich bestehen sie wie jedes Jahr aus 365 Tagen und die meisten sind mit kleinen Gefechten gefüllt, für die niemand in den Tod gehen will. So geht das seit weit über zwei Jahren. Nichts Neues im Osten.

Andere Kriege überlagern den eben noch aktuelle. In wenigen Tagen werden die USA und Israel das Mullah-Regime im Iran attackieren. Dann wird der Krieg in der Ukraine noch weiter in den gewohnten Alltag gedrängt. So wie Vietnam ab 1965, als die Nachrichten wieder und wie die Karte mit dem langgestreckten Land zeigten und die Bomber aus den die Bomben trudelten. Heute ist es seit vier Jahren der weite Bogen der Ostfront. Die Fronten verschieben sich kaum. In den vergangenen drei Tagen haben die Ukrainer Gebiete zurückerobert. Aber wer will das noch wissen. Die Medien bringen es nicht. Sie warten auf den nächsten Krieg im Nahen Osten.

Montag, 23. Februar 2026

Wenn die USA Rettung vor deutschen Behörden versprechen – Ganz offenbar widersprach die Niederschlagung der Proteste im Iran den erklärten Menschenrechten; auch die Meldestellen in Deutschland widersprechen ihnen, weil sie das Recht auf freie Meinungsäußerung garantieren; und die Corona-Maßnahmen wie Maskenzwang und Impfpflicht sowieso.

Wenn die Bürger eines Landes erleben, wie der Staat ihnen ihre Rechte nimmt, dann finden sie in aller Regel recht bald keine Unterstützung mehr im eigenen Land. Und daher wenden sie sich ans Ausland; bevorzugt die Vereinigten Staaten, denn die gelten – Hetztiraden europäischer und linker Politiker hin oder her –, die USA gelten noch immer als Bewahrer demokratischer Rechte der Bürger. Und eben nicht Brüssel und die lokalen Regierungen in Paris oder Berlin.

So gesehen ist Europa, seit die Trump-Regierung offen gegen die autoritären Züge in zumindest einigen Ländern Europas opponiert, in die Lage Osteuropas unter der Herrschaft Moskaus gerutscht. Und weil das ist, reagieren Brüssel und Co so empfindlich. Der getroffene Hund heult eben auf.

Wenn das US-Gesundheitsministerium jetzt eine Clearing-Stelle für deutsche Ärzte eingerichtet hat, damit dort die Fälle Deutscher Staat ./. deutsche Ärzte gebündelt werden können, erreicht diese Unterstützung durch die Vereinigten Staaten ein neues Niveau. Der amerikanische Staat als Anlaufstelle, um seine Rechte gegen die Ansprüche übergriffiger deutscher Behörden durchzusetzen. Konkret:

In Deutschland wurden hunderte Ärzte wegen Vorstößen gegen Masken- und Impfpflicht verurteilt; einige mußten sogar ins Gefängnis. Erst im vergangenen September wurde das Urteil gegen eine Ärztin bestätigt, die unter anderem wegen ausgestellter Gefälligkeitsatteste zur Befreiung von der Maskenpflicht, zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Daß die Maskenpflicht von 2020 nutzlos und damit de facto verfassungswidrig war, störte die Richter nicht weiter.

In den USA rangieren Bürgerrechte deutlich höher; ein Grund für viele Europäer, in den letzten drei Jahrhunderten in die USA auszuwandern. Mit der Unterstützung durch den amerikanischen Staat wird die Lage der Ärzte deutlich besser. Wie die Neue Züricher Zeitung berichtet, ist das Interesse an der Clearing-Stelle sehr groß.

Natürlich reagierte die deutsche Gesundheitsministerin umgehend. Allerdings verhedderte sie sich ebenso umgehend im Gespinst der Corona-Mythen, als sie behauptete, »nur bei Betrug und Urkundenfälschung« wäre es zu Verfahren gekommen. Ein harter Vorwurf, der vermutlich überdies falsch ist. »Viele der betroffenen Ärzte wurden lediglich wegen Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse verurteilt«, erklärte ein Anwalt der Ärzte.

Eine Amnestie für aller Ärzte und andere Opfer staatlicher Maßnahmen während der Corona-Pandemie? – Wohl nicht in Deutschland. Wenigstens nicht bisher. Aber vielleicht ändert sich ja etwas, wenn die Behörden merken, daß ihnen mit den USA ein härterer Gegner ins Haus steht. In Teheran weiß man darum; in Berlin und Brüssel ahnt man es erst.

Sonntag, 22. Februar 2026

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr – Der Charakter einer Religion wird durch die überlieferte Sprache und ihre Bilder geprägt; Bilder im Sinne einer Metapher. Deutlich macht das eine der bekanntesten Wendungen aus dem Neuen Testament: »Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.«


Griff an Kirchentür von St. Dionysius (Schwerfen)
© Raimond Spekking

Vermutlich wird sich Frau Reichinnek, wenn sie diese Passage aus Matthäus 19,24 liest, neben ihr Luxemburg-Tattoo gleich noch eines von Jesus einstechen lassen. Mit dem Satz kann sich – Audi 8 hin, Audi 8 her – wahrscheinlich jeder aufrechte Linke anfreunden. Schließlich kommen die Reichen, schon weil sie erschossen werden nachdem der Staat sie enteignet, nicht in den Sozialismus egal welcher Provenienz. Und selbst, wenn berücksichtigt wird, daß Jesus seine Bemerkung etwas anders gemeint hat; eher im Sinne von: Reichtum reicht nicht, um in den Himmel zu gelangen; was schon fast das Gegenteil ist: Das Christentum hat zumindest propagandistisch immer zum Pauperismus gehalten und damit die Saat des Sozialismus ausgestreut. Und mit Doppelmoral hinsichtlich Reichtum konnte die Kirche so gut umgehen wie die politische Linke: Der Audi ist ein geleaster Dienstwagen der Fraktion – als machte das die Sache besser. Aber die Genossen wollen mit dem Schlitten ja auch nicht in den Himmel.

Während das Christentum vor die Reichen ein Nadelöhr baut, damit sie nicht ins Reich Gottes gelangen, dient das Nadelöhr im Islam einem zumindest einen ähnlichen Zweck: Es hält die Ungläubigen auf Distanz. »Denen, die unsere Zeichen für Lüge erklären und sie hochmütig ablehnen«, verkündet Sure 7 in Vers 40 drohend, »werden die Tore des Himmels nicht geöffnet, und sie werden so lange nicht ins Paradies eingehen, bis ein Kamel in ein Nadelöhr eingeht. So bestrafen wir dereinst die Sünder.« Also nichts neues im Koran: Die Gläubigen gelten als die bessere Klasse. Wen wundert es, daß Linke und Grüne mit ihnen paktieren. Jesus hat sich anderes bei seinen Worten gedacht; was kümmerts Moslems und politische Linke. Abgrenzung durch Ausgrenzung gehört zu ihren Glaubensgrundfesten.


Безбожник у станка
(public domain)

Wie anders im jüdischen Glauben. Das Bild von der Unmöglichkeit etwas zu großes durch ein Nadelöhr zu fädeln bleibt ganz im logischen Rahmen eines Gedankens und einer ganz anderen Frage: Wie ergründe ich die Gedanken meines Herzens? – Ich kann es Gott überlassen. »Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich’s meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.« Oder, in einer sowohl alten als auch modernen Art und Weise, meine Träumen lesen lernen. »Denn im Traum«, so das Traktat Berakoth, 55b, des babylonischen Talmud, »wird einem keine goldene Palme gezeigt noch ein Elefant, der durch ein Nadelöhr geht.« Mit anderen Worten: Träume enthalten nur Bilder, die ins Denken eines Menschen eindringen können.

Nicht Ausgrenzung sondern behutsames Nachdenken und immer wieder Nachdenken über den Sinn seiner Gedanken und die Gedanken des Herzens lautet der Sinn der Metapher, die Rede vom Nadelöhr, durch die kein Kamel geht oder kein Elephant, kein Seil und eben auch kein Gedanke, der einer Selbsttäuschung entstammt, weil der Gläubige die Gedanken seines eigenen Herzens nicht versteht.

Schließlich ist es mit den Träumen auch nicht so leicht, wenn es weiter heißt: »Der römische Kaiser sprach zu Rabbi Joschua: ›Ihr sagt ja , daß ihr sehr weise seid, so sage mir, was ich in meinem Traume sehen werde.‹ ›Du wirst sehen, daß die Perser dich zum Frondienste einziehen, dich berauben und dich gräuliche Tiere mit einem goldenen Stabe weiden lassen.‹ Er dachte daran den ganzen Tag, und nachts träumte er dies. Der persische König sprach zu Samuel: ›Ihr sagt ja , daß ihr sehr weise seid, so sage mir, was ich in meinem Traume sehen werde. Dieser erwiderte: Da wirst sehen, daß die Römer kommen, dich gefangen nehmen und dich harte Kerne in einer goldenen Mühle mahlen lassen. Er dachte daran den ganzen Tag, und nachts träumte er dies.‹«


Josef deutet die Träume zweier Gefangener
(public domain)

Wer wollte nach diesem Träumereien nicht zustimmen, wenn es in Psalm 139 Vers 17 heißt: »Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe!« Das zu erfahren, setzt allerdings Denken voraus. Ein Nachdenken, das sich nicht mit einfachen Scheinweisheiten begnügt und Bilder im Sinne der Dummen auslegt. Zumindest den Deutungen durch jüdische Theologen läßt sich das nur schwer vorwerfen; ihren christlichen jedoch zumindest in Teilen; und den islamischen sowieso. Deshalb paßt die politische Linke sich auch so leicht den letzteren an – und nicht dem Judentum oder gar dem Zionismus.

Samstag, 21. Februar 2026

Putin und welche Armee… ? – Europa schwelgt gerade in Panik. Die Vereinigten Staaten haben sich wie in einer Art strategisch-historischem Gänsespiel auf den Punkt Mitte der 1930er Jahr gesetzt, als die Isolationisten die Richtung vorgaben, und praktisch keine Mutter zwischen New York und San Francisco ihre Söhne für einen weiteren Krieg über den Atlantik schicken wollte.

Zugleich droht von Osten der russische Bär. Die Zeitungen sind voller Statements von Politikern und militärischen Kaffeesatzlesern, die über einen möglich der Angriff der Russen spekulieren. In vielen Fälle steht eigentlich nur noch der Angriffszeitpunkt zur Debatte, nicht aber das ob überhaupt. 2029 wetten die einen zu 100-Prozent.

Erst vor wenigen Tagen blies ein General-Major: »Wenn ich sehe, wie Putin bisher agiert hat und wie er meiner Einschätzung nach einen Feldzug gegen den Westen führt, dann steht außer Frage, dass er militärische Mittel einsetzen wird. Wenn er die Gelegenheit dazu bekommt, wird er sie nutzen«. Und schon wie natürlich nuckeln die üblichen Talksmeisterinnen möglichst umfangreiche und genaue Spekulationen aus den Mündern selbsterklärter Experten.


Suwałki, 1870
(public domain)
Die Angriffeziele sind im Grund immer die gleichen: Baltikum, speziell der Korridor von Suwałki, der Suwałki-Korridor, die Suwałki-Lücke oder wie auch immer das dünn besiedelte Gebiet um die Kleinstadt mit der endlos langen Dorfstraße heißt, an die sich Bürgervillen und Kirchen lehnen; am kleinen Backsteinbahnhof halten mittlerweile täglich Züge Richtung Vilnius. Das Baltikum wächst mit Europa zusammen.

Daß diese Experten keine Freunde von Donald Trump sind, muß man nicht eigens betonen. Militärs haben sich in der Geschichte so oft als schlechte politische Denker erwiesen, daß es wundert, daß überhaupt jemand sie nach mehr fragt als nach militärischen Dingen. Doch auch da liegen sie eben sehr häufig falsch.


Alexanderkirche in Suwałki
Sławomir Milejski, CC BY 3.0
Was alle diese Kaffeesatzleser nicht klären können – und auch nicht müssen, weil die Talkmeisterinnen sie nicht fragen –, ist: Mit welcher Armee will Putin Europa denn attackieren? Mit den Resten seiner halbasiatischen Söldner-Truppe, die im Osten der Ukraine gerade feststeckt und jeden Vormarsch von 100 Metern zu einem Sieg in einer Umfassungsschlacht aufbläst? – Eher nicht.

Die mobilen Fähigkeiten der russischen Truppen wurden vor jetzt bald vier Jahren dokumentiert. Sie geben ein Jammerbild ab. Noch immer haben sie nicht zurückerobert, was sie damals kurzzeitig hielten. Wie mobiler Angriffskrieg zu führen ist, werden die USA vermutlich bald zeigen. Der Unterschied: Die GIs kämpfen 20.000 Kilometer entfernt von ihren Basen; die Russen dagegen hinter der Grenze. Und nicht einmal dort können sie gegen den militärischen Noname Ukraine die Oberhand halten.


Park und Anlagen gegen Alxeanderkirche
Łukasz Pojezierski "Lukaszeq"
Nein, Putin hat keine Armee, um den Suwałki den Polen streitig zu machen. Eine solche Spezialoperation würde in einem noch größeren Desaster enden, als der Blitzkriegversuch 2022. Während umgekehrt – aber auch darüber wagt keiner zu reden –, die wirkliche Drohung gegen Rußland beim Blick auf die Karte um Suwałki ein Gegenangriff auf Königsberg wäre. Denn während alle über den Suwałki-Korridor klagen, betont niemand die exponierte Lage der von Rußland besetzten Geburtsstadt Kants. Abgeschnitten hielte sie einem Angriff nicht lange stand. Und in polnischer Hand erginge es Königsberg sicher bald besser.


Bahnhof Suwałki, 1917
(public domain)

Hoffen wir, daß Putin sieht, was die europäischen Militär-Experten nicht sehen wollen. Denn erst ein wirklich geschlagenes Rußland wird für die Welt zur Gefahr, weil es dann tatsächlich seine Atomwaffen einsetzen könnte. Lawrow und Genossen können es ja bekanntlich gar nicht erwarten. Heute, am Jahrestag des Beginns der Schlacht von Verdun vor 110 Jahren wäre ein guter Zeitpunkt, sie an die Folgen des Ersten Weltkriegs zu erinnern. Rußland geschlagen und versinkend im Bürgerkrieg. Aber das ist ein anderes Thema.

Freitag, 20. Februar 2026

Zwangsgeld, Demokratieabgabe, Schutzgeld – Zu den vielen Moderatorinnen, die vielleicht besser aussehen als Männer, aber kaum etwas zu bieten haben, was darüber hinausreicht, gehört Linda Zervakis. Und um ihre Beschränktheit zu belegen, keift sie in der Provinz gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, weil der die Einnahmequellen von Sendeanstalten wie ARD und ZDF als »Zwangsgebühr« bezeichnet hat.

»Wer das Wort ›Zwangsgebühr‹ wählt«, behauptet sie Journalistin und Moderatorin, »will provozieren. Das ist legitim, ich weiß nur nicht, ob es zur Rolle eines Kulturstaatsministers passt.« Als Privatperson darf Weimer also provozieren, soviel wird ihm von der agilen Dame zugestanden; aber sie bezweifelt, ob diese Art Provokation zur Rolle eines Kulturstaatsministers passe.

Offenbar ist Frau Zavakis entgangen, wie die genannten Sender ihr Gelder eintreiben: Mit martialischen Drohungen. Sie zwingen die Bürger, fast 20 Euro im Monat für ein Produkt zu bezahlen, selbst wenn sie es gar nicht konsumieren. – Und damit sind die Fakten geklärt: Es handelt sich um ein zwangsweise zu zahlendes, um ein Zwangsgeld. Sicher. Steuern sind ebenfalls Zwangsgelder. Nur bekommt der Steuerbürger immerhin im Gegenzug eine Leistung.

Wolfram Weimer benennt also lediglich Fakten. Was offenbar zu einem Privatmann paßt, nicht aber zu einem Kulturstaatsminister. So jedenfalls Frau Zavakis, die lange von diesem Zwangsgeld gelebt hat. Verständlich, daß sie sich angerempelt fühlt bei dem Begriff ›Zwangsgebühr‹; nur macht das den Begriff keinen Deut unpassender. Wer mit dem Gerichtsvollzieher droht, der übt nun einmal Zwang aus.

Um sich begrifflich zu retten, sind die Sender in Person eines Kollegen von Frau Zavakis, der beim WDR unter anderem als Programmdirektor von jenen Zwangsgebühren lebt, auf den Begriff ›Demokratieabgabe‹ ausgewichen. Die politische Linke griff ihn begeistert auf, egal wie propagandistisch er daherkommt. Von der Gegenseite kam dagegen Spott.

Dabei liegt der Programmdirektor im Grund ganz richtig. Die Zwangsgebühr dient in seinem Verständnis dazu, die Demokratie, wie er sie versteht, zu unterstützen und damit auch zu schützen. Alle schützen heute die Demokratie.

Damit aber paßt auch eine ganz andere Wortwahl: Die Zwangsgebühr ist ein Schutzgeld der Demokratie. Und wer nicht zahlt – oder jetzt das Wort ›Mafia‹ fallen läßt –, dem droht Ungemach bis hin zum Gefängnis. Und das nur, weil ein Programmdirektor eines Zwangsgeldsenders beim Nachdenken über Begriffe ebenso wie seine Kollegin Pech gehabt hat.

Das mit dem Kritisieren und Kreieren von Begriffen müssen die Herrschaften der Zwangsgeldsender also noch lernen, egal zu welchem Geschlecht sie gerade gehören. Sonst laufen sie ihnen wieder und wieder davon, wie der Wolfshund bei der Winter-Olympiade in Italien. Der kam aber zumindest ins Ziel.


Screenshot, facebook
Donnerstag, 19. Februar 2026

Das ZDF: Bequem, Schlampig und dann Dumm – Nachdem das sogenannte Zweite Deutsche Fernsehen einen KI-generierten Film und dazu falsche Photos in einen eigenen Beitrag eingepflegt hat, stehen die Macher der Sendung mit runtergelassenen Hosen da. Und natürlich geht die Vermutung um, die Herrschaften um Dunja Hayali hätten die Bilder bewußt gewählt, um die Arbeit von US-Präsident Donald Trump und der Migrations-Polizei ICE zu diskreditieren. Vor allem, weil das ZDF im Nachgang der Peinlichkeit mit den Ausreden und Erklärungen nicht besser hantierte.

Doch das ist ein Irrtum. – Nicht weil dem Sender kein Fehler unterlaufen wäre. Das ist er allerdings. Aber nicht in Form eines entdeckten Betrugs. Tatsächlich wußten die Mitarbeiter einfach nicht, was sie taten. Es passierte im Eifer einer Tätigkeit, die keine wirkliche ist.

Mit den Redakteuren der Zwangsgeldsender ist es wie mit vielen Zeitgenossen, die sich auf abgesicherten Posten befinden. Sie gehen gefahrlos einer Beschäftigung nach, und das macht auf die Dauer bequem. Denn wer seinen Job, seinen Arbeitsplatz oder Posten dank niemals versiegender Geldquellen nicht verlieren kann, der steht nun einmal nicht unter Druck, korrekte Ware zu liefern. Es ist wie mit dem Auftrag auf der Basis von Stundenlohn. Da wird fast immer zu viel angeschrieben.

Das Zweite Deutsche Fernsehen ist so der Prototyp des Bequemen. Weil die Zwangsgelder ohnehin fließen, besteht kaum Konkurrenzdruck. Man sendet, was man will. Ob jemand zuschaut, spielt keine Rolle. Und falls die Hörerzahl dreistellig wird, gilt das Produkt als höhere Kunst. Sprich: Die Tomaten werden gekauft oder landen auf dem Mist. Der erzielte Preis ist derselbe und wurde längst überwiesen.

Wer so arbeitet, der wird jedoch nicht nur bequem. Er beginnt irgendwann, schlampig hergestellte Ware zu liefern. Und die enthält, wie könnte es anders sein, immer mehr Fehler. Als da wären: KI-generierte Filme, Photos von 2022 werden für frisches Bild-Material angepreist. Den Mitarbeitern wurde die zusätzliche Arbeit, die eine genauere Kontrolle erfordert, wohl zu viel. Und es sind, wie man weiß, gerade Kontrollarbeiten, die unter einer eingerissenen Bequemlichkeit leiden. Weil das Produkt ja schon vorliegt und der Feierabend vor der Tür steht. Wozu also noch einen zweiten Blick auf den Clip.

Auf diese handwerklichen Mängel verwiesen Medienleute. Um dann noch das laienhafte Vorgehen der Chefetagen beim Konstruieren fauler Ausreden zu benennen. Laut Sender widersprechen die Täuschungen den Regeln des Senders beim Umgang mit KI. Nur daß es solche Regeln nicht gibt. Es sind, so ein Medienfachmann, »aus dem Hut gezauberte Regel«.

Doch auch hier steht nicht so sehr eine mögliche Täuschung im Fokus, sondern die dilettantische Vorgehensweise. Sie paßt zu dem amateurhaften Umgang mit der KI. Und nun gehen Bequemlichkeit und Schlampigkeit in Dummheit beim Vertuschen über. Wer nicht gefordert wird, weil er sein Geld Zwangsmaßnahmen des Staates verdankt, der wird am Ende eben dumm.


Carl Spitzweg: Der arme Poet (public domain)

Es ist wie mit sogenannten Künstlern, denen der Staat regelmäßig Geld überweist und Künstlerkrankenkassen einrichtet auf Kosten des Steuerzahlers einrichtet. Sie schaffen keinen einzigen Künstler, sondern allenfalls alimentierte Akteure, mit denen sich die Politik anschließend einen intellektuellen Anstrich verpaßt. In früheren Tagen spielten die Unterstützer von Komponisten die ihnen gewidmeten Stücke noch selber – heute halten Politiker bestenfalls die Schere, mit der sie den Zugang zu einer Installation freigeben oder zu einem ausgelobten Wohnhaus im Stil einer Bruchbude.

Fehlender Druck macht bequem, schlampig und schließlich dämlich. Kein Wunder, daß kaum noch jemand den Unsinn anschauen will – und schon gar nicht bezahlen. In der Schweiz wird gerade darüber abgestimmt, die Beiträge zu den Öffentlich-Rechtlichen Sendern zu halbieren. Im Land der Großdeutschen Demokratie ein undenkbarer Vorgang. Hierzulande wird bis zum bitteren Ende marschiert.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Klimalügen mit Statistik – Was dem einen das Leugnen des menschengemachten Klimawandels, entspricht auf der anderen Seite dem Lügen, dem Klimalügen mit Statistik; personifiziert im Klimaleugner dort und dem Klimalügner hier. Zwei hübsche propagandistische Begriffe, ebenso falsch, und trotzdem brauchbar. Denn so wenig, wie der Klimaleugner das Klima leugnet, belügt der Klimalügner das Klima. Allerdings redet der Klimalügner Unsinn über das Klima. Und weil er es zwingend besser wissen müßte, ist er ein Lügner über das Klima mit Statistik.

Immer wieder wird von Vertretern einer Theorie des menschlich verursachten Klimawandels der Unterschied zwischen Wetter und Klima betont. Und das fast immer, wenn, wie in den vergangenen Wochen, das Offensichtliche dem Theoretischen schroff widerspricht. Dort die Theorie vom Klimawandel; hier und aktuell der anhaltende Winter. Beides scheint nicht zu passen.

Doch nun greift der Klimalügner ein und behauptet den menschengemachten Klimawandel unter Hinweis auf den Unterschied von Wetter und Klima. Dabei kommt er vordergründig ganz sachlich daher, wenn es heißt – ich greife irgendeine Beschreibung heraus, die sich von anderen nicht wesentlich unterscheidet:

»Wetter ist das, was zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort in der Atmosphäre passiert. Die Sonne scheint, Wolken ziehen über den Himmel, der Wind weht, es regnet oder es schneit und es ist warm oder kalt.« Nach diesem Ausflug in die Romantik heißt es weiter: »Das Wetter lässt sich inzwischen für den nächsten Tag ziemlich gut vorhersagen. Danach wird die Prognose aber mit jedem Tag immer unsicherer. Eine Prognose für das Wetter in einigen Wochen ist deshalb unmöglich.« Nichts, was theoretisch bewiesen werden müßte; es ist eine Sache der Erfahrung.

Über das Klima heißt es dann: »Klima ist dagegen das durchschnittliche Wetter über einen langen Zeitraum. 30 Jahre sind zum Beispiel eine Zeitspanne, die Klimawissenschaftler oft für Vergleiche nutzen.« Und schließlich zusammengefaßt: »Klima: Statistik des Wetters«.


László Németh, CC0

Richtig: Klima ist Statistik des Wetters. Nicht weniger; allerdings auch nicht wirklich mehr. Zeitlich rückwärts angewandt, liefern Klima-Aussagen Aussagen über die Entwicklung des Wetters – ausdrücklich Klima-Aussagen und nicht Aussagen über das Klima. Denn schon die Rede von dem Klima ist Unfug, weil es sich lediglich um eine statistische Größe handelt, und eben nicht um etwas Reales. Ein Unterschied, den Klimalügner nicht etwa verschweigen, sondern einfach nicht kennen, weil es ihnen am Grundsätzlichen, dem Verständnis für den Unterschied von Objekten der Statistik, dem Wetter, und der Statistik, den Klima-Aussagen, mangelt und sie die Implikationen dieses Unterschieds daher gar nicht kennen können.

Doch Klima klingt eben nach mehr als Klima-Aussagen über das Wetter. Es scheint ein Objekt zu sein, mit einer konkreten Existenz. Etwas, das man direkt beeinflussen kann. Ein Gegenstand der Politik und des Eifers. Sozusagen eine feste Größe, mit der man hantiert.

Klima-Aussagen bestehen dagegen im wesentlichen aus Trends, also Entwicklungen über längere Zeiträume und größere räumliche Gebiete. Und jeder mit nur etwas Kenntnissen statistischer Betrachtungen, die ja gerade der Nivellierung der feinen Unterscheidungen dienen, weiß, wie sehr Trends ebenfalls dem Zufall unterworfen sind. Sie lassen sich so wenig vorhersagen, wie das Wetter der nächsten Tage – jedenfalls für das Klima der nächsten Folge von 30 Jahres-Abständen.


Antony Gormley: Quantum Cloud
Andy Roberts, CC BY 2.0

Wer es nicht glaubt, nehme Aktienkurse oder Bevölkerungsentwicklungen. Der Random Walk, jenes Zittern und Zappeln im Detail, setzt sich entsprechend über längere Perioden ebenfalls durch. Was als langfristige Entwicklung behauptet wird, ist ebenso Spekulation wie die Vorhersage des Wetters in einer Woche; nur auf der scheinbar höheren Ebene einer längerfristigen Gliederung von Raum und Zeit. Der Random Walk des gestiefelten Katers, damit niemand merkt, daß er Parkinson hat.

Ja, der Trend kann die Wetterentwicklung der folgenden Tage prognostizieren; aber in keinem Fall eine Entwicklung auf der gleichen Ebene wie der Trend. Daher darf es nicht überraschen, wenn die vergangenen Vorhersagen über das Klima – erinnert sei an die prognostizierte Eiszeit in den 1970er-Jahren – sich so oft als vollkommen falsch erwiesen. Nicht jeder Wissenschaftler beherrscht die Geheimnisse des statistischen Schließens. Und die Journaille schon gar nicht.

Kein Wunder, daß in der Corona-Zeit das Ansteigen der false-positive Tests in alle mögliche Richtungen gedeutet wurde – nur nicht in die statistisch naheliegende: Daß die Infektionszahlen rückläufig waren. Kein Wunder, daß beim Klimalügnen durchweg mit Mittelwerten und linearen Trends spekuliert wird über die Zukunft – Streuung und andere Trendarten aber bestenfalls im Hintergrund bleiben.

Wer glaubt, Statistik sei Lügen, der irrt. – Sich auf Statistik berufen, ist nicht selten Lügen; aber meist ein Berufen ohne Sinn und Verstand.

Montag, 16. Februar 2026

Martenstein und der Schauprozess – War es eine Wutrede? War es eine Rede voller Spott? Eine Rede, angefüllt mit stillem Sarkasmus? Gar eine Trauerrede am Grab der Demokratie? – Schwer zu sagen. Wahrscheinlich von allem etwas. Das vermutlich überwiegend linke Publikum, das dem Hamburger Schauprozeß gegen die Alternative für Deutschland zuschauen durfte, schien nicht wirklich beeindruckt. Und warum auch. Wer so unverfroren zum »Prozess gegen Deutschland« lädt, weil er reale Gerichte scheut, der ist sich seiner politischen Macht offenbar sicher; und wenn nicht, dann sich selber.

Die politische Linke verachtet die politische Rechte, wird also einem Verbot der AfD ihre Zustimmung geben. Erst neulich brach aus einem Bekannten heraus: »Zerschlagen« müsse man die AfD unter bestimmten Bedingungen. Derweil eine andere bekennende Linke – staatlich alimentiert über Rente und Zwangsgeldsender – die Wahlrechtsreform für gelungen erklärt, weil so die Christlichsozialen endlich aus dem Bundestag flögen. Und nun also eine Art Nürnberg – Prozess gegen Deutschland! – in einem Theater in Hamburg.

Wer so denkt und handelt, wer zum Schauprozeß bläst, der hat mit Demokratie nichts am Hut. Wenn nur noch links-grüne Parteien am politischen Prozess teilnehmen dürfen und für den Fall, daß eine Partei an die Regierung kommen könnte, die mit dem politischen Programm der Herrschenden nicht viel am Hut hat, auf das Mittel des Verbots zurückgegriffen wird, dann, da hat Martenstein absolut recht: Dann ist es »eben keine Demokratie mehr«. Worauf sein Schlüsselsatz folgt: »Dann sollte man das auch so sagen.«

Wie herrlich naiv! Natürlich spricht kein Linker mehr von Diktatur, geschweige denn Diktatur des Proletariats. Seit die Grünen die Tarnung linker totalitärer Bestrebungen übernommen haben, gibt sich die politische Linke friedlich, gewaltfrei und eben demokratisch. Und den Anstrich wird sie wahren, auch wenn längst alles in Trümmern liegt.

Die politische Linke hat ihren Mephisto:

Ich bin ein Teil von jener Kraft,
Die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

Wer diese Verdrehung versteht, wird von der politischen Linken nichts Gutes erwarten und erkennen, daß ein Diskurs unmöglich ist. Der wird bei einem Schauprozeß wie in Hamburg nicht den Verteidiger spielen, so gut gemeint das auch war.

Als die ehemalige SPD-Justizministerin Däubler-Gmelin in der Rolle der selbsternannten Richterin Martenstein zusätzliche Redezeit läßt, war deutlich zu spüren, wer sich hier als mächtig versteht und dem Angeklagten einen Brotkrumen hinwerfen kann. Martenstein durfte hier – neben einigen Renegaten der AfD – reden, um der Farce einen legitimen Anstrich zu leihen; einem Schauprozeß, wie ihn linke Diktatoren regelmäßig inszenieren, um einen letzten Rest Rechtschaffenheit suggerieren zu können.

Erich Kästner sagte einmal: »Von dem Kakao, durch den man gezogen wurde, sollte man nicht auch noch trinken.« In diesem Sinne durfte Martenstein nicht reden. Nicht dort. Nicht in diesem Kontext. Auch und gerade weil er selber von einem »Schauprozeß« sprach, also wußte, wo er gerade sprach.

Daß seine Rede alles zusammenfaßte, was die aktuelle linke, deutsche Mediendiktatur auszeichnet – die Brandmauer, um den politischen Gegner zu neutralisieren; die Meldestellen, die unterhalb der Strafbarkeit bestrafen; der deutsche Sonderweg; die Ausrottung und Ersetzung deutscher und europäischer Kultur durch alle möglichen barbarischen Kulte –, steht auf einem anderen Blatt und gehörte an einen anderen Platz. Hier war die Rede nur ein Ausdruck verzweifelter Hilflosigkeit, wie man sie seinem schlimmsten politischen Gegner nicht wünscht – zumindest nicht in einer Demokratie.

Sonntag, 15. Februar 2026

Von Models und Schauspielern, Autoren und Sportlern – Die Welt ist voller Eitelkeit, weiß schon der Prediger Salomon. Und daher sind auch die in ihrem Gebiet erfolgreichen immer wieder erpicht, sich in andere Gebiete zu wagen; meist, weil ihres zu den minderen zählt. Ein Model bleibt immer nur Model; ein Schauspieler kann nicht Präsident; Autoren und Sportler dienen zuerst dem Vergnügen. Tiefere Gedanken werden den Meistern des Laufstegs, des Schauspiels, der Wortes, der Muskeln und Arenen nicht zugetraut.

Einigen von ihnen paßt das ganz und gar nicht. Deshalb bekehren sie sich zum Aktivismus und reden bei allem und jedem mit, von dem sie nicht viel verstehen. Models versuchen sich in der Küche als Köchin, Schauspieler literarisch, Autoren in moralischem Tiefsinn und selbst ein Fußballspieler äußerte sich einmal politisch, speziell maoistisch und machte sich damit bekannt.

Heute machen viele im Nebenfach Klima; oder sie entdecken ihr Herz für leidende Palästinenser. Und da just die Berlinale begann, findet sich, wie in jedem Jahr, wieder eine, die Inderin Arundhati Roy, die gegen Israel hetzt: Sie spricht im Zusammenhang des von den Palästinensern begonnenen Gaza-Kriegs vom »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«, das von Israel gegangen werde. Dabei weiß sie über den Begriff »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« vermutlich ebensowenig wie die ehemalige deutsche Außenministerin. Der Begriff wurde in Nürnberg erfunden, um Nazigrößen hängen zu können. Auf diese Stufe zerrt die indische Autorin, die vor 30 Jahren einen Erfolg landen konnte, den jüdischen Staat.

Warum sie das macht? Warum überhaupt Models und Schauspieler, Autoren und Sportlern und sich politisch geben und jeder Wikieintrag zu ihnen auf ihren Aktivismus verweist? – Weil sie die Bedeutungslosigkeit ihres Berufs nicht ertragen. Oder besser: Weil sie spüren, nur einem schnöden Vergnügen anderer Leute zu dienen. Das Model, das ein Leben lang nur stolziert; der Autor, dessen Zeilen allenfalls in seltenen Fälle etwas bewirken; Schau- und Fußballspieler, die im besten Fall kurz bejubelt, bald in die Vergessenheit fallen. Und einfach nur arbeiten in ihrem Beruf, ist keine Option.

Wim Wenders hat das erkannt und ausgesprochen: »Wir müssen die Arbeit der Menschen machen und nicht die Arbeit der Politiker.« Das ist natürlich im ersten Halbsatz falsch formuliert. Kein Filmemacher macht die Arbeit der Menschen, schon gar nicht muß er sie machen. Aber ganz sicher macht er was falsch, wenn er die Arbeit der Politiker übernimmt.

Indes machen viele Sternchen am Kunsthimmel eifrig in Politik. Sie, eigentlich zuständig für die heiteren Seiten des Lebens, sehnen sich vermutlich nach etwas mehr Ernsthaftigkeit. Weil sie sich als bloßes Vergnügen fühlen, greifen sie zur Politik. Und bringen damit alles durcheinander.

Was diese Sternchen fast immer übersehen: Zur Politik braucht es mehr als kurzsichtigen und billigen Aktivismus. Und was es vor allem nicht braucht sind Figuren, die ihre medial privilegierte Position für Propaganda mißbrauchen. Auch für Models und Schauspielern, Autoren und Sportlern gilt: Schuster bleibt bei deinem Leisten.

Samstag, 14. Februar 2026

Hirnfresser und Hirngefressene – Populisten sind dafür bekannt, daß sie komplexe Zusammenhänge vereinfachen. Sie sind der Gegner des gebildeten Bürgers und, glaubt man Melde- und Gemeldetenstellen, zerstören Demokratien und attackieren die Behörden in Brüssel. Außerdem verbreitet diese Spezies des Homo Politicus Fake-News, um Unruhe und Panik zu verbreiten. Sie sitzen mitten unter uns. Überall!

Die Aktivisten von der Klimafront gehören dazu. Sie blasen sich besonders gern auf, machen aus einigen heißen Tagen einen Weltenbrand und aus einer größeren Überflutung eine zweite Sintflut. Der Volksmund würde sagen: Sie machen aus einer Mücke einen Elephanten.

Dieser Tage ist die Mücke eine Amöbe und der Elephant eine Gefahr für die Menschheit, schlimmer: Für das menschliche Hirn. »Hirnfressende Amöben breiten sich durch den Klimawandel aus«, tönt es aus London, bei n-tv und web.de reißerisch, garniert mit einem Bericht, der sich wissenschaftlich gibt. – Und zugleich ein Paradebeispiel liefert, wie Scheinwissenschaften und Journaille sich die Bälle zuwerfen.

Die Amöben, um die es geht, hören auf den Namen Naegleria fowleri, und die Wahrscheinlichkeit, sich mit ihnen zu infizieren, ist selbst nach Aussage der Wissenschaftlerin, die den Stein ins Rollen brachte, »extremely low« – extrem niedrig. Wahrscheinlich interessierte sich niemand für sie und ihren Beitrag, wenn die Forscherin nicht den angeblich menschengemachten Klimawandel ins Spiel bringen würde und nicht von »brain-eating amoeba«, von »hirnfressenden Amöben«, schreiben würde.

Das triggert die nächste Lage von Klimaaktivisten an: Die Experten der Medien. In diesem Fall sitzt eine von ihnen bei n-tv. Und sie hat offenbar Übung in Sachen Dramatisierung. Zitat: »Tatsächlich gab es in Europa bereits einzelne Fälle. In Spanien überlebte 2018 ein zehnjähriges Mädchen aus Toledo eine Infektion - eine Ausnahme angesichts der hohen Sterblichkeit.«

Die rhetorische Volte ist der Übergang von der »Ausnahme« zur »hohen Sterblichkeit«. Während »Ausnahme« Seltenheit meint, suggeriert »hohen« viel; und »Sterblichkeit« sorgt per se für Angst bei den Menschen. Aus dem wenigen wurde so ein bedrohliches viel angezettelt. Was die Expertin, deren Vita keinen wissenschaftlichen Abschluß enthält, sondern einen Hinweis, daß sie gerne ein Buch zur Hand nimmt – was die Expertin verschweigt, ist die Zahl der Infizierten.

Dabei steht die Zahl in einem Wikieintrag zu der »hirnfressenden Amöbe«, läßt sich also leicht finden: In den USA wurden insgesamt 29 Fälle gemeldet, weltweit 381. Der Eintrag vermerkt sogar: »From 2013 to 2022, 29 infections were reported in the US« – das sind nicht ganz drei Fälle pro Jahr! Und was der Wikieintrag unterschlägt, befindet sich nur einen Link weiter, in einem nun allerdings wirklich wissenschaftlichen Beitrag: Die weltweit gemeldeten 381 Fälle verteilen sich auf 80 Jahre, auf den Zeitraum 1938 bis 2018. Nur die Expertin, die auch mal ein Buch in die Hand nimmt, weiß davon entweder nichts, will es nicht wissen oder sie verschweigt es.

Jedenfalls schreibt sie weiter: »In Italien infizierte sich 2004 ein neunjähriger Junge beim Baden in einer kleinen Badestelle am Fluss Po, während eines ungewöhnlich heißen Sommers. Auch aus Belgien wurden mehrere Fälle gemeldet. In Deutschland hingegen sind bislang keine Fälle bekannt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt.« – Hoch und viel ist was anderes.

Auf der nächsten Ebene wird die Propagandaabteilung aktiv. In diesem Fall bei web.de in der Rubrik ›Klimanews‹. Jetzt liefert eine Expertin die Informationen, die immerhin Biologie studiert hat – mit Abschluß oder ohne? – und nach zwei Jahren als wissenschaftliche Assistentin an der LMU ihr Interesse an Journalismus entdeckt und diesem Hobby nun frönt.

Ihr Fachgebiet scheint die Verkürzung zu sein: Sie unterschlägt in ihrem Beitrag nicht nur sämtliche Hinweise auf die extrem niedrige Wahrscheinlichkeit einer Infektion, sondern kaschiert sie, sofern sie nicht einfach wegläßt, ähnlich ihrer Kollegin, mit einer perfiden Wortwahl: »In Europa wurden bereits vereinzelt Infektionsfälle gemeldet, etwa in Italien oder Belgien. In Deutschland wurde laut Robert-Koch-Institut bislang kein Fall dokumentiert. Doch das könnte sich ändern.«

Eine Möglichkeitsform, die unverbindlich bleibt, einen Anstieg suggeriert und zugleich Ängste schürt. Auf Basis der von Menschen als elementar erlebten Bedrohung des Gehirns in der Überschrift, wird mit einem oberflächlichen Beitrag Alarmismus betrieben.

Das Interessanteste an dieser Kaskade von Lüge und Leugnung, ist der Weg des Risikos, der sich verfolgen läßt: In dem Ursprungsartikel, der alle Anzeichen wirklicher Wissenschaft trägt, werden sowohl die Zahl der Infizierten als auch der Zeitraum genannt – 381 über 80 Jahre. Schon im Artikel der muselmanischen Wissenschaftelnden aus London entfallen die Zahlen, wobei sie aber immerhin das »extrem niedrig« beläßt. Bei n-tv transformiert eine weitere Expertin aus dem »extrem niedrig« eine »hohe Sterblichkeitsrate«. Und schließlich läßt die Expertin von web.de alles, was noch Wissenschaft wäre, wohl wissentlich weg. Wenn das nicht populistisch ist, was denn dann.

Aber, so sind sie, die Medien. Selbst wenn die Zahl der Infizierten äußerst gering ist, machen sie noch aus diesen äußerst seltenen Fällen einen Titel, der Panik vermittelt.

Freitag, 13. Februar 2026

Robert Habeck denkt nicht, er wünscht – Anders als Berufspolitiker sonst, werden die von der politisch linken medialen Öffentlichkeit hofierten Figuren wie Kevin Kühnert oder Ricarda Lang immer wieder erneut auf die Bühne geladen. Und die Genannten schnappen nach dem dargebotenen Köder, sobald sich die Gelegenheit bietet.

So auch Robert Habeck, ehemals grüner Minister, der eigentlich irgendwo in Dänemark forscht, aber trotzdem Zeit genug findet, in die Vereinigten Staaten zu tingeln, um dort Vorträge in den früher einmal heiligen Hallen Harvards zu halten. Das Thema ist im Grunde egal, denn seinen Charakter zeigte der ehemalige Kanzlerkandidat erst nach seinem Vortrag.

Habeck erweist sich als typischer Links-Intellektueller. Auf Instagram läßt er sich lang und breit aus über das nahende Ende der Präsidentschaft von Donald Trump. »Ich würde sagen, Trump hat die Mehrheit im Land verloren.« Er, der Robert, hat es gesehen. Er hat es gefühlt. Er hat erkannt, daß die Studenten in Harvard jetzt eindeutig sind und mutig. Da kann es mit dem Populisten im Weißen Haus nicht mehr lang dauern, wenn die Studenten in Harvard es sagen.

In der Berliner Zeitung – und vermutlich in den meisten anderen Blättern – sieht man, was an dieser Einschätzung falsch ist: Die amerikanischen Universitäten sind nicht die USA, die Studenten keineswegs repräsentativ für die Bürger, schon weil Antisemitismus im amerikanischen Volk deutlich weniger Anhänger hat als unter den linken Studenten.

Nur mit den Gründen für diese veritable Fehleinschätzung liegen sie falsch, die Medien, wenn sie schreiben: »Es ist die klassische Falle des linksliberalen Bildungsbürgers. Man unterhält sich mit Professoren wie Daniel Ziblatt, der vor Jahren darüber schrieb, wie Demokratien sterben, tauscht sich mit Studenten aus, die ohnehin die Demokraten wählen, und schließt daraus auf die Befindlichkeit eines Landes.«


Auguste Rodin: Der Denker
Andreas Thum, CC BY-SA 3.0

Falle? – Welche Falle? – »Habecks Analyse scheitert an genau jenem Punkt, an dem die deutsche US-Berichterstattung seit längerem krankt«, heißt es: »am Wunschdenken. Die eigene Hoffnung wird mit empirischer Beobachtung verwechselt.« – Indes: Wunschdenken ist keine Falle! Wunschdenken ist im tiefsten Sinne Mangel an Denken aus mangelnder Denkfähigkeit. - Wirkliches Denken ist gleichbedeutend mit dem sehnlichen Wunsch, die Welt zu sehen, wie sie tatsächlich ist.

Nein, Habeck ignoriert nichts. Er verhält sich typisch für viele Linke, gibt sich intellektuell, intelligent, intelligibel – ja philosophisch; schreibt ein Buch in seiner Zeit als Minister. Und richtig! Habeck hat einen Abschluß in Philosophie; was mehr ist, als die meisten Grünen vorweisen können; was jedoch nicht wirklich was heißt.

Nein, Habeck erliegt keinem Wunschdenken. Denn dazu müßte er irgendwann auch einmal denken, um sich dann täuschen zu können. Er versteht es lediglich, seinen universitären Hörern, den sogenannten Gebildeten, begleitet von einem lauen Lächeln nette Worte um die Ohren zu schlenkern. Er verbreitet, wie die meisten Links-Intellektuellen, immer irgendwie Tiefsinn, den er selbst nicht versteht, weil er so tief ist. Womit er sich sich sogar selber betört; ein bißchen wie Habermas oder Adorno. »Ich hatte gestern einen Gedanken, den habe ich selbst nicht verstanden«, prahlt Adorno.

Aber unter den Worten zeigt sich, ähnlich wie bei den beiden eben Genannten, bei Habeck nichts weiter als leeres Stroh. Im besten Fall gelingt ein unfreiwilliger sprachlicher Witz. »Dann sind die nicht insolvent automatisch, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen« – dieses geflügelte Wort wird Habeck bestimmt überleben.

Wir haben im Studium Fächer wie Soziologie oder Literaturwissenschaft Laberfächer genannt. Aus einem solchen Fach stammt Robert Habeck. Dort hat er seinen Doktor gemacht, ohne jemals einen wirklichen philosophischen Gedanken zu denken, eben weil er nicht denkt. Ein Linksintellektueller wie er buchstäblich im Buche steht. Einer aus der langen Reihe, die irgendwo mit Karl Marx beginnt. Einer von jenen, die den Luftzug ihrer Worte mit Gedanken verwechseln.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Müssen wir Jeffrey Epstein nicht dankbar sein? – Es ist aktuell einfach das Thema. Eine Riege von Männern, jeder ausgestattet mit Milliarden Dollar oder mit der Macht des Mächtigsten, der des US-Präsidenten – und ich meine ausdrücklich nicht Donald Trump! –, beschafft sich mit einer Reihe von Frauen, die früher Puffmutter genannt worden sind, eine ganze Latte von Mädchen zwischen 14 und 18, um sie sexuell zu benutzen. ›Eyes wide shut‹, ›Die Augen weit geschlossen‹, Kubricks spätes und letztes Meisterwerk, schießt einem in den Sinn oder ›Salò o le 120 giornate di Sodoma‹, ›Die letzten 120 Tage von Sodom‹, Pier Paolo Pasolinis spätes und letztes Meisterwerk. Man wünscht sich, beide könnten die Epstein-Files zu einem Film über die oftmals beschworenen Abgründe menschlicher Begierden komponieren.


Scene from Eyes Wide Shut (Screenshot)

Da wären die Herren der Szenen, die Bestimmer; da wären die Damen mit den jungen Mädchen an der Arm; da wären die Kinozuschauer, denen vor Aufregung der Geifer trieft: Die Journalisten, die Kommentatoren, die Empörten. Wer von ihnen würde ›Nein!‹ sagen, wenn er auch ›Ja!!‹ sagen könnte? – Vermutlich nicht viele. An diesem moralischen Punkt am Abgrund sind die meisten von uns sich sehr ähnlich. Wenn es nur nicht rauskommt: Der Gangbang im Urlaub; DP im Schatten der Kur; das Meditationswochenende auf dem Biobauernhof im flachen Land.

Und hier beginnen die Unwägbarkeiten, beginnt, was an diesem Fall all jene, die Nachdenken können, so ungemein fesselt. – Politiker und ganz allgemein Menschen der Öffentlichkeit werden für gewöhnlich vorsichtig, wenn eine Kamera in der Nähe erscheint; zumal eine, die ihnen auflauern will.

Nicht so Ex-US-Präsident Bill Clinton, Prinzessin Mette-Marit, Filmguru Woody Allen oder anarcho logicus Noam Chomsky. Sie alle ließen sich mit Herrn Epstein ablichten und bereuen es nun. Was aber hat sie getrieben? Welche Atmosphäre herrschte bei Epstein, daß sie nicht nur freizügig wurden, sondern auch schamlos, und vor allem so dumm?


(Public domain)

Eigentlich ist es ganz einfach: Sie wähnten sich außerhalb jeder Kontrolle, unbeobachtet, obgleich die Kamera vor ihnen blitzte. Das ist kein Ergebnis von Macht, von absolute power oder maßlosem Reichtum. Nein, es ist die Wirkung des Bösen, wenn wir es tun. Eine Art Blutrausch, wie er Tiere und mitunter auch Menschen befällt, derweil sie töten.

Und wie jeder Rausch trübt er die Sinne und den Verstand. Umgeben von vermutlich gar nicht so billigen Flittchen durch Paläste zu schreiten – wer hätte sich das nicht schon einmal gewünscht. Im Sexrausch Lust zu erleben, die grenzenlos scheint; oder wie die romantischen Floskeln noch so alle lauten. Gerade jene, die ohnehin mit allem erdenklichen Materielle gefüllt sind bis zum Rand, gerade jene sehnen sich nach solchen Exzessen. Andere haben sie nicht.

Der Normalsterbliche, der Durchschnittsbürger – er muß sich mit der Rolle des Betrachters begnügen. Er liest die Files, die Mails und die Berichte und bedankt sich im Stillen vielleicht beim Herrn Epstein. – Aber Nein! – Er verurteilt. Er verdammt, wie so viele Journalisten, das Treiben eines Jeffrey Epstein und seiner Umgebung. Leider nagt die Enttäuschung, dem Bösewicht nicht selber auf die Schliche gekommen zu sein. So ernährt man sich vom Vorgekochten, das das FBI durchsickern läßt.


Salo, oder die letzten 120 Tage von Sodom (Screenshot)

Jeffrey Epstein offenbart einen westlichen Mythos – das wir moralisch besser sind als die neuen Machthaber wie Putin und Xi; das vor allem unsere Politiker besser sind als die in Moskau und Peking. Ein Irrtum, wie sich nun zeigt.

Nicht die politische Kaste ist besser, sondern nur die Regeln, unter denen sie sich bewegt. Im Rausch des Bösen sind sie wie Putin und Xi. Und wir sind nur besser, solang uns das Böse verwehrt wird. Zum Beispiel von denen, die mächtiger sind. Und es ist kein so frevelhafter Gedanke, dem Selbstmörder Epstein für seine gesammelten Daten dankbar zu sein.

Montag, 09. Februar 2026

›Washington Post‹ Ade! – Der Markt ist ein Ausdruck von Demokratie. Deshalb mag die politische Linke ihn nicht. Und wenn ihre Medien Zuhörer, Zuschauer und Leser verlieren, dann schreien sie auf. Selbst wenn die Ursache eine einfache ist: Die Meinungen und Theorien der politischen Linken interessieren nicht mehr. Folglich kauft kaum noch einer den Mist.

Dieser Sturm aus Richtung der politischen Rechten hat schon vor längerer Zeit ein Aushängeschild der politischen Linken erreicht. Die ›Washington Post‹ verlor immer mehr Leser. Es ist ein wenig wie mit der ›Frankfurter Rundschau‹, das Wohlfühlblatt für Zeitgenossen, die sich etwas intellektueller wähnen als ihre Nachbarn. Sie glauben tiefer zu denken und damit ans Recht, sich vom Markt abkoppeln zu dürfen.

Wenn nun der Besitzer der ›Washington Post‹ mehrere hundert Mitarbeiter entläßt, wie die ›Neue Züricher Zeitung‹ in einer seltsamen Panik berichtet, als wäre sie eine spezielle Ausgabe der ›taz‹ für die Schweiz, dann ist das so ein Fall einer politischen Meinung, die immer weniger US-Bürger interessiert. Und daran ändert kein ›Watergate‹ etwas, denn jene Ereignisse liegen über ein halbes Jahrhundert zurück. Aber so ist sie nun mal, die Journaille. Auch der ›Spiegel‹ glaubt an die Macht der Tradition, weil seine Mitarbeiter einmal einen Verteidigungsminister zu Fall gebracht haben.


(Public domain)

Indes, weil die linke Journaille und ihre immer älteren und immer weniger werdenden Leser sich für klüger halten und für durchdachter, sehen sie sich außerhalb dessen, was andere ganz einfach als demokratisch geformte Meinung verstehen. Sie protestieren gegen ihre Entlassung – was sicherlich subjektiv nachvollziehbar ist –, übersehen dabei aber, daß ihr Produkt schlicht nicht mehr gefragt ist. So gesehen sind die Proteste der Leser gegen die Entlassungen und in Richtung der Eigentümer der Zeitung eine müde Scharade. Sie müßten zur verlorenen Leserschaft rufen: Kommt doch zurück.

Aber darum geht es eben nicht. Die politische Linke argumentiert von außerhalb der demokratischen Meinung und hält sich für per se relevant; für so relevant, daß alle Bürger für ihren Erhalt einstehen und zahlen sollen. Es ist ein Spiel über die Bande scheinbaren Tiefsinns, das eine Art Überlebensrecht garantiert, das vom Staat finanziert werden soll. Und werden insolvente Blätter wie ›Frankfurter Rundschau‹ und ›taz‹ regelmäßig alimentiert.


(Public domain)

Nur die ›Washington Post‹ rettet keiner. Denn in den USA wird mit härteren Bandagen gekämpft und die politische Linke sitzt auch längst nicht mehr so fest im Sattel wie in Zeiten von Clinton und Obama. Der Markt als demokratische Einrichtung, die Linke nicht mögen, entscheidet – und das lange bevor die Veränderungen in Parlamenten zur Wirkung kommen.

Sonntag, 08. Februar 2026

Einbilden, nicht Erinnern – Ein typisches Anzeichen für Halbbildung, ist die Verwendung falscher Vokabeln; sei es, daß der Kontext nicht paßt, sei es, daß das genutzte Wort nicht trifft, was es treffen soll. Und einige Worte sind deutlich beliebter als andere, weil sie Weitblick, Tiefsinn oder Gebildetheit suggerieren.

Die Rede vom Erinnern ist so ein Wort. Gerade Politiker und Journalisten verwendet es, um sich in Erinnerung zu bringen, um eine Erinnerungskultur zu pflegen oder pflegen zu lassen, um lebendige Bilder in Erinnerung zu rufen, um fader Propaganda Leben einzuhauchen. Erinnerungen verbürgen Authentizität. Ich habe mich erinnert; ich war dabei; ich kann bezeugen.

Felix Banaszak ist so ein Halbgebildeter. Der im Oktober 1989 kurz vor der Wende geborene, steht den Grünen vor und im Schatten seines Freundes Robert Habeck. Und um aus dem herauszutreten, macht er einen auf Habeck. Zwar fehlt ihm der schräge Blick, aber unrasiert kann eben jeder. Und selbstverständlich kann Banaszak in Analyse. Das hört sich so an:


Royal British Legion's Paper Poppy, Mohnblume (Rememberance Day)
Philip Stevens, Public domain

»Die Brandmauer hatte nie den Sinn, die AfD kleinzuhalten, sondern sie von Macht fernzuhalten«, kommentiert Banaszak das offensichtliche Scheitern eines Konzepts; er ändert einfach das Ziel, als das alte sich als unerreichbar erweist. Anschließend beginnt die übliche politische Hetze: »Die Frage, ob wir im Jahr 2026 nonchalant wieder dazu übergehen, dass Mehrheiten mit Rechtsextremen gebildet werden – als würden wir nicht wissen, was daraus folgen kann –, beängstigt mich ein bisschen.« Die Einwanderungspolizei der USA erschießt in seinen Augen Leute auf offener Straße. Und weil die Alternative für Deutschland das Vorgehen der Polizisten der ICE unterstützt, »deswegen bin ich ein bisschen irritiert davon, dass man so eine entspannte Haltung dazu hat, dass eine schleichende Übertragung von Macht an eine Partei erfolgt, die in einer Traditionslinie mit den Nationalsozialisten steht.«

»Traditionslinie mit den Nationalsozialisten«? – Banaszak wäre kein Politiker, wenn er nicht zweigleisig führe. Und so rät er zur Vorsicht vor falschen historischen Vergleichen und zugleich präsentiert er dreist einen solchen Vergleich: »Das« – also das Verhalten der ICE – »weckt in mir zumindest Erinnerungen daran, wie SA und SS in den Jahren schon vor der formalen Machtübertragung an Adolf Hitler hier aufgetreten sind.«


Lest we forget (Rememberance Day)
hobvias sudoneighm, CC BY-SA 2.0

Erinnerungen an die Zeit vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten? – Der Witz ist gut. Banaszak ist, wie schon gesagt, Jahrgang 89. Unter den Nazis hat er soviel gelebt, wie in einem regulären Beruf gearbeitet, nämlich gar nicht. Also wird er auch keine Erinnerung haben, es sei denn, er redet von einer kollektiven. Nur sollte er das dann eben auch so sagen.

Die Rede von der ›Erinnerung an...‹ ist in der Politik recht beliebt. Sie ist, darauf wurde schon oft hingewiesen, immer dann falsch, wenn der, der sie verwendet noch gar nicht lebte. – Und daher ist es durchaus korrekt, zu sagen, die Fotos zum Gespräch mit dem Enkel des Reichaußenministers Joachim von Ribbentrop und auch was er sagte über seinen Großvater, erinnerten mich an Außenministerin Annalena Baerbock, die ebenfalls mehr aufs Äußere aus war mit ihrer eitlen Garderobe.

Trotzdem wird dieses ›erinnert mich‹ immer wieder verwendet. Denn die Wendung suggeriert eine Präsenz, die dem Redner offenbar fehlt. Sie suggeriert zudem historisches Wissen, wo der Redner keines hat. Und er gibt vor, Erfahrung zu haben. Er erinnert sich. Schon erstehen die Schergen der SS und der SA vor unseren Augen und auch wir werden von Scheinerinnerungen beschlichen, auch wenn wir uns tatsächlich nur an Bilder aus Büchern erinnern. Die Emotionen kochen hoch und werden durch das eine »bisschen« zu viel kein bißchen kleiner.


Remembrance Day 2017 in Ottawa, Canada
Benoit Rochon, CC BY-SA 3.0

Autosuggestion a la eingebildete Erinnerung wäre das passende Wort. Oder auch Einbildung, nicht Erinnerung. Schon erstehen die Schergen der SS und der SA vor unseren Augen und auch wir werden von Scheinerinnerungen beschlichen, auch wenn wir uns tatsächlich nur an Bilder aus Büchern erinnern. Die Emotionen kochen hoch und werden durch das eine »bisschen« zu viel kein bißchen kleiner. Autosuggestion a la eingebildete Erinnerung wäre das passende Wort. Oder auch Einbildung, nicht Erinnerung.

Dazu paßt, daß Banaszak sich noch einmal wiederholt, als er die AfD zwar nicht mit der NSDAP gleichsetzen will, aber darauf verweist, daß heute die gleichen Debatten liefen wie damals. – Einbildungen erblühen bekanntlich an widersinnigen Sätzen. Sie machen wirr; zugleich lassen sie Spielräume, alles sagen zu können. Bis man am Ende selber glaubt, sich zu erinnern. Und das, obgleich Banaszak – soviel ist sicher – nicht den blassesten Schimmer hat über die Zeit vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Samstag, 07. Februar 2026

Social-Media Verbote als Ablenkung – Eine Methode haben Politik und Medien ganz besonders gut drauf: Die Ablenkung vom eigentlich Thema, der tatsächlichen Absicht. Wenn also jetzt über Verbote von Sociell-Media für Jugendliche unter 16 diskutiert wird, nachdem die Politik den Medien den Ball zugespielt hat, dann wird natürlich über die geplanten Verbote gestritten und wie der Gesetzgeber sie durchsetzen könnte, ohne daß jeder gleich schreit: Nordkorea oder Iran.

Geschwiegen wird zur tatsächlichen Absicht. Denn in Wirklichkeit sind Kinder und Jugendlichen den Behörden in Brüssel herzlich egal; siehe die Freigabe von Operationen an Geschlechtsorganen in einigen Ländern. Eine Politik, der es ums Kindeswohl ginge, hätte hier keinen Freiraum geschaffen, der nur eines bedeutet: Eine weitere Zerrüttung von Elternhäusern und eine Art Menopause für die Pubertät, auf daß aus dem Kind oder Jugendlichen bloß kein Erwachsener wird. Sie sollen infantil bleiben, also Stimmvieh von Grünen, Linken und Sozialdemokraten.


Baby mit Phone
futurestreet from Vancouver, Canada, CC BY 2.0

Nein, das Verbot von Social-Media für Jugendliche zielt in eine ganz andere Richtung: Auf die von vielen europäischen Politikern verhaßten amerikanischen sogenannten Tech-Unternehmen. Nachdem die der Europäischen Union ihre Gefolgschaft und das heißt ihre Bereitschaft zur Zensur aufgekündigt haben und sich wieder an der Freiheit der Rede orientieren, wie sie die Verfassung der Vereinigten Staaten garantiert, bereiten die Autokraten um Frau von der Leyen einen Großangriff vor gegen X und wie sie noch alle heißen.

Und der sieht so aus: Weil sich ein Verbot von Social-Media für Jugendliche unter 16 Jahren nicht oder auf jeden Fall nur schwer durchsetzen läßt, kommt es wieder und wieder zu Verstößen. Und für die werden die Behörden die US-Unternehmen zur Verantwortung ziehen, d.h. sie mahnen sie wieder und wieder ab. Das wird teuer.


Flackern
Paulae, CC BY 3.0

Nachdem die Zensurmaßnahmen der Behörden in Brüssel nicht greifen, schlagen sie also mit dem sicheren Instinkt des Autokraten gegen die Betreiber der Plattformen los. Denn den anderen Weg, einfach europäische Social-Media-Plattformen anzubieten, zu diesem Weg sind die Pseudo-Moralisten in Berlin, Paris und Brüssel nicht fähig. Was die Digital-Industrie angeht, befinden sich Frankreich und Deutschland auf dem Niveau einiger arabischer Staaten: Viel Geld und nichts dahinter. Auch das durchaus ein Aspekt der forschreitenden Islamisierung.

Dabei wäre ein generelles Verbot von SmartPhones für Kinder unter, sagen wir, 6 Jahren, durchaus sinnvoll, ja nötig. Das Geflacker des Bildschirms hat in Kinderwagen und auf Eßtischen herzlich wenig zu suchen, so sehr der Wunsch einiger Eltern, einmal Ruhe vor ihren Bälgern zu haben, verständlich ist. Schließlich füllt man die Annalenas und Mohammeds ja auch nicht mit Bier und Schnaps ab; zumindest ist es nicht erlaubt. Auch die durchlöchern das kindliche Hirn und das weiß im Grunde genommen jeder ganz gut. SmartPhones sind da nicht anders, auch wenn einige Eltern die Meinung verbreiten, sie müßten ihre Brut auf diesem Weg ins Digitale einführen.


Vermeer: Die Spitzenklöpplerin

Donnerstag, 05. Februar 2026

Der Pyrrhussieg der Feministinnen – Die großen Verlierer bleiben als tragische Figuren dem geschichtlichen Bewußtsein tiefer im Gedächtnis als die strahlenden Helden Alexander oder Caesar. Und so ist der Pyrrhussieg zur Metapher geronnen, auch wenn kaum ein Zeitgenosse auch nur eine seiner Schlachten nennen könnte. Allenfalls seine Kriegselephanten sind in der kollektiven Erinnerung präsent. Dabei sind gerade seine Siege symptomatisch für die Nemesis eitler Sieger.


Phyrrhus
Ny Carlsberg Glyptotek, Public domain

Vor Wochen erst prahlte eine Bekannte mit den Erfolgen der Frauenbewegung. Ihre Schilderung endete mit einem stolzen »Und!?! - Wir haben gesiegt.« – Und meinem Lachen. »Wie? Ihr habt gesiegt?« Und um meine Zweifel auch zu begründen, schickte ich ihr einen Beschreibung der tatsächlichen Lage, wie sie sich einer eher unbeteiligten Beobachterin darbieten würde, ausgeführt in der ›Neuen Züricher Zeitung‹ unter einem Titel der Skepsis: »Die grosse Feminisierung – wie sich die Gefühlskultur in der Arbeitswelt ausbreitete«.

Ich hätte ihr auch den Ausgangspunkt der Debatte zuschicken können. »The Great Feminization« von Helen Andrews in dem es treffend heißt: »Cancel culture is simply what women do whenever there are enough of them in a given organization or field«, mit der Zuspitzung: »Everything you think of as ›wokeness‹ is simply an epiphenomenon of demographic feminization.« Die Wirkung wäre dieselbe gewesen. Ich würde den Frauen zur Last legen wollen, was nicht ihre Schuld sei.

Nun sind Schuldkategorien fast immer schlecht. Denn in der Zuweisung von Schwarz und Weiß, Gut und Böse gehen genau jene Aspekte verloren, die einen Pyrrhussieg erst zu einem Phänomen machen, das die Betrachtung wirklich lohnt. Frauen, speziell Feministinnen, sind also nicht etwa Schuld, sondern haben etwas in Bewegung gesetzt, was sie im Grunde nicht wirklich wollten.

Nun könnte man sagen, Dialektik habe einen schlechten Leumund. Sie ist verkommen zum marxistischen Schacheröffnungsdenken, ist allzu mechanisch und dient mehr der Rechtfertigung als einer Offenbarung. Und das ist auch nicht ganz falsch. Aber leider falsch genug, um sie zu diskreditieren. Dabei läßt sich mit ihr soviel so gut erklären:


Walküre
Emil Doepler, Public domain

Der Feminismus hat tatsächlich gewonnen! In den staatstragenden Talkshows sitzen Frauen und leiten die Show. Deutschland wurde 16 Jahre von einer durch und durch weiblichen Kanzlerin regiert und über drei Perioden beherrschten Frauen die letzte Domäne eitler Männlichkeit: Sie wurden zu Ministerinnen der Verteidigung des Landes vereidigt. Frau von der Leyen regiert die Europäische Gemeinschaft. Und jede von ihnen besitzt männliche Durchsetzungskraft.

Doch im Ergebnis hat sich Deutschland in einen Waldorfzirkus verwandelt. Denn im Fahrwasser der Macherinnen flossen in Massen Frauen an wichtige Stellen, die eben typisch sind für ihr Geschlecht.Die Hilfsindustrie wird von ihnen beherrscht und die Bildungseinrichtungen aller Länder; an Grundschulen sind im wesentlichen Frauen als Lehrerin tätig; die Psychobranche wird von Frauen geradezu dominiert; Debatten über zu hohe Krankenstände werden im Klagelied vom armen Kranken ertränkt. Weibliches Mitgefühl gibt den Ton an, weil der Feminismus gesiegt hat.

Wie besagt: Weil der Feminismus gesiegt hat. Weil tatkräftige Frauen scheinbar uneinnehmbare männliche Bastionen erstiegen, konnten die Moralvorstellungen des schwachen Geschlechts, Mitgefühl und Rücksichtnahme, zu herrschenden werden. Die Gesellschaft wurde tagtäglich infantiler; die Pflege von Syrern und Negern wurde zur guten Tat; hysterische Jungfrauenfratzen unter Pudelmützen zum Symbol eines Jahrzehnts.

Und das, weil die vielfach so ganz anderen Feministinnen siegten. Sie, die den Männern, die sie nun vertrieben, in ihrer Kälte und mitunter Härte oftmals glichen, setzten ein so ganz andres Prinzip durch. Das ist es, was die Bekannte nicht sehen will und wohl auch nicht sehen kann. Wer will schon hören, daß Revolutionen nicht nur Kinder auffressen, sondern auch Frauen. Daß die Tage weiblicher Unabhängigkeit angesichts der islamischen Bevölkerungsanteile in ernster Gefahr sind. Und das unter der Hand. Ja, sogar unter Mithilfe eben jener Feministinnen, die ihren Sieg feiern wollen.


Belagerung von Sparta
François Topino-Lebrun, Public domain

In diesen Tagen, in denen Macht wieder rücksichtslos auftritt, sind diese weiblichen Eigenheiten nicht mehr gefragt. Im Gegenteil, sie mindern den Willen, dem Feind Einhalt zu gebieten. Sie können weg. Nicht als wirkliches Mitleid. Sondern als Gefühlsduselei. Als die Macht des Gefühls über die Härte des Verstandes. Tritt dieser zudem mit der Energie des Wilden in Erscheinung wie bei Donald Trump, reagiert eine feminisierte Gesellschaft in Panik. Denn nun wird klar, daß der Sieg des Feminismus ein Pyrrhussieg war. Meine Bekannte wollte davon, verständlich, nichts hören. Indes ist auch sie in Panik vor Trump.

Dabei liegt die Sache so klar: Weil weibliche Weichheit sich in Folge des Sieges durchgesetzt hat, fehlt die Energie, die gebraucht wird, um die Erfolge halten zu können. Die Masse der Frauen erliegt früher oder später den Machtansprüchen wirklicher männlicher Horden. Und das Schlimmste wird sein zu erkennen, wie vielen von ihnen das recht ist. Sie haben gesiegt, um die Unterwerfung der Frau neuerlich in die Wege zu leiten. Der Sieg als Voraussetzung für die womöglich totale Niederlage – wenn das kein Pyrrhussieg ist.

Mittwoch, 04. Februar 2026

Rußlands Außenminister Lawrow kann offenbar nicht zählen – Von den Deutschen wird gesagt, sie hängen einem entweder am Hals oder am Rockzipfel. Und wer das Verhalten der Dichter und Denken in der Corona-Zeit erlebt hat, kann das nur bestätigen. Von rechts bis links gab es nur diese beiden Optionen. Rationalität war eher selten. Es herrschten Mordlust oder Unterwerfung.

Ähnliches kann man auch von den Russen sagen. Wie die Wolgatreidler schleppen sie tief gebückt ihren Präsident Vladimir Putin den Fluß hoch und bedrohen zugleich Europa mit einem umfassenden Atomwaffenarsenal, während sie seit vier Jahren vergeblich die Ukraine zu unterwerfen versuchen.

Zu diesem Verhalten gehören Propagandisten wie der Außenminister Lawrow; das russische Gegenstück zu Analena Baerbock: Äußerlich etwas abgehangen und mit schlechten Manieren. Ein Wichtigtuer wie er im Buche steht.

Dieser Herr Lawrow schießt aktuell gegen die Deutsche Regierung und damit auch gegen Deutschland. »Die deutsche Regierung hat aufgehört, den Fakt zu verstecken, dass sie unserem Land gegenüber von der Besessenheit getrieben wird, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen.« Er spricht weiter von »Revanchismus« gegen Rußland und von deutschen Waffen, die in der Ukraine gegen Rußland zum Einsatz kämen, als gäbe es den Krieg seiner Regierung gegen die Ukraine nicht und auch nicht den Völkermord, der seit vier Jahren anhält. Zur Erinnerung: Rußland holt regelmäßig ukrainische Kinder nach Rußland und ist ganz offen bestrebt, die Ukrainer als Volk auszulöschen. Das nennt man Völkermord.

Aber der Außenminister Putins verweist auf die Revanche und der Deutsche Außenminister hält mit einer moralischen Standpauke dagegen. – Statt Lawrow darüber aufzuklären, daß der Plural in »frühere Niederlagen« schlicht falsch ist. Eine Lüge, die schon Putin im halbstaatlichen Fernsehn Deutschlands auftischen durfte in der gesteigerten Form, Deutsche und Russen verstünden sich gut, weil Rußland noch nie einen Krieg gegen Deutschland verloren habe.

Die Wahrheit ist: Rußland hat zwei Kriege gegen Deutschland verloren und beim einzigen Sieg war Rußland anschließend mindestens eben sosehr zerstört wie Deutschland. Nein? – Nun, den Ersten Weltkrieg hat Moskau verloren. Andernfalls stünden russische Truppe jetzt in Konstantinopel, wie 1917 von den Westalliierten versprochen. Und den Kalten Krieg hat Rußland gleichfalls verloren. Die Reste der Roten Armee gaben 1989 ein Jammerbild ab, als Moskau nicht einmal die Unterkünfte der geschlagenen Divisionen aus der eigenen Tasche bezahlen konnte. Und unter uns, Herr Lawrow, ihre Verbände geben in der Ukraine eine traurige Vorstellung von einer Armee. Auch nach vier Jahren haben sie das im Februar und März eroberte und dann verlorene Terrain noch nicht wieder in eigener Hand. Rußlands Armee ist ein Schatten früherer Tage und das Licht stammte damals, also ab 1943, in wesentlichen Momenten aus Fabriken in den Vereinigten Staaten.

Leider war das nicht die Antwort des Deutschen Außenministers. Dabei wäre genau diese der heutigen Zeit angemessen. Es sind Zeiten der offenen Macht. Und die hat Rußland eben nicht mehr, auch wenn es sie gerne hätte. Rußland ist eine Mittelmacht, die ohne China noch weniger ist und sich in Nordkorea Soldaten ausleihen muß.

Montag, 02. Februar 2026

Trump-Hasser Slavoj Žižek macht in Pegida – Der Alt-Stalinist und linke Gebildete Slavoj Žižek darf also auch mal. Und selbstverständlich macht er es nicht unter »Angriff auf die europäische Zivilisation«. Den wirft er dem US-Präsidenten Donald Trump vor. Und das macht er auf seine gewohnte übertrieben polemische Weise und sicherlich ohne den Vorwurf, in der Berliner Zeitung Haß zu verbreiten:

»Wenn es einen politischen Führer gibt, der stets von neuem beweist, wie sehr er voller Scheiße steckt, dann Donald Trump. Das Bild ist legitim, denn sein jüngster Akt, die rücksichtslose Rekolonialisierung souveräner Länder, ist nichts anderes als ein großer Misthaufen, dessen Gestank wir zu ertragen haben.«

Wir, das ist wohl die europäische Linke, das sind die EU und ihre Bürokraten in Brüssel, dieser Hort der Zivilisation, das sind die Aktivisten aus den alchemistischen Küchen der Genderei und des Multikultikults, die sich für Aufklärer halten. Sie alle verteidigen die Europäische Zivilisation gegen Donald Trump und überhaupt gegen die kulturlosen Amis.

Wenn wir es nicht besser wüßten, könnten wir Slavoj Žižek für den letzten Demonstranten bei Pegida halten – die wollten bekanntlich auch das Abendland retten, allerdings vor dem Islam und das mit sehr viel mehr guten Gründen als dieser abgetakelte Linke.

Und um sich zu begründen – schließlich hält sich der Slovene Žižek für einen Denker – begibt er sich in den Kindergarten der Rhetorik und tischt zur Charakterisierung Trumps den Unterschied von ›autoritär‹ und ›Autorität‹ auf: »Die prägnanteste Charakterisierung des US-Präsidenten ist die eines Autoritaristen ohne Autorität.« – Aha, Trump hat also Macht, aber er hat keine Autorität; er wirkt nicht auf uns; er beeindruckt uns nicht; zumindest nicht Herrn Žižek. Denn es mangle Trump an »jenem stillen Selbstbewusstsein, das bestimmte Menschen ausstrahlen und das ihren Handlungen eine besondere, vor allem gewaltfreie Kraft verleiht.« Einem Pubertierenden mag man mit solchen Unterscheidungen kommen, aber bitte nicht einem Hauptstadtblatt, das auch landesweit einige Leser hat.

Es ist immer ein Vergnügen, selbstredend Gebildete zu erleben, wenn sie Argumente aus dem Ärmel zaubern, die sie noch vor kurzem ihren Gegnern vorwarfen: »Europäische Zivilisation«. Ausgerechnet diese Worte aus dem Mund eines, der außer einigen sprachlichen Wurschteleien im Fahrwasser einer Frau Butler und einiger ›french thinker‹ nichts nachgedacht hat. Dieser Scheingebildete nimmt einen derart belasteten Begriff wie »Europäische Zivilisation« in den Mund und schämt sich nicht mal.

Und natürlich macht er das nicht, ohne seine sicherlich veritable philosophische Bildung zu zeigen. Ein Wittgenstein-Zitat muß schon her, um Trump zu diskreditieren. Trump wäre nicht »authentisch«. – Der Witz ist gut. Gerade seine höllische Unberechenbarkeit macht Trump ohne Frage authentisch, seine plötzlichen Statements, seine Tricks mit den Iranern im 12-Tage-Krieg, als sein Angebot von Verhandlungen bis nächsten Samstag vorgetäuscht war; allein dafür wird er gehaßt von den keifenden und spuckenden iranischen Terroristen in Teheran. Als »spontan« hätte Žižek das gelobt, wäre es von einem linken Schergen gekommen. Jetzt aber macht er in »Europäische Zivilisation« und gegen Trump.

Um dem Präsidenten vorzuwerfen, daß er sich in Oslo beschwert hat, den Friedensnobelpreis nicht erhalten zu haben, fällt Žižek schon wieder nichts besseres ein, als eine Anmerkung auf Schülerzeitungniveau: »Offensichtlich ist ihm der Friedenspreis wichtiger als der Weltfrieden selbst.« – Nein, Herr Žižek, an dem Schluß ist nichts offensichtlich. Der Schluß ist schlechte Polemik.

Und dann spricht Žižek plötzlich einen richtigen Satz aus: »Auch wenn Trump sich gerne als fast allmächtig präsentiert, ist seine Macht doch begrenzt. Er ist sich dieser Grenzen auch sehr wohl bewusst.« – Genau! Trump weiß um die Grenzen seiner Macht.

Und, Herr Žižek, kann man einem Mann mit soviel Macht ein größeres Kompliment machen? – Wohl kaum. Und weil Trump um die Beschränktheit seiner Macht weiß – während Žižek seine intellektuelle nicht einmal ahnt – agiert er im Befreiungskrieg der Ukraine vorsichtig, während die europäischen Zivilisationen die Ukrainer am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Aber dazu, zu dieser peinlichen Passivität Europas in der Ukraine, fällt Herrn Žižek nichts ein. Er glaubt an Europa: »Europa wird weiterhin von seinem normativen Überbau (dem emanzipatorischen Erbe der Aufklärung) beherrscht, weshalb auch der Anti-Eurozentrismus, der Hass auf das vereinte Europa, von allen Neuen Rechten (und sogar von vielen Linken) auf der ganzen Welt geteilt wird.« – Die Brüsseler Verwaltungsbehörden und Zivilisation! Herr Žižek, müssen Sie da nicht selber lachen?

Trump und die politische Rechte Europas lehnen auf der einen Seite einen »Eurozentrismus« – man beachte herrlich treffende Bezeichnung €-Zentrismus – ab, und unterstützen ein vereintes Europa; das haben Trump und Vance und Meloni und LePen mehr als einmal betont. Hier lügt sich Žižek etwas zurecht. Aber vor allem vergißt der linke Demagoge, der Žižek ist:

Die USA haben den europäischen Geist weiter getragen. Und der Aufstand von Trump gegen ein schlechtes Establishment gehört zu den zentralen europäischen Momenten seiner Präsidentschaft. »We the People!« Das ist der Schlachtruf der politischen Moderne. Aber Žižek ist Stalinist; zumindest war er einer. Einer, der die Folterungen in den NKWD- und Stasi-Kellern als Fortschritt gegenüber den Nazi-Barbaren gefeiert hat, weil sie den Gequälten eine Persönlichkeit liehen.

Nach einigen lächerlichen Phrasen – Europa sei ein »strategisch agiler Hard-Power-Akteur« oder wenn Žižek erklärt, man müsse »die Weisheit der dekolonialisierten afrikanischen Länder Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre bewundern, die gemeinsam beschlossen, die kolonialen Grenzen nicht in Frage zu stellen« oder wenn er über die ICE schreibt, »bestehe in der Hauptsache aus jungen Schlägern und Straftätern, die schnell ausgebildet und mit Waffen ausgestattet werden, fast wie Trumps Siedler im Westjordanland« und man nicht weiß: Verschreibt es sich oder meint er den Unsinn wirklich? – Nach alledem kommt Žižek im noch verwirrteren Schlußteil seines Artikels noch einmal auf den Begriff der Europäischen Zivilisation zurück, die Trump angeblich zerstören will.

Hier folgt der vermutlich zentrale Satz, aus dem die linke Galionsfigur Žižek seine These ableitet, die US-Regierung wolle die »europäische Zivilisation« zerstören. Im ihrem ›National Security Strategy of the United States of America‹ wird von wirtschaftlichen Problemen der Europäer gesprochen, die in weniger als 20 Jahren »von der realen und noch gravierenderen Aussicht auf eine Auslöschung der Zivilisation« in den Schatten gestellt werden. – Nur spricht das Papier von Gründen dieser Auslöschung und das sind nicht die USA, sondern die Abermillionen von Migranten.

Žižek bleibt im Dunst unklarer Gedankenkonstruktionen, die schon deshalb zu nichts führen, weil nicht klar wird, was genau europäische Zivilisation denn nun bedeutet. Und so lange das nicht klar ist, kann man sie weder zerstören noch um sie kämpfen. Genau dieses Problem hatte Pegida auch. Die Vertreter hatten nur ein dumpfes Gefühl. So wie Herr Zižek. Allerdings kommt bei letzterem noch eine ungute Portion Haß auf den US-Präsidenten dazu. Und Haß behindert bekanntlich beim klaren Denken, wie schon Spinoza wußte.

Samstag, 31. Januar 2026

Joschka Fischer und die Deutsche Atombombe – Ehemalige Außenminister pflegen immer mal wieder aus der Versenkung aufzutauchen und dann müssen sie schon steile Thesen auftischen, sonst wird sie niemand drucken. Joschka Fischer, der Turnschuhminister und Liebling grüner Frauen, bevor Robert Habeck diesen Part übernahm, weil »der Joschka« zu alt und zu rund geworden war, weiß das und hetzt in einem Gespräch mit den Tagesspiegel nicht nur gegen Trump und die USA, sondern überrascht mit der Forderung nach einer »europäischen Atombombe«.

Und noch eines überrascht. Auf die Frage »Würden Sie sich heute freiwillig zum Wehrdienst melden?« erklärt der pazifistische Schläger von einst frank und frei: »Ja. Als junger Mann würde ich mich freiwillig melden. Die Zeit ist eine andere. Wir werden bedroht. Wir müssen uns verteidigen.«

»Auch nuklear?« – Und schon steigt der leicht angegraute Grüne auf die Bremse: »Ich hielte es für einen großen Irrtum, wenn Deutschland die atomare Bewaffnung als nationale Herausforderung sähe.« – »Also Atomwaffen ja, aber nur im europäischen Kontext?« – Und nun wartet Fischer mit einer wirren Satzfolge auf: »Europa muss das machen, denn die amerikanische Schutzgarantie ist ab sofort ungewiss. Deutschland sollte nie wieder alleine agieren, nie wieder. Wir brauchen unsere europäischen Partner.«

Wie? Deutschland sollte nie wieder alleine agieren? – Und wenn unsere europäischen Partner entscheiden, sich Rußland zu ergeben, dann darf Deutschland seine Freiheit nicht alleine verteidigen?? – Ginge es nach Fischer, dann offenbar nicht. Ganz offenbar sucht Fischer nach einem Kompromiss zwischen Atombewaffnung Europas und einem waffenlosen Deutschland. Soviel Haß auf das Vaterland muß schon sein, egal welcher schizophrene Unsinn sich daraus ergibt. Und der folgt mit zwingender Notwendigkeit: Fischer schwadroniert über ein Deutschland allein in Mitteleuropa, über die stärkste Volkswirtschaft, über 1871, und natürlich über den Nationalsozialismus. »Deutschland war seit seiner ersten Vereinigung 1871 in der Mitte Europas alleine. Das war ein großes Unglück. Das Potenzial dieser deutschen Industrienation hat nicht nur uns, sondern Europa als ganzen Kontinent überfordert.«

Sein Potential hat Deutschland überfordert. Was für eine herrliche Blase, die der ehemalige Außenminister Fischer da verpustet. Neben der Forderung nach europäischen Atomwaffen, die er nicht konkretisiert. Die er auch nicht konkretisieren kann, weil er lieber gegen Deutschland wettert. Ob Fischer weiß, daß sich ein Land nur verteidigen kann, wenn es von seinen Bürgern geliebt wird? Wenn sie bereit sind, für dieses Land ihre Leben zu riskieren?

Fischer ist dazu nicht bereit. Er delegiert die Verantwortung und das Risiko an ein fiktives Europa, womöglich an die EU. Was genau das denn nun sein soll und wie es mit Leben gefüllt werden kann – davon hat »der Joschka« keine Ahnung. Seine Gedankenwelt wird von der Ablehnung der USA, dem Haß auf Trump und den selbstzufriedenen Suaden über die deutsche Geschichte beherrscht. Damit verteidigt man weder ein Land und noch einen Kontinent; weder konventionell noch nuklear.

Freitag, 30. Januar 2026

Ab heute nur noch Ministerpräsident – Wer sich, wie jetzt wieder viele, über Plagiate empört, mit denen Politiker sich Doktortitel erschlichen, der glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann. Denn hinter dieser Empörung steckt der feste Glaube, ein Doktortitel sei das Zeichen für etwas Besonderes, sei womöglich der Beweis für höhere Formen von Intelligenz auf diesem Planeten; getoppt nur noch vom Professorentitel oder ähnlichen akademischen Meriten.

Nun hat es also wieder einen erwischt. Dem Ministerpräsident von Thüringen Voigt wurde von der Technischen Universität Chemnitz der Doktortitel aberkannt, weil er sich eine besondere Mühe beim Zitieren erspart hat: Statt die originale Quelle zu lesen, hat er eine Sekundärquelle genommen, dort abgeschrieben und dann als seine Quelle das Original angegeben – ein durchaus gängiges Verfahren für all jene, die sich Zeit sparen wollen. Statt Wittgenstein lesen sie Wiki über Wittgenstein und suggerieren, Wittgenstein gelesen zu haben.

Schon spottet die Süddeutsche Zeitung: »Ab heute nur noch Herr Ministerpräsident« – und bemerkt offenbar nicht einmal das Anmaßende der Formulierung. Denn während es in Deutschland 16 Ministerpräsidenten gibt, zählte das Land im Jahr 2019 schlappe 862.000 Doktoranden. Einer von 16 oder einer von Vielen – das ist hier die Frage.

Doch der Akademikerstand gilt offenbar mehr. Und ihn zu verlieren, als Verdammnis. So daß, wer verdammen will, auf den Akademiker zielt. Plagiatsjäger pirschen durch den politischen Dschungel und suchen nach eben jenen Plagiaten, wie Herr Mario Voigt eines wagte. Dabei ist gegen die zeitsparende Zitation kaum etwas einzuwenden. Nur wer ein Zitat für etwas Bedeutsames hält, legt aufs Zitieren viel Wert. Sind aber nicht eigentlich die Gedanken, die zum Doktor führten die wirklichen Schätze? – Selbstverständlich.

Zitate sind die Pinkelmarken gebildeter Leute. Mit ihnen wird sich wichtig getan an den Universitäten von jenen, die für einen Professorentitel an egal welcher Fakultät ihre Oma verkauften. Kaum einer, eigentlich keiner, hat die Stärke eines Baruch de Spinoza, der eine Berufung nach Heidelberg ablehnte, weil sie einerseits seine Freiheit des Denkens behindern und zudem die Tätigkeit eines Hochschullehrers ihn blockieren würde. »Denn ich bedenke, daß ich mit der Fortbildung der Philosophie aufhören würde, wenn ich mich dem Unterrichte der Jugend widmen wollte.«

Tatsächlich sind die Hochschulen seit langem zu Schulen herabgesunken. Die Politisierung gab ihnen den Rest. Nun sind auch viele Studenten eitle Gestalten, die sich für was besonderes halten, weil sie »etwas studieren«. Wer an solchen Anstalten einen Doktor ergattert oder ergaunert, hat in vielen Fällen wenig gelernt und noch weniger nachgedacht. Er geht mit seinem Doktor am Bug völlig zurecht in die Politik.

Mit einem realistischen Blick auf die Universitäten im Land muß man Voigt also seine unlauteres Zitieren verzeihen. Da gibt es weitaus bessere Gründe, warum dieser Ministerpräsident als solcher zurücktreten sollte und fortan, als einer von einer halben Millionen, in Doktor machte. Bis dahin aber bleibt er einer von 16, er bleibt Ministerpräsident des Freistaats Thüringen – und rangiert weit über jedem Doktortitel egal von welcher Fakultät.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Die politische Linke und ihre Façade – Das ganze Gesicht, der ganze Ausdruck von Heidi Reichinnek ist Propaganda. Die stieren Blicke, der knallrote Lippenstift; selbst die Krähenfüße kriegen bei der Politikerin der Linken ihre wörtliche Bedeutung: Sie wollen sich in den politischen Gegner einkrallen. Sie ist eine vollständige Selbstdarstellerin so wie Goebbels auch einer war; sie ist ganz und gar Propaganda.

Und wenn sie mit diesem Blick erklärt: »Manchmal muss man einen Nazi eben auch im Bundestag einen Nazi nennen«, dann möchte man ihr entgegenhalten: Sie selbst ist nichts weiter als ein rotlackierter Nazi, um die berühmte Formel Kurt Schumachers vom »rot lackierten Kommunisten« abzuwandeln. Und wenn sie sagt: »Merz ist ein feiger Wurm«, dann könnte man ihr ob ihres Äußeren entgegenhalten, sie sähe aus wie eine ›billige Hafennutte‹ aus einem Stück von Brecht und sei im übrigen als Sprecherin einer antisemitischen Partei selber eine widerliche Antisemitin.

Allerdings kann man sie auch warnen. Denn sie hat die demagogischen Methoden der Kommunisten noch nicht wirklich verstanden. Die wurden vor fast 30 Jahren vom polnischen Philosophen Leszek Kołakowski in seinem Aufsatz »Völkermord und Ideologie« treffend beschrieben, als er sie um den Begriff der Façade gruppierte und von der Nazi-Propaganda unterschied: »Ein bemerkenswerter Aspekt des Nationalsozialismus war seine Offenheit.« Die Nazis täuschten nicht. »Sie taten, was ihre Ideologie explizit von ihnen erwartet.« Hitler kündigte den Holocaust an.

Dieser Umstand wurde oftmals betont; immer mit der Fragestellung im Hintergrund, wie es möglich war, daß trotzdem so viele ihm folgten. – Dabei ist die Antwort so düster wie einfach: Weil sie ihn auch in diesem Punkt im Grunde und trotz aller späteren Dementis ihren Führer rückhaltlos unterstützten.

Wie anders die Kommunisten! – Denn um die und die politische Linke geht es in dem genannten Aufsatz vor allem, auch wenn Titel und Anfang etwas anderes anzudeuten scheinen. Die politische Linke hat ihre Untaten niemals offen verkündet. Richtig, sie sprach und spricht davon, einige Reiche zu erschießen. Aber vom Völkermord war eigentlich niemals die Rede. Sie betonte und betont bis heute ihren altruistischen Charakter. Im utopischen Staat wird es allen gutgehen.

Im Grunde wissen alle, daß das Lüge ist. Bis heute gibt es kein Beispiel eines linken Staates, der human war. Früher oder später wurden Mauern, Gefängnisse und Arbeitslager errichtet; Massen- und Völkermord heißt die Realität in allen linken Staaten. Und doch wird das nicht deutlich. Warum? – »Im Unterschied zum Nationalsozialismus, war der Stalinismus Façade«, schreibt Kołakowski. Und exakt dieser Aspekt, diese Façade, machte den Stalinismus für Intellektuelle so ungeheuer attraktiv. Bis heute.

Wer jetzt einwendet, der Stalinismus hätte praktisch keine Unterstützer mehr; zumindest nicht in der westlichen Linken; der zeigt, daß er sich von dieser Façade immer noch täuschen läßt. Und das in doppeltem Sinne. Zum einen dient diese Façade der Täuschung potentieller Unterstützer. Wer offiziell predigt, mit den Massenmorden der politischen Linken nichts zu schaffen zu haben, der weckt Zweifel. Wenn Frau Reichinnek behauptet, die DDR sei kein Sozialismus gewesen, dann gibt sie eben jenen, die glauben wollen, Grund, glauben zu können.

Zum anderen übersieht er die autosuggestive Kraft dieser Façade. Und das ist vermutlich der zentralere Punkt: Die selbsterklärten Unterstützer der politischen Linken glauben an diese Façade, weil sie etwas intellektuell Verlockendes hat. »Der Nazismus war vollkommen steril«, betont Kołakowski den Unterschied. »Dank seiner raffinierten Manipulation von Worten war der Kommunismus fähig, für eine große Zahl von Intellektuellen so attraktiv zu sein.« Und weiter: »Das tausende von hervorragende Köpfen dem Stalinismus zum Opfer vielen« – intellektuell zum Opfer fielen! – »verdient Aufmerksamkeit als ein besonderes Beispiel der Macht von Ideologien«.

Während die politische Linke an sämtlichen Hochschulen über die Ideologien totalitärer Systeme aufklärte, verfiel sie selber ihrer eigenen Ideologie durch Hingabe an intellektuelle Verrenkungen a la Adorno. Natürlich war der Feuilleton-Philosoph der Gebildeten kein Stalinist. Aber seine dialektischen Suaden über Kapitalismus und Menschlichkeit dienen genau der linken Façade und ihre klaustrophobische Sprache ist Teil jener verlockenden Täuschung.

Wer den Gebildeten, die sich zudem als Linke verstehen, lauscht, wird immer wieder eines feststellen: Vordergründig geben sie zu, daß ihre Ideologie eben das ist: Ideologie. Aber konkret verteidigen sie ihren Marx und all den anderen Murks mit Zähnen und Klauen. Bei diesen intellektuellen Verrenkungen sind sie in ihrem ureigensten Element. Die Gründe, warum der Stalinismus mit Marx nichts zu tun habe, können am Ende gar nicht absurd genug sein. Hauptsache es denkt kompliziert.

So gesehen hat Frau Reichinnek mit ihrer proletarischen Offenheit den Nachkriegsdiskurs der studentisch verankerten Linken verlassen. Sie will durch Sprüche mitreißen und nicht mit Hilfe einer ausgefeilten Rhetorik. Das Tattoo ersetzt das Traktat; roter Lippenstift die schwarze Magie der Dialektik; die unbelegte Phrase das virtuos demonstrierte Hintergrundwissen. Einen Auftritt wie bei Markus Lanz, als Reichinnek ihr Unwissen bis zur Peinlichkeit offenbarte, wäre einem Cohn-Bendit oder Fischer schwerlich passiert. Die beiden verstanden sich auf jene von Kołakowski analysierte intellektuelle Façade; Frau Reichinnek hält sich dagegen ans proletarische Outfit.

Montag, 26. Januar 2026

»›Zersetzung‹ ist jetzt ein zentrales Wort.« – Diese Anmerkung Victor Klemperers – »›Zersetzung‹ ist jetzt ein zentrales Wort.« – gegen Ende seines Standardwerks zur Sprache im Dritten Reich, LTI, Lingua Tertii Imperii, bezieht sich konkret auf den Weg hin zum Reich der niederen Dämonen; Nachkriegszeit; Krisenzeiten. Es handelt sich also um ein Wort, das Krisenzeiten anzeigt. Zugleich ein widersprüchliches Wort.

Hier wird es von der nationalsozialistischen Propaganda verwendet und gegen den Geist, gegen das »zersetzende« Denken in Stellung gebracht; und natürlich gegen die Juden, die andere Völker »zersetzen«. Dort wird es von den anderen Sozialisten als »Zersetzungsarbeit« der Inlandsgeheimdienste aktiv gegen Oppositionelle mobilisiert. Sie sollen den politischen Gegner durch »Zersplitterung, Lähmung, Desorganisierung und Isolierung« zermürben, um seine Arbeit »wesentlich einzuschränken oder gänzlich zu unterbinden bzw. eine differenzierte politisch-ideologische Rückgewinnung zu ermöglichen.«

Zwei Begriffe, zwei Bedeutungen – hier der Vorwurf der Zersetzung, dort die Zersetzung als Mittel im politischen Kampf, vereint in der Bestätigung des Vorwurf durch den verhaßten politischen Gegner. Die antisemitische Stereotype realisiert durch den Inlandsgeheimdienst, die Stasi, eines antisemitischen, sozialistischen Staates, die DDR. Wenn das nicht paradox ist.

Und nun taucht die Vokabel ›Zersetzung‹ beinahe unschuldig wieder auf, verwendet von Vertretern des Staates und der Opposition und in Krisenzeiten. Und in jedem Fall wird übers zersetzen gesprochen wie über ein »teuflisches Gift«, um noch einmal Klemperer zu zitieren. Und egal, wie man sie liest: Sie gehört in den Dunstkreis des Vorwurfs der Spaltung. Jemand will die Gesellschaft spalten. Was begrifflich unsinnig ist, da man zwar eine Gemeinschaft, nicht aber eine Gesellschaft spalten kann. Wir bewegen uns also in der Umgebung von Gruppenansprüchen, die weit über das hinaus gehen, was wir aus den vergangenen Jahrzehnten kennen. Es wird indirekt an eine Gemeinschaft appelliert, an ein imaginiertes Kollektiv, das zusammensteht – und wehe nicht.

Und dieses Kollektiv wird angeblich zersetzt. Dolf Sternberger erwähnt die Vokabel in dieser Verbform 1946 in seinem ›Wörterbuch des Unmenschen‹; also kurz nach jenen Tagen, als das Wort »intellektuell« einen fast so schlechten Klang hatte wie »jüdisch«. Aus dem Lateinischen ›lego‹ kommend, steht es für ›zerlegen‹; Stück für Stück wird etwas weggenommen, entfernt. Und auch wenn Sternberger ergänzt, daß das Zerlegte anschließend wieder zusammengefügt werden soll – das Destruktive geht voraus.

Und in diesem Sinne wird zersetzen heute verstanden. Der politischen Rechten wird unterstellt, die Gesellschaft zu zersetzen, sie Stück für Stück und vom Rand her zu zerlegen. Und wenn umgekehrt dem Staat unterstellt wird, er wolle die Opposition zersetzen, dann deutet sich eine psychologische Gemeinsamkeit an: Staat und Opposition tragen Sorge um ihre jeweilige Gemeinschaft. Sie ist bedroht. – In diesem Sinne hat sich in Deutschland nicht viel geändert. Es herrscht Sehnsucht nach Gemeinschaft, tiefe, tiefe Sehnsucht.

Sonntag, 25. Januar 2026

Bildungsministerin Prien warnt vor Zersetzung – Wenn eine Bildungsministerin vor Zersetzung warnt, dann ist gleich zweierlei schlimm: Der Gebrauch der klassischen antisemitischen Stereotype und daß eine Ministerin für Bildung davon nichts weiß.

Konkret geht es um den Vorwurf gegen Ministerpräsident Daniel Günther, Zensurmaßnahmen gefordert zu haben. Der Politiker wehrt sich dagegen und selbstverständlich springen ihm Parteikollegen bei, insbesondere jene, die schon unter Günther dienten; in diesem Fall Karin Prien, die aktuelle Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Doch im Unterschied zu anderen referiert sie nicht auf die Worte, die der CDU-Politiker Günther in einer Talk-Show gebrauchte, sondern sie versucht es mit einer Petitio Principii, einem Zirkelbeweis; sie setzt voraus, was sie beweisen will. Gegenüber der taz steigert sie sich zu dem Satz: »Es gehört schon sehr viel Böswilligkeit dazu, ihm das zu unterstellen« – also die Forderung nach Zensur. Prien macht es gegenüber der ›taz‹ kurz:

Sie erspart sich den Beweis und behauptet, Daniel Günther könne Zensur gar nicht gefordert haben, und wer das Gegenteil behauptet, dem unterstellt die Ministerin Böswilligkeit. Und schon ist sie auf der emotionalen Ebene angelangt und kann auf Belege verzichten. Das ist logisch erbärmlich, politisch aber äußerst gerissen. Denn umgehend befindet sie sich im Haßdiskurs, bei dem immer der andere haßt.

Was Frau Prien nicht bemerkt hat: Sie selber ist es, die haßt. Sie selber ist es, die eine klassische antisemitische Stereotype verwendet. Nur einige Sätze vor ihrem logischen Patzer läßt sie sich zur Bemerkung verleiten: »Ein Teil dieser Medien« – gemeint ist offenbar unter anderem ›Nius‹ – »will zur Delegitimierung und Zersetzung unseres freiheitlichen, demokratischen Systems beitragen, das ist offenkundig.« - Frau Prien, sie, die sich als »jüdische Ministerin« versteht – Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen, Jugend; und Juden? – verwendet das Wort ›Zersetzung‹, ohne mit der Wimper zu zucken. Weiß sie es einfach nicht besser?

»Juden und Judengenossen, getaufte und ungetaufte, arbeiten unermüdlich und auf allen äußersten, radikalsten Linken mitsitzend, an der Zersetzung und Auflösung dessen, worin uns Deutschen bisher unser Menschliches und Heiliges eingefaßt schien, an der Auflösung und Zerstörung jeder Vaterlandsliebe und Gottesfurcht « – Soweit einer der Heroen der AfD: Ernst Moritz Arndt, den Ministerin Prien nicht kennen muß, und zitiert aus ›LTI‹ von Viktor Klemperer, ein Buch, das Frau Prien kennen sollte, ja eigentlich muß. Dort könnte sie lesen: »›Zersetzung‹ ist jetzt ein zentrales Wort.« Jetzt ist Nazideutschland; das Wort ›Zersetzung‹ Teil der LTI, der lingua tertii imperii, der Sprache des Dritten Reichs.

Wer erkennen will, ob jemand wirklich jüdisch ist, oder sich das ›jüdisch‹ nur anheftet, um sich wichtig zu machen, der hat hier einen leichteren Fall. Ein wirklich jemals verfolgter Jude weiß um die Bedeutung des Wortes ›Zersetzung‹ und nimmt es billigend oder gar affirmativ niemals in den Mund; Frau Prien weiß es offenbar nicht.

Natürlich könnte Ministerin Prien in der Broschüre ›Gemeinsam für Demokratie und gegen Extremismus des [!] Bundesregierung‹ nachlesen: »Rechtsextremisten agitierten in den letzten Jahren immer offener und aggressiver gegen die Liberalisierung des öffentlichen Diskurses hinsichtlich unterschiedlicher sexueller Orientierungen sowie gleichgeschlechtlicher Partnerschafts- und Familienmodelle, die sie als ›Zersetzung‹ diffamieren.« Schließlich stammen die Zeilen aus dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen, Jugend und stehen im Internet. Oder stehen sie dort als Beispiel für Bildungsdefizite und antisemitische Stereotypen in deutschen Behörden?

Die selbsternannt »jüdische Ministerin« Karin Prien, die von sich zudem sagt, sie sei nicht »religiös« – was die Frage in den Raum stellt, in welchem Sinne sie jüdisch ist, wenn nicht im religiösen? –, diese Frau, die für Bildung auf Bundesebene zuständig zeichnet, auch wenn Bildung Ländersache ist, hat offensichtlich Probleme: Mit der Logik, mit antisemitischen Stereotypen, und, als wäre das nicht schon genug, zuletzt mit ihrem Verständnis von ›jüdisch‹. Vielleicht sollte sie diese angehen, bevor sie versucht, ihrem ehemaligen Chef aus der Patsche zu helfen, in die der sich selbst manövriert hat, als er einem Talkmeister auf den Leim ging.

Samstag, 24. Januar 2026

Organisationen vereinter Nationen – Daß die ›United Nations Organisation‹, die Organisation der Vereinten Nationen, – fälschlich übersetzt in die Kurzform und den Plural ›Vereinte Nationen‹ –, gescheitert ist, erkennt man unter anderem daran, daß Deutschland, als es nach 45 Jahren mal wieder an der Reihe war, Frau Baerbock als Sprecherin der Generalversammlung nominierte. Eine belanglose Politikerin auf einem belanglosen Posten.

Der Grund für das Scheitern der UNO ist leicht gefunden: Dem Völkerrecht, auf das sich die UNO bezieht, fehlen Richter und Exekutive, die es durchsetzen können. Die Mitglieder, ausdrücklich Plural, dieser Organisation, ausdrücklich Singular, fühlen sich rechtlich daher nicht gebunden, unterwerfen sich dieser Organisation in aller Regel nicht. Warum auch?

Schließlich wird im Sicherheitsrat alles blockiert, eine Eingreiftruppe nur selten gebildet und falls doch, handelt es sich nur ausnahmsweise um einen effektiven militärischen Körper. Eine Ausnahme: Korea 1950. Und bis heute ist unklar, warum Stalin sein Veto gegen das Eingreifen nicht eingelegt hat. Der Teilungsbeschluß von 1947, der das Mandatsgebiet Palästina Juden und Moslems zusprach, ein weiterer Fall. Bis heute wird er von einigen Staaten schlicht ignoriert.

Wenn also jetzt US-Präsident dieser Organisation den Todesstoß versetzen will, dann tut er recht daran; denn die UNO ist bestenfalls eine Geldumverteilungsmaschine. Auf die Entscheidungen in Moskau und Peking, Washington und Jerusalem, Teheran und Pjöngjang hat sie keinen Einfluß. Sie wird erst angerufen, wenn man sich einen Vorteil verspricht.

Die Aussichten auf eine Reform sind schlecht. Denn es fehlt nicht nur eine Exekutive – es fehlt an den militärischen Mitteln, ihre Befehle auch durchzusetzen. Nur eine einzige militärische Macht ist dazu in der Lage: Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Und die werden nicht als neutral angesehen, vertreten keine universell anerkannte Gewalt, bilden kein überstaatliches Gewaltmonopol. Weltpolizist ist ein meist polemisch gebrauchter Begriff – aber genau ihn braucht es und gibt es nicht.

Aus den gleichen Gründen ist bereits der weitestgehend vergessene Völkerbund, ebenfalls nach einem Großen Krieg gegründet, gescheitert. Anders als heute, traten damals Staaten aus dem Völkerbund aus, um ihre Mißachtung dieses Bundes zu beweisen: Japan, nachdem es China 1931 angriff; Italien nachdem es 1935 Abessinien angriff; Rußland, nachdem es 1940 Finnland angriff. Da war das Deutsche Reich schon seit sieben Jahren draußen. Der Völkerbund starb einen langsamen Tod in den ersten Wochen des Zweiten Weltkriegs, den zu verhindern er gegründet worden war.

Und nun liegt die UNO ebenfalls im Sterben - ebenfalls vor einem weiteren Großen Krieg? Zeichen eines kommenden Krieges? - Immerhin werden die USA vorher aktiv und erklären die Absicht, einen ›Friedensrat‹ zu gründen, dem Staaten freiwillig und nach Zahlung eines Beitrags von einer Milliarde US-Dollar beitreten können.

Während die Zahl der interessierten Staaten wächst, krümmt sich die deutsche Journaille vor Lachen, denn sie hat nichts verstanden und will nicht verstehen. Statt dessen beruft sie sich auf ihre Experten, die mit allgefälligen Statements glänzen; etwa Maya Ungar von der ›Crisis Group‹: »Ich denke, dass Trump diesen Rat dazu nutzen will, amerikanische Interessen auf der internationalen Bühne zu vertreten«.

Daß Weltpolitik immer Politik nach Interessen ist, scheint bei dieser Analystin noch nicht angekommen zu sein. Und wenn schon genannte Frau Baerbock den Friedensrat für überflüssig erklärt: »Dafür gibt es die Organisation der Vereinen Nationen, wo nicht ohne Grund alle Staaten unabhängig von ihrer Größe, von ihrem wirtschaftlichen oder militärischen Gewicht einen Sitz und eine Stimme haben.« Dann benennt sie, wenn auch unfreiwillig, einen markanten Fehler im System Organisation Vereinter Nationen. Guadalkanal und Japan spielen nun einmal in zwei ganz verschiedenen Ligen.

Völkerbund, Organisation Vereinter Nationen, Friedensrat – es ist ein weiterer Versuch, Weltpolitik zu gestalten. Denn der Weg der UNO, innerstaatliche Regeln auf der Internationen Ebene zu imitieren, hat in die Irre geführt. Ja, er funktioniert nicht einmal mehr in den Staaten Europas:

In Deutschland wird die politische Rechte politisch hinter eine Brandmauer deportiert – in der Europäischen Gemeinschaft werden Staaten, die der Brüssler Spitze nicht ins politische Konzept passen, mit allen repressiven Machtmitteln terrorisiert. Wen wundert es, daß diese Ausgeschlossenen eigene Wege gehen könnten und dann auch gehen. Hat die Zahl der Geschassten einen kritischen Wert erreicht, zerfällt das supranationale Gebilde, so wie ein Staat zerfällt, wenn die Regierung ihn dauerhaft spaltet.

Nur wenn die Interessen aller gewahrt sind, kann es Verständigung geben. Brandmauern und ähnliche Repressionen sind jedenfalls kein erfolgreiches Mittel. Sie setzen Kräfte frei und lösen Machtkämpfe aus. Und die, die sie ausgelöst haben, sollten jetzt nicht auch noch Jammern, wenn einer, der größer und stärker ist als sie selber, die Organisation unter Druck setzt.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Hat Trump etwa Island und Grönland verwechselt? – Das hätten sie gerne: Trump hat Grönland und Island verwechselt. Jedenfalls behaupten das die einschlägigen Medien Deutschlands. »Ich habe der Nato immer geholfen, und sie mochten mich, bis ich sie vor kurzem auf Island angesprochen habe«, hat Trump gesagt und damit, laut Tagesspiegel, die beiden Inseln Island mit Grönland miteinander verwechselt.

Eine steile Behauptung! Dann versucht sich die Journaille in einer Erklärung für den Versprechen: Die Nähe des englischen »Iceland« für Island zu »Eis« und jenem Brocken Eis, von dem Trump zuvor in Bezug auf Grönland gesprochen hatte: Es sei gar kein Land, sondern eher ein Brocken Eis.

Nur erklärt dieser Hinweis keinen Versprecher. Im Gegenteil macht er deutlich, daß Trump nicht von »Island« sprach, sondern vom »Eisland Grönland« – nix da Versprecher. Aber ein Wortspiel mit ›Iceland‹ und seiner Doppelbedeutung. »Alles worum ich bitte, ist ein Stück Eis – kalt und schlecht gelegen.« Und dann wörtlich das Berliner Blatt: »als ob er wie in einem früheren Leben über eine Immobilie spreche.« Einmal mehr kann man in deutschen Redaktionsstuben die peinlichen antiamerikanischen Hinweise auf Trumps frühere Tätigkeiten nicht lassen.

Doch die Journaille will noch mehr: Sie stellt den US-Präsidenten als Ungebildeten dar, der die beiden Inseln verwechselt. Nicht mal ein wenig Erdkunde kann er. Allerdings scheint Trump zu wissen, daß die USA die Insel schon einmal besetzten: 1941, um von dort aus den Atlantik zu überwachen, um die eigenen Schiffe vor U-Booten der Deutschen Kriegsmarine zu schützen. Ebenso Island. Im Rahmen des Einsatzes floß tatsächlich viel Geld in die von Dänemark bis dato schlecht verwaltete und ärmlich gehaltene Kolonie.

Doch davon weiß die deutsche Journaille nicht viel. Deren Bildungsniveau bewegt sich vermutlich auf dem von Frau Baerbock – und die hat nun wirklich bei jeder Gelegenheit alles mögliche miteinander verwechselt. Erinnert sei nur an den »Speck der Hoffnung«. An den klammern sie sich, die Journalisten, und an vermeintliche Bildungsdefizite von Donald Trump.

Dabei ist die Sache im Grunde ganz einfach. Natürlich kann ein Politiker zwei Inseln miteinander verwechseln. Sie müssen nicht jeden Flecken des Erdballs kennen. »Where the hell is Cambodia?«, fragte Churchill gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Er wußte es nicht und er mußte es auch nicht wissen. Das muß man erst, wenn man sich zu denen rechnet, die sich Gebildete nennen.

Ein weißer, agiler, alter Mann – »I am altering the deal. Pray I don't alter it any further.« Mit diesen Worten: »Eine kleine Änderung unserer Abmachung. Und beten Sie, daß ich nicht noch weitere Änderungen vornehme«, demonstriert Darth Vadar seine Macht über die Stadt in den Wolken. Davos paßt hier perfekt.

Wäre der weiße Mann in der schwarzen Maske nicht so sehr das Schreckgespenst des Star Wars Mythos, würde die Szene zu Donald Trump passen. Europa, speziell die EU wirken wie ein Hühnerhaufen, mit dieser gouvernantenhaften Brüssler Spitze, Symbol einer längst vergangenen Zeit unter Frau Merkel. Das oft bemühte Bild von den kopflos über den Hof flatternden Hühnern, trifft es besonders. Nicht einmal der eingefleischte Feind des US-Präsidenten, der Gouverneur von Kalifornien, steht ihnen zur Seite, sondern macht sich über sie lustig.

»Warum verharren politische Entscheidungsträger nur so gerne und lange in ihrer Komfortzone?«, rätselte sich eine frühere leitende Mitarbeiterin beim Internationalen Stab der NATO und gab die Antwort in ihrer Frage gleich mit: Weil es so schön bequem ist. Von der Leyen und Konsorten schätzen die Bequemlichkeit.

Und Trump ist das Gegenteil. Er bewegt sich, täuscht Absichten vor, ist unberechenbar, – und er verfügt über Macht. Dagegen wirkt die EU, wenn sie sich zu einer Art von Drohung durchringen kann, noch schwächer als zuvor, weil ihre ganze Schwäche vor der ungewöhnlichen Drohgebärde erst so richtig deutlich wird.

Diese Politiker können nicht anders, weil sie immer nur um Macht in Verwaltungen kämpften – und das ist ja im Grunde genommen kein Kampf. Es ist die verweiblichte Form, Macht zu ergattern, sich auf ihr zu platzieren und sie zu bewahren. Auch hier steht Frau Merkel stellvertretend für alle. Und hinter ihr der größere Teil jener Frauen, die sich dank einer Quote in politische Ämter manövrierten.

Die Tage dieser Küchenkabinette sind im Grunde beendet. Und darunter erscheinen die Kämpfer, die Darth Vadar entgegentreten und um keine Abmachung beten. Trump provoziert sie mit seinem willkürlichen Handeln herbei. Und am Ende steht ein Europa, daß sich an von der Leyen und Merkel erinnern wird wie an einen bösen Traum.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Von Hunde-, Huren- und Negersöhnen – Erwachsene und solche, die sich dafür halten, zeichnet aus, daß sie dürfen, was ihren Kindern verboten ist. Und eines sollte klar sein: Wenn es eine Anzeige wegen Beleidigung gibt, weil ich einen schlechten Politiker »Schwachkopf« nenne, und ich anschließend sogar verurteilt werde, dann muß es für die Titulierung eines Politikers als »Hurensohn« wohl allemal eine Anzeige geben und einen kurzen Prozeß.

Gibt es aber nicht! Ein Mitglied der Grünen, Luis Bobga, kann einen Ministerpräsidenten, Markus Söder, als »Hurensohn« bezeichnen und sich in den Medien noch mit einer rhetorischen Rechtfertigung spreizen. Seine Entschuldigung nimmt er de jure gekonnt zurück, indem er betont, den Minister nie »mit dieser Beleidigung direkt anzusprechen.« Hurensohn ist demnach für Bobga eine Beleidigung, nur habe er nicht den Minister angesprochen. Daß der Eindruck entstanden sei, »daß dies durch den von mir ausgewählten Song passiert ist, tut mir leid«.

Und dann holt er aus und übt sich in taktischer Selbstkritik: Durch seine Wortwahl sei »die Auseinandersetzung mit dem Inhalt von Herrn Söders Aussage auf der Strecke geblieben«. Nicht die Wortwahl an sich ist also kritikwürdig, sondern allein ihre verfehlte, ja kontraproduktive Wirkung im propagandistischen Alltag. Will heißen: Luis Bobga nennt einen Minister, so lange es ihm paßt einen »Hurensohn«. Eine billige Entschuldigung neutralisiert sie. Und danach geht es weiter wie vorher?

Tatsächlich erlaubt sich Bobga, der selber ein in Deutschland geborener Sohn eines Negers ist, ein Negersohn also, um im Sprachgebrauch Bobgas zu bleiben. – Und falls der Politiker sich getroffen fühlt oder gar beleidigt, entschuldige ich mich schon einmal vorsorglich. – Tatsächlich erlaubt sich Bobga die Freiheit des Erziehers, der sagen darf, was seinen Kindern untersagt ist. – Und selbstkritisch merke ich an, daß die Verwendung des Wortes »Negersohn« hier den Kerngedanken unterpflügen könnte. Der lautet:

Grüne, aber auch linke Politiker, nehmen für sich in Anspruch, Erzieher zu sein und sich dann auch wie Erzieher zu benehmen. Sie, die bei der Wortwahl des politischen Gegners jedes Wort auf die Goldwaage legen, nehmen sich selber jede Frechheit heraus. Bobgas Vorgängerin durfte Söder schon einmal »Hundesohn« nennen. Indes soviel ist sicher: Wer etwa im Bundestag »Neger« sagt, der spielt draußen weiter. Und deshalb wird immer und überall – Monty Python hin, Monty Python her – »N-Wort« gesagt. Mitunter allerdings in besonders dämlicher Form.

In Nürnberg zieht der sozialdemokratische Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl mit einem Plakat in den Wahlkampf, auf dem prangt der Spruch: »Mein N-Wort heißt Nürnberg«. Dieselbe Masche, nur ein anderes Wort. Wieder nimmt ein Politiker der politischen Linken ein Wort in den Mund, das durchaus als Beleidigung gilt und dokumentiert: Ich darf, was ihr nicht dürft. Mit allerdings einem Unterschied:

Während sein grüner Kollege sich rhetorisch einigermaßen elegant aus der Affäre zieht, beweist der Mißgriff des SPD-Politikers Nasser Ahmed, wie schnell Migranten auf das intellektuelle Niveau der Sozialdemokraten sinken können. Denn egal ob ich für »N« in »N-Wort« Neger oder Nigger einsetze: »Mein Neger heißt Nürnberg« oder »Mein Nigger heißt Nürnberg« – heraus kommt zunächst einmal veritabler Unsinn.

Deshalb muß Ahmed nun seinen Wahlspruch auch noch erklären; was die Sache nur noch schlimmer macht. Die zwei wichtigsten N-Wörter in seinem Leben, sagt er, hätten nichts mit Beleidigungen zu tun: »Das sind Namira, der Name meiner Tochter, und eben Nürnberg.« Es sei eine Art ›Reclaim-Aktion‹. Er wolle das Wort von seiner rassistischen Verwendung entkoppeln.

Bliebe die Frage: Welches Wort er entkoppeln möchte? – ›Nigger‹, ›Neger‹ oder gar ›N-Wort‹. Ahmed, der Retter aller Wörter, die mit einem großen ›N‹ beginnen: ›Nürnberg‹, ›Nationalismus‹, ›Nationalsozialismus‹, ›Nürnberger Prozesse‹. Nur gut, daß ›Stadt der Reichsparteitage‹ nicht mit ›N‹ beginnt.

Hier hat jemand offenbar ein billiges Wortspiel für einen Gedanken gehalten – und sitzt nun in der Klemme; und jeder Befreiungsversuch zieht die selbstgestellte Falle nur enger. Dabei liegt eine andere Lesart für jeden psychologisch denkenden Zeitgenossen sehr viel näher: »Mein Neger heißt Nürnberg«. Der arbeitet für mich, erledigt unliebsame Dienstbotengänge, bezahlt mich, wenn ich mich entscheide, Politiker zu werden.

Montag, 19. Januar 2026

Qualität oder keine Qualität, das ist die Frage – In einem Gespräch mit der ›Neuen Züricher Zeitung‹ äußert der Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands, Mika Beuster, sich klar zu den Anmerkungen des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, die als Forderung nach Zensur verstanden worden sind: Daniel Günther darf nicht einmal den Eindruck erwecken, »dass ein Vertreter des Staates so etwas fordert«, auch eine mißverständliche Forderung nach Zensur »darf nicht ohne Widerspruch bleiben.« Insbesondere betont der Sprecher, daß im Grundgesetz unter Artikel 5 Meinungsfreiheit kein Qualitätsmaßstab genannt wird: »Die Presse ist frei. Auch eine fürchterlich schlechte Presse.«

Das ist ohne Frage korrekt. Nur fordert Beuster in allem, was er danach noch sagt, was schon Daniel Günther gefordert hat. Und ein Journalist, der das Fehlen von Zensurmaßnahmen beklagt, ist nicht besser, als ein Ministerpräsident, der den Eindruck erweckt, sie zu fordern.

Um sich zu rechtfertigen, malt Beuster das Bild wehrloser Medien, die den amerikanischen und chinesischen Tech-Konzernen ausgeliefert sind und zu ihrem Schutz einen Staat brauchen, der ihre Arbeit mit verschiedenen Maßnahmen stützt. Solche Hilferufe nach staatlichen Eingriffen sind nicht neu; sie sind so alt wie die Medien selbst. Nur während der Corona-Zeit waren sie etwas leiser geworden, denn just in jener Zeit beugten sich Facebook, Twitter und wie sie noch alle heißen der staatlichen Verpflichtung zur Zensur. Wer die Maßnahmen des Corona-Regimes in Frage stellte, dessen Beiträge wurden gelöscht, er wurde zeitweise und dann vollständig geblockt.

Mit den veränderten Machtverhältnissen in den USA ist das vorbei. Das Recht auf freie Rede, das sehr viel weiter reicht als die Meinungsfreiheit in Deutschland, wurde durchgesetzt – und nun sind aus den Medienunternehmen plötzlich böse Tech-Konzerne geworden. Ein Schuß ›Antiamerikanismus‹ und ein paar Tropfen ›Gelbe Gefahr‹ – und schon öffnet sich das Tor zur – – Zensur. Eben noch kritisiert, redet der Journallistenvertreter wie Ministerpräsident Daniel Günther, ohne daß er etwas zurückgenommen hätte:

»Erst einmal ist es etwas Gutes, wenn Menschen miteinander in Kontakt treten. Wir müssen uns aber fragen: Ab welchem Punkt ist das gekippt? Wann haben niedere Instinkte, Geschäftemacherei, Gier und Macht Einzug gehalten? Die sozialen Netzwerke werden bleiben. Unsere Verantwortung ist: Welche Regeln setzen wir? Können wir die negativen Einflüsse zurückdrängen?«

Merke: Daß da etwas gekippt ist, das steht außer Frage. Es wird nur noch nach dem Zeitpunkt gefragt. Eine perfide rhetorische Volte. Andere werden sagen: Mit dem neuen Selbstvertrauen der USA wurde deren Konzept der freien Rede verbreitet und gegen die Qualitätsmaßstäbe der EU durchgesetzt. Und diese Maßstäbe sind es, um die sich alles dreht. Sie sind der Hebel, um die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

Sie schleichen sich auf den so überzeugenden Begriffen der Aufklärung ein: Vernunft, Transparenz, Wissenschaftlichkeit; aufgeladen durch Sorge um die Zukunft und Verantwortung für die Gesundheit des Bürgers. Doch wann hat es ein Volkspädagoge schon einmal nicht gut gemeint? – Jede Verordnung der EU schützt selbstredend den Bürger. Und wenn in der Tram in Berlin seit Neuestem gewarnt wird, daß der Ausstieg auf Straßenhöhe sei, dann ist das ebenfalls Sorge um den Fahrgast, der nicht für sich selbst sorgen kann.

Der Gegner steht schlicht für Populismus; früher wars der Boulevard und die Bild-Zeitung. Heute sind es eben die Sozialen Medien, in denen sich die Qualitätslosen unkontrolliert austoben dürfen; die Sorglosen, die alles Gelesene glauben; die Fakten nicht von Fake News unterscheiden können, so daß der Staat diese Unterscheidung für sie durchführen muß oder ein halbstaatlicher Sender mit Fakten-Checks.

Und dann sind da eben auch Haß und Hetze. Schon ist der Verbandssprecher ganz auf staatlicher Linie: »Scharfe Kritik ist aber etwas anderes als Drohungen, Hass und Häme. Wenn man meint, Freiheit bedeute, in puren Hass und Drohungen überzugehen, dann ist das ein Angriff auf unsere Rechtsordnung. Ich sehe da nicht die Meinungsfreiheit in Gefahr.«

Wenn wir in einer Zukunft fragen werden, wie der Artikel 5 ausgehöhlt und dann aufgelöst wurde, dann wird dieses Gespräch mehr verraten als die Wörteleien über eine verunglücktes Stellungnahme von Daniel Günther. Und das auch durch die kleine semantische Verschiebung, die sich Beuster leistet, wenn er im vorletzten Satz nicht nur konkrete Äußerungen des Hasses nicht durch Artikel 5 gedeckt sieht, sondern auch jene zu Rechtsbrechern erklärt, die meinen, »Freiheit bedeute, in puren Haß und Drohungen überzugehen« ohne jemals ein Haßposting geäußert zu haben. Allein die Meinung, das sei erlaubt, würde Beuster verbieten.

Hat sich der Verbandssprecher mißverständlich geäußert? – Vielleicht. Allerdings sollte er als Verbandssprecher von Journalisten sich einen solchen Versprecher nicht leisten. Denn so plädiert er glasklar und anders als er vorgibt für Zensur.

Sonntag, 18. Januar 2026

UdSSR und EU: Zwei gescheiterte Staatenverbände – Seltsam, daß niemand bemerkt, was die Debatten und Ängste um Grönland eigentlich jedem vor Auge führen sollten: Daß in der Ukraine zwei Staatenverbände Krieg führen, von denen man sagen kann, daß sie gescheitert sind: Einmal der Rest der Sowjetunion, alias Russisches Reich und zum anderen die Europäische Gemeinschaft, die nach der Wiedervereinigung den Moment verpaßt hat, sich militärisch von Washington unabhängig zu machen und statt dessen zur Rundumalimentierung von allem und jedem antrat.

Heute, da das Geld knapp wird und die USA eigene Wege gehen, sinkt Europa faktisch in zusammen, klammert sich aber zugleich an eine vergangene Stärke. Noch vor 100 Jahren waren 80 bis 90 Prozent der Welt in der Hand europäischer Kolonialmächte. Erst der Zweite Weltkrieg versetzte den kleineren Kolonialmächten wie Belgien, Niederlande und Portugal den Todesstoß; die nachfolgenden Kriege in den Kolonien besorgten den Rest, soweit die Mächte nicht freiwillig gingen.

Und doch hielt sich insbesondere in London und Paris die Illusion einer besonderen Größe. Der Sieg im Kalten Krieg machte es möglich. Insbesondere in den westlichen Hauptstädten hielt sich ein Gefühl immerwährender Stärke, als es diese schon längst nicht mehr gab. Heute verfügt Rot-China über eine größere Flotte als alle europäischen Staaten zusammen. Und während Peking weiter aufrüsten kann, geht Brüssel das Geld aus.

In der Ukraine führen genau diese beiden ehemaligen Weltmächte Krieg. Einen Krieg, den sie im Glauben führen, immer noch Weltmacht zu sein. Und entsprechend wird dort operiert. Rußland läßt Soldaten aus aller Herren Länder im Schlamm der Ostukraine verrecken nachdem es aus den Träumen vom Blitzkrieg ein böses Erwachen gab – Europa gibt immer zu wenig und das Wenige immer zu spät, weil es einfach mehr nicht mehr hat.

Beide – Rußland und die EU – sind Verlierer. Rußland schon seit 1989; die EU haben in den 35 Jahren seit 1989 verloren. Beide leben und handeln im Glaube an eine vergangene Größe. Und es sagt viel, daß die Grünen verbal bereit sind, sogar einen Zweifrontenkrieg gegen die USA und gegen Rußland zu führen. Die Vorstellung europäischer Größe sitzt ungleich tiefer in den Köpfen als jedes Gerede über Genderei und Vielfalt.

Das möchte man sich jetzt auf Grönland bestätigen lassen. Berlin schickt Truppen nach Grönland. Der Gröfaz würde Luftsprünge machen, wenn er das hörte, solange niemand ihm die Truppenstärke steckte. Die Absurdität, der Weltmacht USA mit drei Dutzend Soldaten Paroli bieten zu können, kennt in der Kriegsgeschichte wohl kein Vorbild. Als Großbritannien dabei war, sein Ostasiatische Kolonialreich an Japan zu verlieren, entsandte es zumindest einen Verband aus Schlachtschiffen, schweren Kreuzer und Flugzeugträgern, der nach argen Verlusten als Fleet in Being und versteckt vor Madagaskar zumindest ein kleiner Machtfaktor blieb.

Vielleicht weil die USA Europa nicht zu sehr demütigen wollen; vielleicht aber auch, weil ihnen Grönland den Tod eigener Soldaten nicht Wert ist – nun drohen die USA mit Zöllen, falls Brüssel auf Grönland nicht einlenken will. Das Mittel ist zwar nicht wirklich tödlich; aber auch dagegen fehlen der EU die Mittel, um die Insel wirksam zu schützen. Denn die EU befindet sich – so wie Rußland – auch wirtschaftlich im Niedergang.

Dieser Blick auf den Ukrainekrieg verrät die fatale Lage, in der sich Kiew befindet: Auf seinem Territorium fechten zwei ehemalige Großmächte einen Krieg gegen ihren offenkundigen Niedergang.

Deshalb die Atomkriegsdrohungen aus Moskau. Mit ihnen rufen sich die Herren im Kreml in Erinnerung, wer sie einmal waren. Und bestätigen doch nur, wie weit sie herabgesunken sind. Eine Großmacht droht nicht, sagte mal ein US-Außenminister. Rußland droht ständig.

Deshalb die immerzu halbherzige Unterstützung für Kiew aus Brüssel. Und in keinem Fall werden Soldaten geschickt. Denn anschließend könnte sich erweisen, daß die EU gar nicht in der Lage ist, in der Ukraine einen wirklichen Krieg zu führen. Vermutlich sind die Truppen Kiews ohnehin mittlerweile, weil seit vier Jahre erprobt, besser aufgestellt als die Verbände aus Deutschland, Österreich oder Spanien. Oder wie es ein Spötter neulich formulierte: Nicht die Ukraine sollte der Nato, sondern die Nato der Ukaine beitreten.

Und so setzen sowohl Rußland als auch die EU so gut wie keine eigene Soldaten ein. Sie stehen am Spielfeldrand und berauschen sich an den Erfolgen ihrer Stellvertreter, als wären es ihre Erfolge und als zeigte sich ihre vergangene Größe. Traurig für die Ukraine, denn anders als in Vietnam steht mittlerweile keine Großmacht mehr hinter dem seit vier Jahren um seine Existenz kämpfenden Land. Es ist nur noch Spielball eitler Verlierer.

Samstag, 17. Januar 2026

Rhetorischer Kindergarten bei Lanz – Wer über den Zustand des politischen Deutschlands etwas erfahren will, der werfe einen Blick auf die Diskussion über einen Talkshowabend, der seit einer Woche durch die Medien geistert. Es wird gestritten. Aber nicht auf einem auch nur näherungsweise erträglichen Niveau, sondern wie im Kindergarten. Auf der einen Seite sitzt der Chef einer Landesregierung zusammen mit den halbstaatlichen Medien der Öffentlich-Rechtlichen – auf der andere die Vertreter der Opposition.

Der Ministerpräsident Daniel Günther hatte sich in einem Moment der Unachtsamkeit vom Talkmeister zu einer Wortwahl hinreißen lassen, die schwerlich anders gedeutet werden kann, als eine Forderung nach Zensur bestimmter medialer Portale und nach Lage der Dinge, solcher, die ihm ungenehm sind. Und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn der Talkmeister umgekehrt den Ministerpräsidenten nicht genau auf diese Spur aufsetzen wollte. Schließlich fordern Politiker nicht allzu häufig öffentlich eine Zensur freier Meinung, weil sie dann gegen die Verfassung verstoßen. Der Verführer hatte sich also auch selber verführt. Im Eifer des Gefechts, hieß das früher entschuldigend; heute sieht man das ernster. Im Originalton:

Lanz: »Okay. Also, was Sie jetzt gerade sagen, ist im Grunde, wir müssen das regulieren, wir müssen es notfalls zensieren, und im Extremfall sogar verbieten.« 

Günther: »Ja.« 

Lanz: »Darüber reden wir.« 

Unmittelbar nach diesem beherzten »Ja« von Daniel Günther, ob er wirklich Zensurmaßnahme meine und fordere, und nach der Nachfrage durch den Talkmeister, nimmt der Politiker das »Ja« in seiner Allgemeinheit zurück.

Günther: »Wir reden darüber, also Social Media darf bis Sechzehnjährigen nicht mehr zugänglich gemacht werden. Und da brauchen wir eine Zusammenarbeit und Unterstützung auch mit diesen Unternehmen, ähnlich wie Australien das gemacht hat, um unsere Jugend zu schützen.«

Diese Wortentwicklung wird seit sieben Tagen rauf und runter dekliniert und betrachtet, und Günther einerseits zurecht vorgeworfen, zunächst nach Zensurmaßnahmen zu rufen. Andererseits korrigiert er seine Aussage umgehend und darauf verweist der Ministerpräsident im Nachgang völlig zu recht. Hat Daniel Günther ein recht, seine im Eifer des Gefechts einer Talkshow gemachte Aussage zu korrigieren? – In einer normalen politischen Welt? – Ja, natürlich. In Deutschland? - Offenbar nicht.

Bei der Achse des Guten nennt man den Nachtrag eine »nachgelagerte Konkretisierung« und bestreitet die Möglichkeit, die Aussage zu korrigieren, mit dem Hinweis, daß es sich nicht um einem Widerruf handelt – was schlicht falsch ist. Wer eine Verallgemeinerung durch Spezifizierung beschränkt, widerruft die Aussage für jene Teile, die nicht in der Spezifizierung genannt worden sind – in diesem Fall Portale wie ›Nius‹.

Daß Herr Günther zu denen gehört, die seit Jahren genau diese Situationen der permanenten Diffamierung provozieren und den anderen alles mögliche unterstellen, steht auf einem anderen Blatt. Und die Häme, er leide nun an der Medizin, die er ansonsten anderen einflößt, hat sich der Politiker redlich verdient. Aber an der Sachlage ändert das nichts: Günther hat keine Zensur von Medien wie ›Nius‹ gefordert.

Einige Kritiker des Ministers ahnen, daß sie auf dem Holzweg sind – und verlagern das Kampffeld. Sie attackieren Günther, weil er als Ministerpräsident mit seinen öffentlichen Angriffen auf die AfD gegen das Neutralitätsgebot staatlicher Vertreter verstoßen habe. – Das mag richtig sein; hat aber mit der Forderung nach Zensur nichts zu tun. Und um die ist es zunächst vor allem gegangen. Also darum, ob Günther Zensur gefordert hat oder nicht.

Bemerkenswert: Die ›Digitalabgabe‹ für sogenannte seriöse Medien, die steht noch immer im Raum und wurde vom Chef des Journalistenverbands in der ›NZZ‹ bereits thematisiert. Aber das ist hier nicht das Thema. Denn ich bin durchaus nicht der Meinung, daß Herr Günther so raffiniert ist, das eine Thema mit einem Reißerthema zu tarnen. Nein, er ist dem Talkmeister einfach nur auf den Leim gegangen, den der stolz für ihn ausgelegt hatte, ohne zu ahnen, was er damit anrichten würde. Eitelkeit ist fast immer ein schlechter Berater.

Freitag, 16. Januar 2026

Niemand hat die Absicht, eine Zensur zu errichten – In einem der besseren Witze über die Psychoanalyse heißt es unter der Überschrift: »Freudsche Versprecher, die sie nicht machen sollten«, etwas platt: »Möchten Sie nicht noch auf ein Gläschen Beischlaf mit nach oben kommen?« – Denn der wirklich gute Witz steckt in der Überschrift.

Daniel Günther, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, der ebenso rosapausbäckig daherkommt wie Björn Höcke aus Thüringen, hat sich so einen Versprecher geleistet, als er vor dem Talkmeister Markus Lanz auf Nachfrage, ob er wirklich die Pressefreiheit einschränken wolle, um Qualität zu garantieren, umgehend mit »Ja« antwortete – und stante pede den Rückzug antrat, indem er ergänzte, er hätte nur die Einschränkung der Sozialen Medien für unter 16-Jährige gefordert.


Daniel Günther
(Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE)

Dumm für Herrn Günther: Fast alle Zuhörer und auch der Talkmeister hatten ihn durchaus so verstanden, daß er zum Beischlaf gebeten hatte und nicht zu einem Glas Wein. Der Hinweis von Lanz auf Vizepräsident JD Vance macht andernfalls überhaupt keinen Sinn. Die Proteste aus der politischen Landschaft Deutschland sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Günther hatte von Zensur gegen Medienportale gesprochen.

Und nun, zwei Tage später, ist Frau Storch von der Alternative für Deutschland bei Lanz eingeladen und blamiert sich bis auf die Knochen. Denn statt genau zu wissen, was Lanz und Günther gesagt hatten, hat sie nur eine trübe Ahnung und verbreitet diese als Wissen. Lanz, der seinen Gästen Dank Kopfhörer immer wenigstens einen Schritt voraus ist, gelingt es daher tatsächlich, die ansonsten verbal agile Politikerin der AfD so in die Ecke zu drängen, daß sie die Behauptung, Günther hätte grundgesetzwidrig eine Zensur gefordert, revidiert. Vor laufender Kamera. Vielleicht fühlte sich die Frontfrau der AfD, nach den immer höheren Umfragewerten, ein wenig zu sicher.

Das sollte allen eine Warnung sein, die den Ministerpräsident vor Gericht zerren sollen. Sein »Ja« ist auslegefähig, also dehnbar. Und in einem solchen Fall sind die Richter verdonnert, die juristisch schwächste Deutung zu nehmen. Günther käme folglich immer irgendwie durch.

Lassen wir es doch einfach dabei. Ministerpräsident Daniel Günther sind in einer Talk-Show Wunschvorstellungen herausgerutscht. Die sind notorisch einer Deutung unterworfen – was er sich wirklich wünscht, das weiß er vermutlich nicht einmal selber; ein bißchen Zensur des politischen Gegners wird schon dabei sein. Daß er in den Medien für sein »Ja« weiter unter Beschuß liegt, daran hat er auch selbst seinen Teil. Wer den anderen dauerndes Lügen vorwirft, der sollte sich nicht beklagen.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Zum Totlachen nach Grönland? – Als Deutschland den Zweiten Weltkrieg im Grunde verloren hatte, lautete ein oft erzählter Witz über das letzte Aufgebot der Wehrmacht: Vielleicht lachen sich die Russen beim Anblick der Einheiten ja tot. Was die Verteidigung Grönlands betrifft, müssen die Politiker aus Berlin, Paris und einigen anderen Hauptstädten einen ähnlichen Gedanken im Hinterkopf haben. Denn was sie zur Verteidigung der jeweils etwa 2.000 Kilometer Küstenlinie aufbieten, läßt sich nicht einmal als Witz bezeichnen. Norwegen etwa setzt zwei Soldaten in Marsch, Deutschland immerhin um die dreizehn.

Von den deutschen Grünen heißt es zu dieser lächerlichen Entsendung militärischer Unterstützung: »Das ist ein starkes Symbol.« Und weil Frau Nanni, die Verteidigungsexpertin der Partei, wohl ahnt, daß eine handvoll Soldaten nicht einmal ein Symbol sind, haut sie kräftig auf den Tisch: Es brauche »handfeste diplomatische Drohungen Richtung Weißes Haus« – was auch immer das heißt.

Jeder mit auch nur minimalsten Kenntnissen über militärische Auseinandersetzungen wird das aktuelle Ringen um Grönland trotzdem mit Lachen quittieren. Nicht wegen der Lächerlichkeit, sondern weil jeder sehen kann, daß diese Macrons und Wadephuls tatsächlich an sich glauben. Selbst Dänemark, seit 1864 ein militärischer Noname, der die Wehrmacht im Frühjahr 1940 lieber mit Milch und Butter versorgte als zu kämpfen, bläst sich auf, als hätte es die letzte Seeschlacht vor Kopenhagen erst neulich und nicht schon vor über 200 Jahren vernichtend verloren, dabei jedoch immerhin seine Ehre gewahrt.

Europa hat sich aus der Weltpolitik verabschiedet und geht nun den Weg, den China nach den verlorenen Opiumkriegen ab 1860 ging: Aus der Position einer ostasiatischen Großmacht sank es zum Spielball anderer Mächte hinab. Regiert wurde es von Warlords und Marionetten, deren Fäden Briten, Franzosen und Japaner hielten.

Doch davon weiß es noch nicht. Denn der Politbetrieb wimmelt von dubiosen Figuren, zu denen nun wirklich kein Ministeramt paßt. Sie irren herum, besaufen sich an ihren eigenen Worten und torkeln dann von einem Journalisten zum nächsten. Und wenn schon die Grünen sich militärisch geben, dann ist es Zeit, alle Hoffnung fahren zu lassen.

Die Realitäten: Neun Fallschirmjägern hat die Bundeswehr gekündigt, weil sie sich in einer Kaserne daneben benahmen; sexistische Sprüche und sicher was rechtes. Richtige Soldaten mit dem entsprechenden schwarzen Humor werden hierzulande offenbar nicht mehr gebraucht. Ich bin sicher, die Glorreichen Halunken werden bei anderen Divisionen Verwendung finden. Vielleicht bei der legendären 101. Airborne Division in einem der Landungssektoren auf Grönland. Das gäbe eine amüsante Wiederbegegnung auf dem Eis. Totlachen werden sie sich ganz sicher nicht.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Krieg gegen Amerika geht immer – Grönland ist für Europa, was Taiwan für die Vereinigten Staaten. Die Inseln müssen gehalten werden, koste es, was es wolle. In einer Umfrage unter Deutschen erklärten 62 Prozent: »Ja, die Deutschen sollten Grönland verteidigen«. Weit über diesem Durchschnittswert lag die Zustimmung der Parteien zwischen Linken und Union. 71 Prozent der angesprochenen Linken und und ebensoviele der Union würden für Grönland gegen die USA in den Krieg ziehen; die Grünen kommen sogar auf 75 Prozent. Selbst die notorischen Feiglinge von den Sozialdemokraten erklärten sich zu 68 Prozent kriegswillig.

Wie in anderen Bereichen auch, machen sich die Unterstützer dieser Parteien sicherlich keine Gedanken, wie denn der Kriegseinsatz aussehen könnte. Das machen für sie die Kommentatoren in den Leserspalten der verschiedenen Medien, die von der Umfrage hörten und die Ergebnisse ungläubig verbreiteten. Der Spottkanonade ging am gestrigen Tag die Munition nicht aus. Hinweise, daß aktuell in Grönland Photovoltaik nicht funktioniert, waren noch die harmloseren.

Was die Einheitsparteien jedoch ebenfalls nicht bedachten: Daß sie der Alternative für Deutschland, deren Sympathisanten nur zu 37 Prozent für eine Vorwärtsverteidigung auf Grönland plädierten, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal auf dem Präsentierteller boten. Und da bei der Frage ›Sterben für Grönland?‹ die Zustimmung in den östlichen Bundesländern deutlich niedriger ausfallen dürfte als im Westen, kann sich jeder leicht ausrechnen, wie sich solche Zahlen auf die kommenden Landtagswahlen auswirken.

Nun fehlt der AfD in Sachsen-Anhalt laut Umfragen mit 40 Prozent nicht mehr viel und sie stellt alleine die Mehrheit. Die SPD liegt gerade mal einen Prozentpunkt über der politisch tödlichen Hürde. Und CDU und Linke erreichen nicht einmal zusammen die AfD. Ob das BSW als Retter überhaupt in den Landtag kommt, steht bei 6 Prozent auch in den Sternen. Eine kleine Verschiebung – und die Wahl ist gelaufen.

Welche historische Wende: Aus lauter Lust, gegen die Amerikaner in den Krieg zu ziehen – eine Lust, die schon bei den bewegten Studenten von 1968 groß war –, lassen die selbsternannten Demokratieretter eine rechte Partei an die Macht gelangen, die Washington hinter sich weiß und sich mit Putin ebenfalls ganz gut verträgt. Zumindest eine deutsche Partei hat aus den beiden verlorenen Kriegen gelernt. Die anderen marschieren nach Grönland.

Dienstag, 13. Januar 2026

Fleet in Being vor Grönlands Küste – Die Deutschen haben, wie alle Kontinentalmächte, immer ein seltsames Verhältnis zu ihrer Marine gehabt und nie jene Einheit mit den Meeren gefunden, wie sie den Briten oder Japanern so selbstverständlich ist. Als im Zweiten Weltkrieg der ganze Marinestolz, das Schlachtschiff ›Bismarck‹, von der Royal Navy aufgebracht worden war und in den letzten Zügen lag, wurde sie von ihrer Besatzung versenkt – hieß es deutscherseits. Großbritannien betonte dagegen, das Kriegsschiff sei britischen Torpedos zum Opfer gefallen. Was wiederum deutsche Historiker antrieb, auf einer Selbstversenkung zu bestehen. Offenbar war man so stolz auf das ›unsinkbare‹ Schiff, daß es in einem späteren Buch ›der‹ Bismarck tituliert worden ist, weil nur die männliche Form gepaßt haben würde – eine Frühform der sexistischen Genderei bei der Deutschen Kriegsmarine.

Solche Anekdoten im Hinterkopf wundern die aktuellen Diskussionen über Reaktionen auf die vermeintliche Eroberung Grönlands durch die USA – andere Stimmen sprechen vom Kauf –, nicht wirklich. Vor allem, wie unterschiedlich sie ausfallen können:

Hier ein Deutscher Außenminister, der Einheiten der deutschen Marine nach Grönland schicken will, um damit einen höheren Beitrag Deutschlands zur Nato zu signalisieren – und nicht merkt, wie lächerlich das Unterfangen ist, wenn auf der anderen Seite 12 operative Flugzeugträger mit fast 100 Zerstörern anlaufen könnten, während Deutschland gerade einmal über 17 Zerstörer verfügt; von weiteren Schiffstypen ganz abgesehen.

Dort ein ehemaliger Minister der Grünen, der deutsche Truppen nach Grönland entsenden will. Originalton: »Wir könnten jetzt mal anfangen, Militärmanöver in und um Grönland zu machen.« Damit die Eroberung Grönlands »nicht einfach handstreichartig über die Bühne geht«. Abschreckung brauche »auch eine militärische Komponente«. Vielleicht sollte Trittin schon mal nach einem Sportpalast Ausschau halten.

Unterwerfung gepaart mit größtmöglicher Schnauze – das ist Deutschland im Jahr 2026. Also ähnlich wie 1914 und 1939, allerdings auf sehr viel dünnerem Eis. – Aber vielleicht haben beiden Politiker ja auch nur ein marinestrategisches Konzept mißverstanden: Die ›Fleet in Being‹; die ›vorhandene Flotte‹, auch ›Präsenzflotte‹ übersetzt. Sie wirkt, glauben die Politiker wohl, allein durch ihre Präsenz. In diesem Fall über 17 Zerstörer.

Tatsächlich ist eine Fleet in Being aber nur wirksam, wenn sie aus Schiffen besteht, sie nicht nur präsent sind, sondern militärisch etwas ausrichten können. Sie ist ihrem Gegner zahlenmäßig zwar unterlegen, bleibt deshalb im Hafen und existiert nur als mögliche Drohung - aber sie ist eben eine Bedrohung und bindet daher auf der überlegenen Seite Resourcen.

Doch selbst mit stärkeren Einheiten hat das Konzept schon in den beiden großen Kriegen nicht überzeugt. Die Kaiserliche Marine lag zwei Jahre im Hafen, bevor sie sich 1919 selber versenkte; und von den beiden Schlachtschiffen ›Tirpitz‹ und ›Scharnhorst‹ lag im nächsten Seekrieg erstere gleichfalls an einem scheinbar sicheren Ankerplatz bis britische Bomber sie versenkten; letztere riskierte dagegen die Ausfahrt und liegt vor Nordnorwegen in 300 Metern Tiefe auf Grund. Das Konzept war gescheitert, hatte aber wenigstens eine Basis.

Die Marine des Winters 2026 verfügt nicht einmal im Ansatz über die Möglichkeiten, eine Fleet in Being zu sein. Dazu fehlen einfach die Schiffe, die für die US-Navy eine Bedrohung darstellen könnten. Wadephul und Trittin sollten besser schweigen und hoffen, daß Trump so gnädig ist und Grönland kauft, statt es zu erobern, wovon kein Europäischer Staat ihn abhalten kann. Es geht eben nur eines: Sozialstaat oder militärische Macht.

Montag, 12. Januar 2026

›Digitalabgabe‹ ist die neue Rundfunkgebühr – In der Aufregung um den öffentlichen Aufruf zum Verfassungsbruch durch den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Daniel Günther ist eine weitere Forderung des offenbar autoritär gepolten Politikers der Union untergegangen. Ganz nebenbei ließ das ewige Talent von der Küste nämlich in derselben Sendung verlauten, daß die Qualität nicht nur zur Begründung von Zensurmaßnahmen, sondern auch zur Finanzierung angeblich seriöser Medien herhalten soll.

Im Grund ist das ein alter Hut. Die sogenannten Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten rechtfertigen ihr Dasein und damit ihre gewaltsam eingetriebenen Einnahmen nämlich von jeher einem Hinweis auf ihre Seriosität. Weil sie unabhängig sind und die Journaille dort tun und lassen kann, was sie will, sie also insbesondere dem Markt, dessen Tauschwert die Einschaltquote ist, entzogen ist, liefert diese Journaille gleichsam automatisch und garantiert Qualität. So das jedem Kritiker lächerlicher Einschaltquoten bei Spartensendern entgegen gehaltene Argument. So kann auch noch der belangloseste Kunstfilm im Fernsehen laufen. Finanziert wird er vom dummen Volk, dessen Geld die gebildeten Filmemacher allerdings gerne nehmen.

Medien wie ›Der Spiegel‹, die ›Süddeutsche Zeitung‹ oder die ›Frankfurter Rundschau‹ – Fackeln im Internet-Sturm – profitieren davon jedoch nicht. Als der Staat beschloß, diese aussterbende Art der Meinungsmache zu unterstützen, mußte er auf einen Umweg ausweichen – das Geld wurde als Unterstützung der Verteilungsstrukturen ausgewiesen. Die Entlastung der Verlage war am Ende de facto eine Unterstützung. Die schwarze Subvention war gewaschen.

Daniel Günther will diesen Weg nun eröffnen. Das verriet er in einer Nebenbemerkung: Zum einen will er sie sogenannten Tech-Konzerne regulieren; aber vor allem fordert er eine »Digitalabgabe«, um sogenannte traditionelle Medien zu stützen. »Eine Demokratie funktioniert nur, wenn diese Institutionen funktionieren«, behauptete der Ministerpräsident, ohne seine Behauptung näher begründen zu können.

Mit anderen Worten: Eine Einnahmequelle muß her, damit die Blätter aus dem links-liberalen Vergnügungsbetrieb – die legendäre ›FR‹ berichtet panisch von der zweiten Wetterkatastrophe in drei Tagen! – endlich wieder über Geld zum Schreiben und Drucken verfügen. Eine ›Digitalabgabe‹ ist da genau die richtige Maßnahme. Anschließend kann auch diese Journaille ihre Meinung ohne Rücksicht auf Verluste verbreiten.

Vielleicht hat Daniel Günther nur an eine Abzocke der US-Unternehmen gedacht. Doch ihm ist zuzutrauen, daß er schon einen Schritt weiter ist und zum TV-Zwangsgeld ein Presse-Zwangsgeld eintreiben will. Immer mit Blick auf die hohe Qualität dieser Postillen.

Einmal mehr erweist sich Günther als durch und durch roter Politiker. Nicht weil er den ›Spiegel‹ oder die ›Süddeutsche‹ unterstützt. Sondern weil er bestimmte Produkte vom Markt abkoppeln will. Denn das gehört zu den Grundfesten jedweder linken Politik: Der Markt am besten vollständig zu eliminieren.

Und auf dem Medienmarkt sind die Einschaltquoten und Leserzahlen, an denen sich der Wert der angebotenen Waren bemißt. Hohe Einschaltquoten und Leserzahlen bedeuten ein begehrtes Produkt; Spartensender handeln dagegen mit Ladenhütern.

Also weg mit der Nachfrage, her mit der Qualität. Das Geld treibt der Staat ein, notfalls gewaltsam. Die korrekte Bezeichnung für diese Art Handel lautet: Räuberei. Denn es ist zwar richtig, daß der Bürger für die sogenannte Rundfunkgebühr wenigstens hirntötende Sendungen kriegt, während ein Räuber ihn mit leeren Taschen zurückläßt. Doch mit der ›Digitalabgabe‹ entfällt dieser Unterschied. Das Geld wird kassiert – das entsprechende Fischeinpackpapier muß der Bürger trotzdem bezahlen.

Sonntag, 11. Januar 2026

Die Zensur der Qualität – Vor einigen Monaten erschien ein Buch – ›Das verordnete Schweigen: Zensur von Fall zu Fall‹ – über die Geschichte der Zensur. Oder ging es doch um aktuelle Zensur? Gar um eine Neudefinition der Zensur? – Schwer zu sagen, denn von den Zensurmaßnahmen im Rahmen der sogenannten Corona-Epidemie oder gar im Dunstkreis von Meldestellen und Verfolgung von Texten, die zwar keine strafbaren, dafür aber unliebsame Meinungen vertreten, ist in dem Sammelband eher am Rande die Rede. Und eine Theorie über die Veränderungen des Begriffs der Zensur in der hiesigen Zeit, bringen die Autoren schon gar nicht mit. Dabei wäre sie, eine solche Theorie der Zensur, gerade im Zeitalter des Internet dringend geboten.

Wie Schweigen im Zeitalter von Internet und Sozialen Medien verordnet werden soll, hat der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Daniel Günther in der vergangenen Woche in einer Talkshow geradezu herzerfrischend offen beschrieben. Ja, er hat seinen Weg zu einer solchen Verordnung engagiert propagiert: »Das muss kommen«, tönte der politische Ziehsohn von Angela Merkel und meinte das Verbot von Sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren. Und natürlich will Günther die amerikanischen Tech-Konzerne »reglementieren«.

Wie die Zensur aussehen soll, das umriß der CDU-Politiker, recht klar. Nicht Majestäts- oder Politikerbeleidigung a la § 188 hat Günther im Visier; es geht ihm um etwas anderes, grundlegenderes. Als Günther sich über seine Parteikollegen echauffiert, die ständig über ihr Smartphone gebeugt im Internet hängen – »Selbst Abgeordnete unserer Fraktion, die gucken sich so einen Quatsch an« –, war das Stichwort gegeben: »Qualität«. Oder besser: Mangelnde Qualität. Er, Günther, »glaube auch, dass es innerhalb der Medien eine Diskussion darüber geben muss, welche Qualitätskriterien müssen Medien eigentlich auch erfüllen.« Trotz Meinungs- und Pressefreiheit, haben Medien viel Macht und daher »muss man eben auch bestimmte Qualitätskriterien einhalten«.

Klar, daß Ministerpräsident Günther sich, wenn auch unausgesprochen, selber zu jenen rechnet, die Qualität nicht nur erkennen, sondern ebenso liefern. Vermutlich zählt er sich, wie so viele aus Politik und Medien, zu den sogenannten Gebildeten. Sie dünken sich weit über dem gemeinen Volk in Eckkneipen und Sozialen Medien und glauben an ein Recht, den Bürger erziehen zu dürfen. Zur Qualität, versteht sich.

Daß Günther im weiteren mangelnde Qualität beim politischen Gegner ausmacht, wird sicherlich niemanden wundern. »Wenn ich mir Nius-Artikel angucke, mit denen ich irgendwas zu tun habe, kann ich nur sagen, da stimmt in der Regel nichts drin. Das ist einfach vollkommen faktenfrei, was an der Stelle gemacht wird.« – Belege? – Auf die kann Herr Günther verzichten; er ist ja gebildet und in besagter Talk-Show muß er auch nicht liefern. Er sitzt unter seinesgleichen.

Die Masche ist immer dieselbe. Erst vor ein paar Tagen wies mich ein Bekannter darauf hin, daß Apollo-News aus einer Schülerzeitung hervorgeht. Also wurde aus dem Portal kurzerhand eine Schülerzeitung gemacht – unbeachtet der Tatsache, daß die Schülerzeiten der Redaktion bereits vor acht Jahren endeten und die Qualität der Beiträge zwar nicht immer tief, aber tiefer ist, als die in den meisten Texten in der ›taz‹ oder dem ›Spiegel‹; vom ÖRR erst gar nicht zu reden. Nichts desto trotz steht Schülerzeitung synonym für mangelhafte Qualität und dient daher in der Umkehrung rhetorisch der Qualitätssicherung. Schließlich kann man sich das Lesen einer Analyse anschließend sparen und gleich diffamieren.

Sicher – es läßt sich leicht nachweisen, wie schnell diese Gebildeten holden Unfug verbreiten. Der Bekannte schwafelte über Trump als Präsident, der den Rechtsstaat mißachtet – ein Narrativ der sogenannten seriösen Medien, das keiner Nachprüfung standhält. Und nicht das Einzige.

Die lächerlich einseitige Debatte der vergangenen Woche über den angeblichen Bruch des Völkerrechts bei der Inhaftierung von Maduro durch die USA wäre ein weiteres Beispiel. Mittlerweile posaunen die Medien der Gebildeten: Es ist ein Bruch des Völkerrechts. Nur können sie eben kein Urteil liefern, weil es nicht einmal eine Anklage gibt; und vermutlich ist der Gerichtsstand noch lange nicht geklärt. – Aber schön, daß wir mal drüber gesprochen haben; jetzt fühlen sie sich selber als Richter.

Und weil so viel Unsinn geschrieben wird, will Ministerpräsident Daniel Günther Günther Zensurmaßnahmen auf der Basis von Qualitätsstandards, die er selber setzt. Nun ist das Schöne an Standards, daß es so viele davon gibt, wie Andrew Tannebaum es einmal formulierte. Nach ›Nius‹ wird dann auch die Relotiuspresse verboten und das Wochenblatt mit den de facto gefälschten Photos aus Gaza; und in der ›Süddeutschen‹ und der ›taz‹ findet jeder Blindenhund auch ohne KI einen Bericht, der allen Qualitätskriterien spottet. – Sie werden dann eben gleichfalls verboten.

In diesen Sturzbach mangelhafter Qualität fiel dann allerdings auch Daniel Günther. Als er nach seinen Forderungen einer Zensur auf Basis von Qualitätsstandards gewarnt wird: »Wenn J.D. Vance das hört, haben wir morgen den nächsten Ärger«, antwortet Günther völlig faktenfrei und verschwörungstheoretisch: »Machen wir uns doch nichts vor – der steckt ja mit dahinter«.

Ein CDU-Politiker, der Zensur auf der Basis mangelnder Qualität im Internet fordert und Verschwörungstheorien verbreitet – das ist doch mal was. Es passiert vielleicht nicht selten. Aber selten so offenherzig. Oder will er sich in Zukunft selber verbieten, sobald er dummes Zeug ins Mikrophon spricht? Als eine neue Form der Selbstzensur?

Zensur über den Umweg der Qualitätssicherung! Das wäre mal ein Ansatz zu einer Theorie der Zensur. Wo früher die Beamten des Kaisers oder Stalins über Zensurmaßnahmen gegen mißliebige Kritik entschieden, entscheidet heute der vermeintlich oder wirklich Gebildete darüber, ob ein Text die Qualitätsstandards erfüllt – und falls nicht, ob er verboten werden sollte oder nicht.

Diese Zensur kommt daher wie ein ehernes Naturgesetz und überwindet den schlechten Nimbus, allein den Interessen der Mächtigen zu dienen. Sie, die Gebildeten, dienen der Wahrheit. Daß nur sie qualifiziert genug sind, die Qualität zu überwachen, steht dabei außer Frage. Wer denn sonst? – Es darf also nicht wundern, daß diese Forderungen von jenen erhoben werden, die aus dem Dunstkreis von Hochschulen stammen – Hochschulen, deren Qualitätsstandards mittlerweile lächerlich sind. Aber was solls: Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung. Suhrkamp-Kultur wurde das mal genannt.

Hier schließt sich der Kreis. All das Gendern und Canceln, die Anglizismen und Langzeitstudien führen zu einem selbstverständlichen Anspruch auf eine vermeintliche Qualität des eigenen Denkens und Handelns. Es suggeriert eine Art Komplexität im Denken, die Qualität automatisch zusichern kann. Wohlweislich vergessend, es gibt zwei Arten Dummheit: Die jener, die zu komplexen Denken unfähig sind und die jener, die komplex denken, wenn es unnötig ist und in die Irre führt. Beiden ist eigen, daß der Dumme seine Dummheit nicht bemerkt.

Deshalb sind Daniel Günther, all die grünen Minister und die 30 Prozent ihrer Wähler vom Glauben an die Qualität ihrer Äußerungen so tief erfüllt und sie können mit einer immer wieder bestechenden Attitüde auftreten: Hier stehen wir, die Gebildeten, dort die Populisten ohne Theorie. Und wir schaffen mit Qualitätsstandards die Grundlage für eine neue Form der Zensur. Damit wir den Ungebildeten vorschreiben können, was sie öffentlich machen dürfen und was nicht. Die Diktatur der Gebildeten. Wahrlich kein neues Konzept. Aber es wirkt. Zumindest auf die Gebildeten.

Samstag, 10. Januar 2026

Gerede und Drohung - Das islamofaschistische Regime im Iran gerät nach seinem verlorenen Krieg gegen Israel unter Druck. Die Proteste der Bevölkerung reißen nicht. Moscheen werden in Brand gesteckt, Sicherheitskräfte getötet. Die ziehen die Daumenschrauben nur noch enger an und gehen mit brutaler Gewalt gegen Regimegegner vor.

Und was macht die Welt? – Noch halten sich alle ans Völkerrecht und greifen nicht ein. Und wie es so kommt, bestehen die europäischen Staaten darauf, daß die klerikalen Diktatoren in Teheran keine Gewalt gegen Demonstranten anwenden. »Wir sind zutiefst besorgt über Berichte von Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte und verurteilen die Tötung von Demonstranten auf das Schärfste.« – Bei soviel Schärfe haben sich die Herren Merz, Macron und Starmer hoffentlich nicht ihre zarten Lippen verbrannt.

Die drei erinnern nicht zufällig an Demi Moore in ›A Few Good Men‹, als sie gegen eine Entscheidung des Richters protestiert und damit nur ihre Hilflosigkeit dokumentiert. Was wollen die drei auch machen, wenn Teheran die Proteste zusammenschießen läßt?

Eingreifen geht nicht. Siehe Völkerrecht. Eingreifen geht aber auch deshalb nicht, weil sie, die Europäer, nichts haben, mit dem sie zugreifen könnten. Insbesondere Deutschland ist schwach auf der Brust. Also fordert Kanzler Merz von den iranischen Behörden »Zurückhaltung zu üben, von Gewalt abzusehen und die Grundrechte der iranischen Bürgerinnen und Bürger zu wahren.« Gendern muß sein, denn mehr können sie ohnehin nicht.

Die USA unter Trump können dagegen. »Der Iran steckt in großen Schwierigkeiten«, erklärte der US-Präsident. Und dann wurde er deutlich: »Fangt besser nicht an zu schießen, denn dann werden wir auch anfangen zu schießen.« Kann man sich das Glück der Demonstranten vorstellen, wenn sie das hören? - Vermutlich nur ein wenig. Aber sie wissen: Es ist für die Jets der US Air Force ein Leichtes, die Truppen des islamischen Regimes wehrlos zu bomben. Und dann dürften die Tage der islamischen Kleriker gezählt sein.

Vielleicht sollten die USA Truppen an der iranischen Küste anlanden und dann auf Teheran marschieren. Es wäre ein Festzug wie in den ersten Tagen im befreiten Belgien im Spätsommer 1944. Die USA könnten natürlich auch den obersten geistlichen Führer Chamenei entführen und in New York neben Maduro platzieren. Sie könnten das.

In jedem Fall wäre das Geschrei der Europäer wieder so heftig wie bei Maduro. Von wegen Völkerrecht und so. Und natürlich liegt der Vorwurf im Raum: Den Amis gehts nur ums Öl. Das ist zwar dümmliches Gerede. – Ja, es geht den Vereinigten Staaten auch ums Öl. Aber warum auch nicht. Schließlich riskieren sie das Leben ihrer Soldaten für ein besseres Leben der Iraner.

Europa ist im Jahr 2026 so hilflos wie Sigmund zu Beginn der berühmten Eingangstakte im ersten Aufzug der ›Walküre‹. Nur fehlt ihm jede mitleiderregende Tragik, die eine jede Schicksalsfügung umweht. Wagners Held wurde von seinem Vater verraten; Europa hat sich selber verraten und leidet allein an seiner abgrundtiefen Bequemlichkeit. Gut für die Iraner, daß es Trump gibt. Andernfalls litten sie mit.

Freitag, 9. Januar 2026

Kein zweiter Irak! Aber ein zweites Deutschland – Es sieht aus wie ein Verrat. US-Präsident Trump hat nicht die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado zur Nachfolgerin des verhafteten Maduro ausgerufen, sondern hält am Machtapparat Maduros fest. Und das ist ohne Frage richtig.

Als Deutschland Anfang Mai 1945 den Zweiten Weltkrieg verloren hatte, war für die US-Regierung eines klar: Es gibt kein zweites Versailles. Also einen Kongreß der Sieger, um den Verlierer zu demütigen und sich dann ans Leichenfleddern zu machen. Deutschland wird besetzt und das Regieren in mehreren Schritten den Deutschen überlassen. Dafür holte sich die Militärverwaltung der angelsächsischen Westalliierten die verläßlichen Leute aus der bestehenden deutschen Verwaltung; und das waren durchaus auch solche, die Hitler nicht so fern standen, wie man es moralisch wünschen mochte. Die Aufrechterhaltung der Ordnung stand oben an. Die späterer Aufregung der politischen Linken darüber ist und bleibt moralinsaures, wohlfeiles Gerede.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das geschlagene Deutschland, zumindest sein westlicher Teil, kam wirtschaftlich auf die Beine und entwickelte sich zu einer soliden Demokratie mit einem funktionierenden Rechtsstaat. In Japan wiederholte sich das politische Spiel mit einem ähnlichen Resultat. Auch dort unterstützte der Sieger mit seinen militärischen Mittel umgehend die darbende Bevölkerung – mit dem Unterschied, daß die USA alleine agierten.

Sicher geschah das auch aus Eigennutz. Alles andere wäre politisch mindestens unklug. Aber die Gewinner waren die Bürger Japans und Deutschlands.

Wenn die USA in Venezuela den Sozialismus beseitigt haben, wie sie 1945 den Nationalsozialismus besiegten – mit dem Unterschied, daß sie das Land nicht besetzen. Dann ist es auch in diesem Fall klug, die Sicherheitskräfte zunächst für Ordnung sorgen zu lassen. Der Irak ist eine bleibende Warnung: Nach einem militärischen Blitzkrieg folgte ein ordnungspolitisches Desaster. Die USA wurden Opfer der Hybris. Dem Iran fiel der Irak quasi als Geschenk in den giftigen Schoß.

Früher oder später – in Deutschland dauerte es 4 Jahre – wird in Venezuela gewählt. Dann kann Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado zeigen, welche Unterstützung sie in der Bevölkerung genießt. Bis dahin gilt es, die durch die sozialistische Diktatur geschlagenen politischen und ökonomischen Wunden zu heilen. Die Erregung der europäischen politischen Linken über dieses macht- und ordnungspolitische Vorgehen der US-Regierung beweist, daß Trump auf dem richtigen Weg ist.

Donnerstag, 8. Januar 2026

Schiffeversenken im Atlantik – Selten haben die Europäer so blöd dagestanden wie in diesen Tagen. Rußland läßt die Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte ungestört die europäischen Küsten rauf und runter tuckern, russische Kampfjets nähern sich den europäischen Hoheitsgebieten – und nichts geschieht. Derweil reagiert die US-Navy ruppig auf die Kasperaden Moskaus im Atlantik: Die mal russischen und mal nicht-russischen rostigen Blockadebrecher werden geentert und in amerikanische Häfen geleitet oder gefahren.

Die Tage, in denen Moskau und Peking mit den westlichen Staaten ökonomisch und militärische Katz und Maus spielten, sind vorbei. Von Putins Kettenhund Medwedew hört man bislang noch gar nichts. Der Kreml schafft ein bestenfalls müdes Statement mit Hinweisen auf – Hört, Hört! – das internationale Seerecht. Und es klingt wie das Echo auf die Rufe der Europäer nach der Gefangennahme des Venezolanischen Machthabers Maduro.

Doch der Klang trügt. Tatsächlich kehrt Moskau mit diesem Hinweis zu besagtem Völkerrecht wieder zurück. Zumindest macht es Anstalten, indem es auf Regeln verweist, gegen die angeblich verstoßen wurde. Auch das ist Trump somit gelungen. Rußland erinnert sich an so etwas wie Recht und Ordnung.

Aber zuerst stellen die USA einmal klar: Wir beherrschen die See!

Nach Jahren, in denen die Journalisten und Experten der medialen Kreisklasse von Spiegel, Süddeutscher und Zwangsgeldsendern vom ›Ende des Amerikanischen Jahrhunderts‹ schwadronieren – hat jemand jemals gezählt, wie oft das Ende der amerikanischen Vorherrschaft schon resümiert worden ist? –, sind die USA aufgewacht und agieren gegen die Machtansprüche Rußlands und Rot-Chinas. Spötter könnten sagen, das ist der neue Wokeismus. Aber das Wort ist belegt von studentischen Horden westlicher Universitäten und hat sich erledigt.

In Venezuela ist der USA dabei gleich ein Trippelschlag, ein Schlag gegen Moskau, Peking und Teheran gelungen. Für die Solidaritätsadressen aus der politischen Linken können sich die Machthaber Putin, Xi und Chomenai nichts kaufen. Venezuela ist für sie verloren. Das Öl fließt mit Ankündigung in die Vereinigten Staaten und das Geld aus dem Drogenhandel nicht mehr zu Hamas und Hisbollah; Zusammenhänge, auf die offiziell selten jemand verweist aber mitunter eben doch.

Auf der Oberfläche mag es anders aussehen. Aber darunter bringt das Schiffeversenken – bzw. Entern von Blockadebrechern – im Atlantik ein wenig Ruhe in die politische Lage. Denn die seit zwei Jahrzehnten durchgehend militärisch aktiven Staaten Rußland, China und Iran sind in die Defensive geraten.

Als Auslöser darf das moralische Pearl Harbor der westlichen Welt gelten: Der 7. Oktober, der Überfall islamischer Horden auf israelische Bürger. Israels Handeln im Einklang mit den USA machte klar: Im Ernstfall verliert ihr und das gnadenlos und total. Daß das in so kurzer Zeit passiert ist, legt die vielen Fehleinschätzungen in den Schreibstuben Europas und den Regierungen Rußlands, Chinas und des Iran offen. Und dabei haben die USA erst gerade begonnen.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Nato-Bündnisfall Grönland – Würden Kriege nach der Menge Papier entschieden, die für die Propaganda verpulvert wird, wäre die EU eine Supermacht. Nach der einhelligen und in aller Regel durch und durch wenigstens kritischen Haltung gegenüber der Entmachtung Maduros, gehen die Regierungen in Brüssel und um Brüssel herum in die Vollen, weil der nächste Schlag Trumps gegen Grönland geführt werden könnte. Das ginge nun gar nicht, das Ende der regelbasierten Ordnung ist da, usw. etc. pp. Da bleibt nur die Preisfrage: Was wollen sie denn machen, die europäischen Staatschefs, falls die USA in Grönland landen und das Gebiet annektieren?

Sie könnten den Nato-Bündnisfall ausrufen. Der tritt bekanntlich dann ein, wenn ein Angriff auf das Territorium eines Landes erfolgt, das Mitglied der Nato ist. Da Grönland dänisches Staatsgebiet ist, wäre das so ein Fall. Und dann? – Schickt die Bundesmarine eine ihrer vielen Fregatten? Greift die französische Luftwaffe mit Langstreckenbombern ein und bombardiert die Invasoren? Rückt die polnische Armee Richtung Eismeer aus?

Das alles sind interessante Fragen. Die interessanteste aber lautet: Was unternehmen die Vereinigten Staaten? – Da man ausschließen kann, daß sie ihre eigenen Truppen bekämpfen, fallen die USA als Bündnispartner wohl aus. Die Europäer stehen allein da.

Und damit darf der Beobachter wohl auch alle anderen militärischen Reaktionen als unmöglich ausschließen. Dazu sind die europäischen Staaten nach etwa 50 Jahren Sozialstaat statt Verteidigung nicht in der Lage. Grönland wird erobert werden und Brüssel ruft nach dem Völkerrecht, egal wie »unhistorisch und aufgeblasen« der Ruf auch ist, um einen der besseren Kommentare aus den vergangenen Tagen zu zitieren. Am Ergebnis wird das Heulen nichts ändern.

Aber etwas anderes hätte sich nach einer Eroberung Grönlands geändert. Und das ist weitaus wichtiger, als alles Gerede in Brüssel. Die Insel wäre ein integraler Bestandteil der Vereinigten Staaten. Und während es nicht unbedingt sicher ist, daß ein dänisches Grönland den Schutz der Nato genießt, – eine faule Ausrede, nicht für Grönland zu sterben, wird sich in Europa schon finden! –, genösse ein amerikanisches Grönland als 51. Gliedstaat der USA in jedem Fall den Schutz amerikanischer Truppen. Und da werden Moskau und Peking es sich zweimal überlegen, in Grönland zu machen, was sie in der Ukraine und vor Taiwan treiben.

Und umgekehrt: Bleibt Grönland weiterhin dänisch und griffen Rußland oder China die Insel an, besetzten sie sie - dann riefen die Europäer mit Sicherheit nach den Streitkräften der Vereinigten Staaten, die dann unter entsprechend höheren Verlust einmal mehr für die Europäer die Kastanien aus dem Feuer holen dürfen. Die wohlfeile Kritik falls etwas schief geht, ist garantiert; man gönnt sich ja sonst nichts in Brüssel. Und das Völkerrecht bleibt gewahrt.

Dienstag, 6. Januar 2026

Der Tanz ums goldene Völkerrecht – Jetzt ploppen sie wieder auf in den sogenannten seriösen Medien; die Experten in Völkerrecht, die Professoren und Lehrbeauftragten der juristischen Fakultäten zwischen Zugspitze und Flensburg. Und natürlich ist ihre Einschätzung einhellig: Die Entführung des linksradikalen Drogenhändlers Maduro aus Venezuela ist völkerrechtswidrig. – So diese nationale Crème de la Crème der Experten.

Nun weiß auch der Laie: Recht haben und Recht bekommen sind zwei sehr verschiedene Dinge. Ein Richter spricht das Urteil und sagt, wer Recht hat oder nicht. Und all die Einschätzungen dieser Experten ersetzen niemals dies Urteil eines Gerichts, das von allen Beteiligten anerkannt wird. Und selbst wenn ein Urteil vorliegen würde... Aber soweit sind wir noch lange nicht. Wir sind noch bei den Experten. Wir erleben die Inszenierung eines Verfahrens.

Ja, die ganze Show ist inszeniert von eben jenen Medien, die dem US-Präsident spinnefeind sind. Nicht bewußt und auch nicht koordiniert, aber eben doch inszeniert. Um dem Hörer zu suggerieren, es gäbe tatsächlich ein Urteil. Die Einschätzung der Experten wird als Urteil über einen Schwall von Statements aus den Medien unter die Leute gebracht. Ein einziger Suchaufruf mit den Stichwörtern Völkerrecht und Venezuela kann das bestätigen. Man sollte nicht glauben, wieviele Völkerrechtler mit guten Verbindungen zu den Medien in Deutschland in Lohn und Brot sind.

Es ist ein wenig wie beim Klimawandel. Was dort die Wissenschaftler, die sich für die Medien hergeben, um mal aus dem Labor zu entkommen, sind hier die Professoren landläufiger Universitäten juristischer Seminare. Üblicherweise in ihre Vorlesungssäle verbannt, können sie jetzt die Strahler der Öffentlichkeit genießen. Sie sind im Fernsehn; sie werden interviewt; man nimmt sie für voll. Irgendwie erinnern sie alle an jenen ungekämmten Experten aus den Katakomben der Charité.

Ein Verfahren, wie beim Klimawandel: 99 Prozent der Experten stimmen dem Urteil, Trump verstoße gegen das Völkerrecht, zu – ergo ist eigentlich das Urteil gefällt. Es ist wie bei den 98 Prozent aller Forscher, die den Klimawandel für ein Produkt des Menschen erklären. Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird nicht gesagt. Hängen bleiben die 98 Prozent und werden flugs als Wahrscheinlichkeit gelesen, der Mensch sei für den Klimawandel verantwortlich. Dabei bleibt die tatsächlich geschätzte Wahrscheinlichkeit deutlich darunter. Und ganz sicher weiß man es ohnehin nicht.

Dafür ist beim Völkerrecht eines sicher: Es wird kein Urteil geben. – Aber genau das ist der Witz an dem Spiel. Weil es kein Urteil gibt, bleibt die Einschätzung dieser Experten als Urteil in der Erinnerung hängen. Die USA verstoßen gegen das Völkerrecht. Und schon fühlen sich die Medien Deutschlands im Recht, der ideologische Haussegen hängt wieder gerade.

Hinterm Feigenblatt Völkerrecht verstecken, Teil 2 – Allenthalben wird in der EU die US-Regierung für ihre Festnahme des Drogenproduzenten Maduro mit Hinweis auf das Völkerrecht kritisiert. Schließlich könne man nun gegen Rußland und Rot-China, Iran und Nordkorea nicht mehr den Vorwurf, das Völkerrecht zu brechen, aufrechterhalten. Was nicht nur deshalb falsch ist, weil die EU den Vorwurf sehr wohl weiter aussprechen kann, denn US-Militärs haben den vermeintlichen Präsidenten Venezuelas in die USA gebracht, nicht die EU, sondern auch, weil Rußland und Rot-China, zumindest nach eigener Lesart, das Völkerrecht achten.

Der Trick ist immer derselbe. Und er ähnelt nicht zufällig den verbalen Verrenkungen diverser linker Aktivisten mit einem Faible für postkoloniale Studien. Moskau etwa sprach der Ukraine nicht zufällig die völkische und darauf basierend staatliche Eigenständigkeit ab. Es gäbe gar kein Volk der Ukrainer – das sind alles Russen, behauptet Putin. Also haben die Menschen in den Grenzen der Ukraine, deren Unantastbarkeit Rußland 1993 anerkannt hatte, sich den Befehlen Moskaus unterzuordnen. Da war es nur konsequent, wenn Putin nicht von Krieg sprach, sondern von einer Spezialoperation; eine innere Angelegenheit also, in die sich andere Länder entsprechend dem Völkerrecht nicht einmischen dürfen. Wer wollte, konnte es glauben und sah sich gedeckt durch eben jenes Recht unter den Völkern. Genaugenommen haben die westlichen Staaten dagegen verstoßen, als sie die Ukraine unterstützten.

Und auch Peking sieht sein Kriegstreiberei in den Gewässern um Taiwan gedeckt durchs Völkerrecht. Schließlich regieren auf Taiwan jene republikanischen Chinesen, die den Bürgerkrieg Mitte des letzten Jahrhunderts gegen die Kommunisten verloren und auf die dem Festland vorgelagerte Insel entkamen. Fast alle Länder der UN stimmten dem Alleinvertretungsanspruch Pekings zu und warfen Taiwan Mitte der 1970er Jahre aus den Vereinten Nationen. Wenn Rot-China Taiwan attackiert, handelt es sich wie bei der Ukraine und nach russischer Lesart um eine innere Angelegenheit Chinas und keineswegs um einen Krieg zwischen verschiedenen Völkern oder verschiedenen Staaten, kann Xi mit Hinweis auf die Beschlüsse der UNO behaupten. Wer Taiwan wie auch immer unterstützt, handelt demnach gegen das gepriesene Völkerrecht.

Und nun? –

Wem das nicht reicht, der widme sich dem Iran und der Haltung des islamischen Regimes gegenüber dem jüdischen Staat. In der Lesart Teherans gehört das Land, auf dem die Juden seit weit über 4.000 Jahren siedeln den Arabern, die es im Zuge ihrer Eroberungszüge im 7. und 8. Jahrhundert eroberten. Auch die Mullahs propagieren, sie handelten im Einklang mit dem Völkerrecht – und die islamischen und linken Demonstranten, die »From the River to the Sea« skandieren, vertreten exakt denselben Standpunkt.

Und nun? – –

Auch Nordkorea beruft sich von jeher auf einen Alleinvertretungsanspruch für die gesamte Halbinsel. Und auch hier würde, falls dieser anerkannt würde, das Völkerrecht keineswegs mit Füßen getreten.

Und nun? – – –

Das Problem bei all diesen juristischen Winkelzügen: Es gibt kein Gericht, das allgemein anerkannt wird, und das über diese mehr oder weniger windigen Juristereien entschiede. Und wenn es eins gäbe, würde es je nach Entscheidung von der unterlegenen Seite nicht als bindend anerkannt. So hat Rot-China den Gerichtsbeschluß bezüglich einiger Inseln in der südchinesischen See, nicht anerkannt und ignoriert ihn folglich bei seinem Eroberungszug.

Die Behauptung der EU, man könne Putin und Xi nicht mehr mit dem Völkerrecht kommen, ist schon immer Makulatur. Denn hier stehen sich zwei Lesarten derselben Gesetze gegenüber. Und wer Recht bekommt und wer nicht, wird nicht von Richtern entschieden, sondern allein von der Macht, über die jemand verfügt. Und das, selbst wenn man anerkennt, alle würden nach Recht und Gesetz erobern und töten.

Montag, 5. Januar 2026

Hinterm Feigenblatt Völkerrecht verstecken – Die Kritik der EU am Handeln der Regierung Trump basiert im Kern auf dem Anspruch, das Völkerrecht einzuhalten. Doch was nach einer hehren Haltung europäischer Politiker klingt, ist in Wirklichkeit nicht nur falsch, weil Rußland und Rot-China, Nordkorea und der Iran sich schon lange einen feuchten Kehricht ums Völkerrecht kümmern – es ist auch verlogen, weil es Brüssel überhaupt nicht ums Völkerrecht geht.

Ginge es darum, ginge es wirklich um die Rechte der Völker, dann stünde umgehend die Frage im Raum, wie diese Rechte denn durchgesetzt werden können. Denn was soll ein Recht, das bloß auf dem Papier steht, schon nutzen? Es ist das Papier nicht Wert, auf dem es steht.

Aber hat die EU sich stark gemacht für die Rechte des Venezolanischen Volkes? Hat die EU sich stark gemacht für die Rechte der Juden in Israel? Hat die EU sich stark gemacht für die Rechte der Chinesen auf Taiwan? Hat die EU sich stark gemacht für die Rechte der Ukrainer?

Und mit stark gemacht, sind nicht die feuchtfröhlichen Reden einer Frau von der Leyen gemeint oder die affektierten Frontbesuche einer Frau Baerbock. Stark gemacht kann hier nur heißen: Das Völkerrecht durchgesetzt, zur Not mit Gewalt. Doch dazu ist die EU nicht in der Lage.

Schlimmer: Die EU verstößt permanent gegen das Völkerrecht, wenn sie Staaten wie Tschechien oder Ungarn zwingen will, islamische Migranten ins Land zu lassen oder in Polen den Rechtsstaat aushebeln will. Kein Asylrecht hat je die Invasion ganzer Völker legitimiert.

Nein, es geht Brüssel nicht ums Völkerrecht. Die Paragraphen haben für die Politiker in Brüssel eine ganz andere Funktion zu erfüllen: Sie verstecken sich hinter ihnen. Unter dem Hinweis auf ein angeblich geltendes Recht erklären sie sich als unfähig, irgendwo auf der Welt zu intervenieren bzw. die Grundlagen überhaupt erst einmal zu schaffen, intervenieren zu können.

Die EU will kein Völkerrecht durchsetzen können. Sie ist der buchstäbliche Papiertiger, den keiner Ernst nimmt. Sie besteht aus Politikern und Wählern, denen Krankenversicherung und Pflege, Rente und Rundumversorgung wichtig sind. Es sind die berüchtigten Gartenzwerge – mehr oder weniger hübsch anzusehen und vollkommen wehrlos. Und vor allem abgrundtief feige.

Würde sie, die EU, doch wenigstens schweigen, wenn die USA einen Maduro gefangen nehmen und einen Strafprozeß machen. Aber nein. Sie spulen sich auf. Allenfalls sind sie bereit, einen israelischen Ministerpräsidenten in Gewahrsam zu nehmen, wenn der vom Internationalen Strafgerichtshof widerrechtlich verklagt wird. Dazu reicht ihr Mut. Vor Putin kuschen sie und brauchen ganze vier Jahre, um sich vom russischen Öl und Gas zu trennen. Wer so handelt, ist belanglos geworden und braucht die Moral nur fürs eigene Ego, das gerade leidet.

Sonntag, 4. Januar 2026

Venezuela: Was zählt ist, was ein Staat kann – Vor einigen Tagen erschien in der NZZ ein Beitrag zu den Manövern der rot-chinesischen Flotte in den Seegebieten um Taiwan. Spekuliert wurde, ob China plane, durch eine Verstetigung seiner Manöver in einen Krieg überzugehen, der mit der Enthauptung der taiwanesischen Regierung beginnt. Also eine Strategie ähnlich, wie sie Putin für die ersten Tage seiner seit vier Jahren dauernden Spezialoperation geplant hatte. Das Ergebnis ist bekannt. Die russischen Luftlandetruppen wurde am Flughafen von Kiew entscheidend geschlagen. Das Unternehmen war eine Blamage für den Kreml.

Die USA haben in der Nacht zum 3. Januar genau das gemacht: Sie führten einen sogenannten Enthauptungsschlag durch; und das nicht kurz hinter der heimischen Grenze, sondern hinter einer feindlich besetzten Küste ein paar Hundert Kilometer entfernt. Er richtete sich gegen den Kopf der Regierung in Caracas und war, anders als die Operation der Russen, maximal erfolgreich: Die Zahl der Opfer blieb niedrig und der Kopf Maduros liegt auf dem Tablett eines Gerichts in New York; bildlich gesprochen, denn der Drogenboß lebt.

Einige Regierungen der Welt, auch die der EU, echauffieren sich über das Vorgehen Washingtons; insbesondere in Europa verweist man aufs Völkerrecht. Was ein Witz ist, denn das Völkerrecht wird seit Jahrzehnten immer und immer wieder gebrochen; die letzte effektive Durchsetzung erfolgte vor über 75 Jahren in Korea nachdem Nordkorea den Süden überfallartig attackierte und der Sicherheitsrat die Zusammensetzung einer bewaffneten und kriegsfähigen Truppe beschloß. Stalin enthielt sich und machte es möglich, daß die USA in einer rommelesken Operation die weit vorgestoßenen Truppen Pjöngjangs vernichtend schlugen.

Das Völkerrecht ist passe, denn es hält sich keiner dran. Und einen Sheriff, der es durchsetzt, den gibt es nicht. Also gilt eine andere Regel. Was zählt ist: Was ein Staat kann und was ein Staat nicht kann. Rußland kann Europa angreifen – riskiert allerdings eine entsprechende Antwort, im schlimmsten Fall mit Atomsprengköpfen bestückte Raketen aus London und Paris. China kann Taiwan angreifen – riskiert allerdings ein Desaster in der Straße von Taiwan.

Die USA können den Iran angreifen und dessen Atomanlagen zerstören. Sie können auch Venezuela angreifen, den dortigen Drogenterroristen entführen und in den USA vor Gericht stellen. Israel konnte völkerrechtswidrig Adolf Eichmann entführen, in Jerusalem vor Gericht stellen und hinrichten lassen. Das alles und noch mehr können die USA und Israel. Rußland kann es sicherlich und China vermutlich nicht.

Darüber berichtet kaum ein europäisches Medium, kaum ein Politiker verweist auf diesen Umstand. Und dabei hätte sich eine spöttische Bemerkung Richtung Putin förmlich angeboten: Seht, so macht man das. Luftlandetruppen rein, Maduro rausholen. Ich stelle mir das ärgerliche Gesicht des Kreml-Herrschers vor, als er im Fernsehn die Bilder von den US-Hubschraubern über Caracas sah. Und dann das Foto von Maduro in Ketten auf dem Weg in Vereinigten Staaten. Wie gern hätte Putin Selenskyj nach Moskau geschafft und dann nach Sibirien. Statt dessen wühlt er sich unter hohen Verlusten durch die Ukraine.

Aber die EU setzt auf das Völkerrecht – das sie selber nie und nimmer durchsetzen kann. Alle europäischen Armeen zusammen reichen dafür nicht hin. Von den Luftwaffen erst gar nicht zu reden. Sie können es nicht, weil sie Migranten rundum versorgen und Bürgergeld an jeden zahlen, der den Antrag dafür in der Hand halten kann.

Ja, da sind markante Unterschiede. Polen rüstet auf, so wie das Baltikum und die skandinavischen Staaten. Aber Deutschland und Frankreich sind nurmehr Schatten ihrer einstigen Größe. Und solange die Sozialetats so üppig bleiben, ändert sich nichts. Solange gilt für die EU: Sie kann nichts. Frankreich zog sich kläglich aus Mali zurück, zusammen mit Deutschland. Die Islamisten dort waren zu viel. Kein Wunder, daß Moskau ständig drohen kann. Die Gegendrohung, über den Oblast Kaliningrad eine Blockade zu verhängen, kommt den als Militärs verkleideten Juristen aus Brüssel nicht über die Lippen. Weil sie wissen: Sie können es nicht. Deshalb verweisen sie aufs Völkerrecht.

Samstag, 3. Januar 2026

Crans-Montana: Bilder aus der Hölle – »Laß, wer hier eintritt, alle Hoffnung fahren« – diese Zeile gehört sicher zu den meistzitierten aus der Höllenfahrt in Dantes ›Divina Comedia‹, der ›Göttlichen Komödie‹. Bildungsprogramm, Bildungsverpflichtung; berühmtes Zitat im Internet. Kalenderblattspruch. Wohl kaum einer, den sie nicht beeindruckt hätte. Noch im Italienischen behält sie ihren bestechenden, schauerlichen Reiz. »Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!«

Als ich die ersten Bilder aus der Tanz-Höhle in Crans-Montana, die sich in eine Tanz-Hölle verwandelt hatte, sah, Bilder, die aus der Hölle abgeschickt worden waren, als die Hölle sich bereits geöffnet hatte, schoß mir wie so vielen durch den Kopf: »Was für Idioten! – Filmen, während sich das Feuer ausbreitet. Halten das Tropfen der tödlichen Flammen von der Decke für eine Inszenierung zu Silvester, für einen Spaß, einen zusätzlich Reiz, um das neue Jahr zu begrüßen.«

Und dann: Im Grund nicht anders als die Gäste beim Nova-Festival am 7. Oktober. Auch jene Gäste hielten die mörderischen Raketen der Hamas für einen Teil des Vergnügens. »Rave, Rave, against the dying of the light.« So sehr haben wir die Orientierung in der Welt verloren, daß wir das Tödliche nicht vom Spaßigen unterscheiden können; das Feuerwerk nicht vom Werk des Feuers.

Und dann der nächste Gedanke: Was hätte Dante gegeben, um diese Bilder sehen zu können? Wie schreibt George Steiner: Am Ende des Krieges sahen die Städte so aus wie die preußischen Schlösser, die als Ruinen gestaltet waren. - Bilder aus der Hölle. Live dabei sein, wenn der Nebenmann brennt. »Hier heißt es alles Argwohns dich entschlagen, – Und alle Bangigkeit laß dir vergehen! – Wir sind am Orte, wo in seinen Plagen Das Volk du sehen sollst – ich sagt' es dir –, Dem nimmer will das Heil des Schauens tagen. Und hellen Blicks, daran ich mich erbaute, – Führt' er mich ins verwunschene Revier.«

Ja, wir regen uns auf über die Dummheit einer Jugend, die ihr Höllenfeuer höchstselbst filmt und überträgt. – Und die Videos auf X schauen wir trotzdem. Sind vielleicht dankbar – aber das setzte tiefe Blicke voraus – für die schauerlichen Bilder, die sie für uns schossen und die es von andren Bränden nicht gibt und nie geben wird. So ist die Zeit der Smartphones, die uns an jeden Ort, auch an die höllischen läßt. Noch fehlt uns die wirkliche Hölle. Nur hier und da flackert sie auf. Tarnt sich als Komödie.

Freitag, 2. Januar 2026

Jette Nietzard: »Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren...« – Vor Jahren erschien im Satiremagazin Titanic ein Briefe an die Leser, speziell einer an den Playboy. Der hatte ein Heft mit einer 3-D-Brille am Kiosk in Umlauf gebracht, und nun fragte die Redaktion des Magazins, wie sie sich denn, in der einen Hand den Playboy, in der anderen Hand die 3-D-Brille, – na, Sie wissen schon.

Ähnlich könnte Jette Nietzard nun ebenfalls fragen. Denn offenbar scheint das ihr linguistischer Silvesterkracher zu werden: »Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren...«. Mal können sie Frauen nicht schlagen, als würde eine Hand dafür nicht reichen. Mal brauchen sie nicht mehr zum Wehrdienst. – Was die junge Frau damit sagen will? – Vermutlich gar nichts; sie will originell erscheinen und in die Medien. Was ihr ohne Frage gelungen ist. Nach dem Sinn einer Aussage wird heutzutage ja nicht mehr geurteilt.

Dabei gäbe es durchaus sinnvolle Varianten ganz im Stil von »Liebe ist, wenn...«, wie sie früher Kalenderblätter ausfüllten. »Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren, können sich keinen mehr runterholen.« Das stimmt zwar nicht ganz, erfordert jedoch mehr Phantasie. Oder: »Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren, können nicht mehr oben liegen.« Was bei einer Quotierungsfrau wie Nietzard sicher einen feministischen Hintergrund schafft.

Aber lassen wir das. Nietzard hat sich bei ihrem Silvesterkracher so wenig gedacht, wie bei ihrem Spruch zum 30-Prozent-Anteil der Frauen beim Sex – und den stillschweigenden 70 Prozent für die Männer. Hätte die hyperaktive Blondine der Grünen doch ihren Pareto gelesen, schon verriete der Spruch einen wirklichen Sinn. Entsprechend zur 20/80-Regel, wie sie Betriebswirtschaftlern und Marxisten kolportiert wird: 20 Prozent der Bevölkerung verfügen über 80 Prozent der Einkommen, gilt beim Sex:

30 Prozent der Frauen erleben 80 Prozent aller weiblichen Orgasmen. Eine Feministin würde zur Erklärung vermuten, weil Männer auch mit zwei gesunden Händen nicht wesentlich geschickter sind als mit einer. Ein Realist würde dagegen vermuten, daß Frauen die Quote in dieser Verteilung nicht interessiert und sie einfach nehmen, was sich ihnen bietet. Nicht, daß die 20 Prozent Frauen das zugeben würden. Warum auch? – Sie müssen es nicht, denn Verliererinnen wie Frau Nietzard glauben weiter, es läge am Mann – egal wie viele Hände er am ersten Tag des neuen Jahres noch hat.

Donnerstag, 1. Januar 2026

Vergeßt Putin! Der Feind steht im Land - Krampfhaft versucht die Europäische Gemeinschaft, also die EU, nicht Europa, den russischen Bären als die größte Gefahr für die EU darzustellen. Und tatsächlich ist Rußland eine große Gefahr. Denn die EU ist kriegsuntauglich. Aber die größte Gefahr kommt aus einer anderen Richtung, wie in der Silvesternacht einmal mehr deutlich wurde: Sie kommt aus dem Inneren.

Symbolisch steht der Brand in der Vondelkirche in Amsterdam. Ohnehin schon seit 1977 entweiht, wurde der Bau vergangene Nacht bis auf die Außenmauern völlig zerstört. 1945 sahen viele Kirchen in Deutschland ähnlich aus. Ein unheiliger Krieg hatte ihnen nach der Seele ihre Körper genommen. – Symbolisch, denn auch in anderen europäischen Städten beherrschte ein islamisch-migrantischer Mob die Straßen und Plätze. Ja, es waren auch indigene deutsche Jugendliche dabei. Aber Afrikaner, Araber und Türken waren nun einmal überrepräsentiert, so wie immer.

Und so führt eine gerade Linie aus dem Jahr 2015 in die gestrige Nacht. Mit allem Gelüge und Verleugnen, das die Jahre beherrscht. Wenn die taz damals zwar zugab, daß die berüchtigten Nafris den überwiegenden Teil der Haupttäter stellten, dann aber die »sozialstrukturellen Ursachen der Ereignis« betonte, war sie auf staatlicher Linie, was die Propaganda betraf: Nie zuvor hatte es solche Ereignisse in Deutschland gegeben, während es Unterschichten in Köln immer schon gab; wer logisch schließen kann, weiß um die Ursachen und macht sich nichts vor.

Die Zahlen sprechen ihre eigene Sprache: 2025 waren 80 Prozent der in der Silvesternacht verhafteten, mutmaßlichen Täter islamische Migranten; die zentralen Brandherde lagen in Städten mit einem hohen Anteil an Migranten. In diesem Jahr das gleiche Bild: Berlin und Duisburg, Gelsenkirchen und Essen.

Einzige Ausnahme: Leipzig Connewitz. Dort gingen Linksfaschisten mit Feuerwerkskörpern auf die Polizei los. Im gewohnten Verleugnungsmodus heißt es in der Tagesschau: »Die Polizisten errichteten unter anderem in dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz Absperrungen.« – In dem für seine Ausschreitungen bekannten Stadtteil – eine herrliche Wortwahl; als würden Häuser Brandsätze werfen.

Moslemische Siedler unterstützt von linken Gewalttätern preschen auf die Polizei los. Und man möchte nicht wissen, was passiert, wenn diese Straftäter erst einmal nach Einführung der Wehrpflicht die Bundeswehr unterwandern. Dann sind es keine Polenböller mehr, die sie werfen. Dann wird zum Bürgerkrieg geblasen – jene Art Krieg, die Linke besonders gut leiden können. Und Moslems sowieso, wie man in diversen Staaten der islamischen Welt sehen kann.

Doch den deutschen Staat interessiert diese Drohung nicht. Er jagt die politische Rechte, daß man durchaus von einer Art Volksverhetzung der staatlichen Stellen reden kann; zusätzlich malt er Putin als Schreckgespenst an die Wand, ohne die geeigneten militärischen Mittel zu schaffen.

Dienstag, 30. Dezember 2025

Boris Pistorius verrät seine Soldaten – Boris Pistorius gilt als beliebtester Politiker Deutschlands. Obgleich er nichts vorweisen kann, was diese Einschätzung rechtfertigt; und womöglich auch dann noch, nachdem er seine Soldaten verraten hat. Denn eines sollte eigentlich klar sein: Ein Vorgesetzter hat sich vor seine Untergebenen zu stellen und nicht öffentlich über sie zu hetzen. Das aber macht er gerade.

Beim Fallschirmjägerregiment 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken soll es unter Soldaten zu Verhalten gekommen sein, das der Minister wie folgt beschreibt: »Die gemeldeten Fälle von Rechtsextremismus, sexuellem Fehlverhalten und Drogenkonsum in Zweibrücken sind erschütternd.« – Der Sozialdemokrat Boris Pistorius ist also erschüttert. Worüber?

Laut einem Bericht der ›FAZ‹ gab es in dem Regiment 26 mit 1.800 Soldaten und einem Frauenanteil von 5 Prozent Saufgelage und Kokainkonsum. Angeblich wurden Nazi-Partys gefeiert. Einzelne Frauen der Truppe hätten Exhibitionismus erlebt, sich Pornowitze anhören müssen und Vergewaltigungsphantasien erzählt bekommen. Es sollen Frauen gewesen sein, die ihre Kameraden an die höheren Stellen verrieten.

Im Grunde dokumentiert der Fall die Lächerlichkeit dieses Landes, wenn es um Verteidigung geht. Selbst gegenüber Männern, die im Ernstfall ihr Leben für die Sicherheit des Landes riskieren, wagt ein Politiker einer Partei, die noch nie um ihre Rechte gekämpft, sondern mit den diversen Diktaturen dieses Landes immer nur gekungelt hat, öffentlich harte Kritik.

Die aber steht dem Minister, der im Kriegsfalls ein bequemes Leben weit hinter der Front führen wird, nicht zu – schon gar nicht öffentlich und erst recht nicht, wenn die Fälle noch gar nicht aufgeklärt worden sind. Herr Pistorius hat sich schützend vor seine Soldaten zu stellen und die strafrechtlichen und dienstrechtlichen Vergehen ohne die Journaille zu regeln. Statt dessen schimpft er und spielt den Empörten. Schlimmer:

Nachdem Pistorius die Führung des Regiments öffentlich abgekanzelt hat – »Was nicht geht, ist, dass das Fehlverhalten vor Ort offenbar nicht sofort als solches erkannt wurde und damit auch nicht mit der erforderlichen Konsequenz verfolgt wurde. Das muss ausgeschlossen sein« – fordert der Politiker die Soldaten auf, Fehlerverhalten von Kameraden zu melden. Umgehend müsse »das Vertrauen in die militärische Führung vor Ort wiederhergestellt werden« keift Pistorius.

Hat denn der Mann ›A Few Good Men‹, mit ›Im Namen der Ehre‹ schlecht übersetzt, nicht gesehen‹? – Dort kam es zu unrechtmäßigem Verhalten an der ›fence line‹, der Frontlinie. Und die Soldaten haben unrechtmäßig reagiert, als ein Kamerad sie verraten wollte.

Nun agieren gerade Spezialkräfte unter einem Kodex – und Verrat gehört nicht zu den Regeln, unter denen jeder Einzelne handelt. Man läßt sicher nicht alles geschehen. Aber daß ein Vorgesetzter zum Denunzieren auffordert, ist ein Skandal. – Aber so sind die SPD-Politiker nun einmal. Deshalb richten sie Meldeportale ein. Das Denunzieren gehört zu den liebsten Übungen der Sozialdemokraten.

Pistorius ist vom gleichen Geist wie Frau Faeser. Deshalb entwirft er nun einen ›Aktionsplan Luftlandetruppe‹. Dort wird er den Soldaten beibringen lassen, wie sie ordentlich kämpfen – also immer nach Recht und Ordnung. Während sie sich unter Lebensgefahr im Feindesland bewegen, darf kein rassistisches Wort über ihre Lippen kommen. Und wehe es wird getrunken. Der neue deutsche Soldat zieht nüchtern in die Schlacht. Und vermutlich trinkt er seinen Kaffee mit Hafermilch.

Deutschland und seine politische Kaste hat nicht die Spur einer Ahnung, was Krieg bedeutet. Sie hat ja auch immer die Amerikaner nach vorne geschickt, wenn es eng wurde in Afghanistan oder im Kosovo. Und geschossen wurde erst, wenn die Taliban sich zu erkennen gaben. War es anders, hatten sie einen Kampf an zwei Fronten: Gegen die Taliban vorne und Presse und Politik hinten.

Pistorius ist so einer. Angeblich ist er der beliebteste Politiker. Tatsächlich aber sind die anderen nur noch unbeliebter. So wie er gerade den Soldaten, die, wenn es schlimm kommt, in wenigen Monaten schon an der Front sind, in den Rücken fällt, kann man nur hoffen, daß seine Beliebtheitswerte in den Keller gehen. Als Verteidigungsminister ist er jedenfalls fehl am Platz und muß gehen.

2025 Top
* Der Titel "Die Verheerung Europas" bezieht sich auf die Aufzeichnungen von Wilhelm Muehlon aus den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs. Muehlon gehört zu jenen deutschen Intellektuellen, die heute praktisch vergessen sind. Sein Kriegstagebuch über den Zweiten Weltkrieg zählt zum besten und spannendsten, was über diese zweite europäische Katastrophe geschrieben wurde: Distanziert, zugleich beteiligt und immer mit einem Blick, den man sich für die heutige Zeit wünscht.
© Wolfgang Hebold
Counter Counter Counter